25-jährige Neukirchenerin leitet Garten- und Landschaftsbauunternehmen

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Alles im Griff: Chefin Madeleine Bock führt das Geschäft nicht nur im Büro, auch das Bagger-Führerhaus gehört zu ihrem Arbeitsalltag.

Von ihrer Sorte gibt es nur wenige. Mit Engagement und frischen Ideen möchte sie ihr Unternehmen erfolgreich führen.

Neukirchen. Nicht mit dem goldenen Löffel im Mund, dafür aber mit einem grünen Daumen wurde Madeleine Bock geboren. Die Neukirchenerin entstammt einer Gärtnerfamilie. Diese Tradition wollte auch sie fortführen. „Nicht aus Zwang“, wie sie sagt, „sondern aus Passion.“ Jetzt führt die Neukirchenerin ihren eigenen Garten- und Landschaftsbaubetrieb – im zarten Alter von 25.

„Nach dem Abitur gab es kurzzeitig auch mal andere Pläne, die habe ich aber schnell wieder verworfen. So habe ich eine Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin im Betrieb meines Vaters gemacht“, erzählt Bock. Eine Entscheidung, die sie nicht bereut. Als Vater Hans-Jürgen aus gesundheitlichen Gründen gezwungen war, die Arbeit auf der Baustelle aufzugeben, hätten die Jungunternehmerin und ihre beiden Brüder André und Dominique vor der Entscheidung gestanden, das Geschäft weiterzuführen.

„Wir haben uns bewusst dafür entschieden. Alles zu verkaufen, das kam für uns nie in Frage“, betont Bock. Am 1. Januar 2018 folgte schließlich ein großer Schritt für die 25-Jährige: Anstatt den Betrieb weiterzuführen, gründete Bock ein eigenes Unternehmen am alten Standort des väterlichen Betriebs. Eine echte Mammutaufgabe, wenn man bedenkt, dass die Jungunternehmerin zu diesem Zeitpunkt noch mitten im Studium steckte. Im gut 400 Kilometer entfernten Weihenstephan studierte sie Landschaftsbau- und Management, im März dieses Jahres schloss sie erfolgreich mit dem Abschluss Bachelor of Engineering ab. Seitdem ist die Neukirchenerin nicht nur Vollzeit-Chefin im Büro, sondern auch auf der Baustelle.

Die 25-Jährige gibt die Richtung vor und packt selbst mit an, sei es bei der Akquise und Betreuung der Kunden oder eben auch im Baggerführerhaus. „Derzeit mache ich noch den Lkw-Führerschein für den 7,5 -Tonner“, erzählt Bock. Nur wenige Frauen würden in dieser Branche den Weg in die Selbstständigkeit wagen. Aus einem einfachen Grund: „Garten- und Landschaftsbau ist noch immer eine absolute Männerdomäne“, bedauert Bock, die derzeit mit Hochdruck daran arbeitet, den Betrieb digital auf den neuesten Stand zu bringen.

Mit dem Thema Digitalisierung hat sich die Neukirchenerin bereits in ihrer Abschlussarbeit ausgiebig befasst. Jetzt möchte sie in ihrem eigenen Betrieb die Theorie auch in die Praxis umsetzen. „Während des Studiums hatte ich die Gelegenheit, Praktika in Betrieben zu machen, die auf diesem Gebiet schon sehr gut aufgestellt sind. Vor allem möchte ich Büro und Baustelle stärker vernetzen“, erzählt Bock von ihren Plänen für die Zukunft.

In den kommenden Wochen werden die Gartenbau-Expertin und ihre Mitarbeiter vornehmlich in heimischen Gärten aktiv sein. „Ab Oktober stehen für uns Baumfällungen und das Zurückschneiden von Sträuchern auf dem Programm. Wir machen die Gärten für unsere Kunden winterfest“, sagt Bock, die sowohl private als auch gewerbliche und kommunale Kunden betreut.

Dabei gebe es ab und zu den einen oder anderen Ratschlag vom Vater – durchaus auch mal unaufgefordert. „Das kommt vor, aber ich kann mich durchsetzen“, betont die Jungunternehmerin und ergänzt: „Meine Eltern sind stolz und froh, dass ich mich für diesen Weg entschieden habe. Das bedeutet mir sehr viel.“

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