Schutz vor Corona: Influencerin Paula Krämer und ihr Vater Stefan wollen tausende von Schutzmasken bauen

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Gemeinsam werden bei Familie Krämer die Schutzmasken erstellt. Wer helfen möchte, kann sich an Stefan Krämer wenden.

Aus Plexiglas, Klebeband, Schaumstoff und Gummiband bastelt der Zahnarzt Stefan Krämer Schutzmasken gegen das Coronavirus. Unterstützung erhält er dabei von der ganzen Familie - und sucht noch weitere Helfer.

Gudensberg. Die Idee kam Stefan Krämer, als er auf Facebook ein Video sah. Zu sehen war ein Krankenpfleger, der für sich und seine Kollegen Plexiglas-Schutzmasken baute – zum Schutz vor Corona. Krämer: „Ein tolle Idee! Nur: Das müsste man für viel mehr Menschen machen!“

Krämer, Zahnarzt, Oralchirurg mit einer Praxis im Gudensberger Ortsteil Obervorschütz, erinnerte sich zurück an seine Ausbildung: „Schon vor 20 Jahren haben wir uns bei den Zahn-OPs mit Plexiglas-Masken geschützt. Die waren sicher, schützten vor Infektionen. Warum sollten die uns in der aktuellen Situation nicht auch helfen können?“ Speziell für Personen, die in Pflegeberufen tätig sind, oder Menschen, in deren Beruf der Kontakt zu anderen Menschen unerlässlich ist – beispielsweise im Lebensmitteleinzelhandel – böte ein solcher Schutz ein Mindestmaß an Sicherheit, meint der 49-Jährige. Und Krämer spann seine Idee weiter: „Die Masken kann man doch mit relativ wenig Aufwand selbst herstellen.“

Gesagt, getan. Er zögerte nicht lang und setzte seine Idee in die Tat um. Im nächsten Baumarkt besorgte er sich Plexiglas, doppelseitiges Klebeband, Schaumstoff und Gummiband und dann bastelten Krämer, Lebensgefährtin Nicole sowie die beiden Töchter Lina und Paula drauf los. Schnell waren die ersten 500 Masken fertig, die auch direkt an den Baumarkt, Altenheime, einen Allgemeinmediziner, einen Kinderarzt und einen Pflegedienst ausgeliefert wurden. „Unterstützung gab‘s von der ersten Sekunde an vom Hagebaumarkt in Baunatal“, erzählt der Gudensberger, „dessen Marktleiter Gerd Zimmermann fand die Idee so toll, dass er uns direkt das Material für 10.000 Maske sponserte. Und eine Rundmail an die anderen Hagebaumärkte schrieb, mit der Bitte unsere Aktion ebenfalls zu unterstützen.“ Helfer, die Masken mitbauen würden, hat Krämer schon zahlreiche. Das liegt daran, dass seine Tochter Paula eine erfolgreiche Influencerin (wir berichteten hier) ist. Ihr folgen auf Instagram mehr als 400.000 Follower.

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„Und sie unterstützt das Projekt natürlich auch“, sagt Krämer, „daher haben wir schon rund 500 Menschen, die uns beim Masken bauen helfen wollen. Auch die Mitglieder aus meinem Baunataler Schwimmverein sind da mit dabei. Sogar die Verteilung wäre schon ein stückweit gesichert. Auch Minicar hat uns beispielsweise schon Unterstützung zugesagt. Woran es noch mangelt sind Sponsoren, die das Material finanzieren.“ Wenn alles optimal läuft, gibt es deutschlandweite Verteilerzentren und Produktionsstätten, um möglichst schnell sämtliche Altenheime, öffentliche Einrichtungen, Märkte und so weiter mit diesen Masken auszustatten. Krämer: „In der ersten Auslieferungswelle sind die Personen im Pflegedienst als Adressaten angedacht. Hier arbeiten zur Zeit circa 1.100.000 Personen, was bei einer Produktionsleistung von 100 Masken pro Tag und Helfer die Zahl von 11.000 Helfern notwendig macht, um diese an einem einzigen Tag zu realisieren.“

Und Krämer hat auch schon ausgerechnet, was dafür an Material benötigt wird: 60,5 Kilometer Plexiglas, 165 Kilometer doppelseitiges Klebeband, 165 Kilometer Schaumstoff, 770 Kilometer Gummiband.

Allerdings sagt Krämer: „Es muss jetzt schnell gehen, denn wir brauchen die Maske jetzt. Je eher wir viele Masken produzieren desto besser ist es.“ Wer Interesse hat, die Aktion zu unterstützen, findet alle Informationen (inklusive Kontaktdaten) auf der Homepage www.wirgebenschutz.de

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