Altöl-Anschlag in Neukirchen: Maler bleibt auf Kosten sitzen

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Das ganze Ausmaß des Altöl-Anschlags: Am frühen Morgen des Karsamstags bot sich Jürgen Schnell dieser Anblick. Über eine Breite von fast 30 Metern hatten Vandalen gewütet. Seither denkt der Geschädigte darüber nach, wer den immensen Schaden angerichtet haben könnte. „Ich habe in den letzten Monaten mit niemandem Streit gehabt. Und Feinde sind mir erst recht keine bekannt“, sagt er rätselnd.

Nachdem Vandalen im November 2015 im Stadtteil Riebelsdorf erheblichen Schaden angerichtet hatten, schmierten Unbekannte nun ein Öl-Gemisch an die Fassade des Neukirchener Malerbetriebs Schnell. Die Tat hat weitreichende Folgen:

Neukirchen. Es ist der frühe Karsamstag. Jürgen Schnell aus Neukirchen ahnt nichts Böses, als ihn die Klingel seines Wohnhauses aus dem Schlaf reißt. Die Kriminalpolizei steht vor der Tür. Sie übermittelt schlechte Nachrichten: In der Nacht von Karfreitag auf Samstag haben Unbekannte ihr Unwesen auf dem Gelände von Schnells Malerbetrieb in der Neukirchener Straße „Am Leitebrunnen“ getrieben.

Mit einem Öl-Gemisch haben die Vandalen die gesamte Hausfassade beschmiert. Über eine Fläche von fast 30 Metern Breite und 3,50 Metern Höhe erstreckte sich die pechschwarze Tränke. Sie richtete schweren Schaden an. Denn die stinkende Flüssigkeit begann sofort, sich unter den Putz zu ziehen. Gut, dass Polizei, Feuerwehr, Jürgen Schnell und einige seiner Mitarbeiter zügig reagierten.

„Positiv ist, wie sehr man zusammenhält, um Schlimmeres zu verhindern“, sagt Jürgen Schnell. Der Malermeister lobt seine Mitarbeiter, Nachbarn und Freunde, die beim Beseitigen der Vandalismus-Schäden helfen. Eine von vielen Helferinnen ist Evi Steidl.

Ein Angestellter Schnells, der über den Geschäftsräumen wohnt, hatte die Schmiererei entdeckt, als er seine Frau gegen 6 Uhr an die Arbeit fahren wollte. Sofort alarmierte er Polizei und Feuerwehr. Als die Einsatzkräfte angerückt waren, begannen sie die Altölspuren, die sich auch über den Gehweg und die Straße vor dem Gebäude erstreckten, mit einem Spezialmittel abzubinden. Mit einem professionellen Heißdampf-Reiniger brachten Malermeister Jürgen Schnell und seine Mitarbeiter ein Öl-Lösemittel auf die Hausfassade auf. In Kassel besorgte Schnell eine Spezialfarbe, mit der er anschließend den vorbehandelten Putz überstrich. Der Malermeister hofft nun, dass durch das schnelle Abbinden, Anlaugen und Isolieren ein tiefes Eindringen des Öl-Gemischs in den Fassaden-Putz verhindert werden konnte.

Dennoch schätzt die Polizei den angerichteten Sachschaden auf rund 30.000 Euro. „Das ist eine realistische Einschätzung“, sagte Schnell wenige Tage nach der Tat gegenüber unserer Zeitung. „Es kann trotzdem sein, dass in ein paar Jahren der gesamte Putz abgetragen werden muss. Ein weiteres Ausbluten kann jetzt noch nicht ausgeschlossen werden“, so der Fachmann. Die Tat erinnert stark an einen ähnlichen Vorfall im benachbarten Riebelsdorf. Dort hatten Unbekannte im November 2015 das Privat- und Firmengebäude vom Autoservice Hartrumpf Marställer beschmiert. Auch damals berichtete unsere Zeitung.

Polizei sucht Zeugenhinweise

Wie schon in Riebelsdorf wird auch Jürgen Schnell aus Neukirchen auf den entstandenen Kosten sitzen bleiben. „Ich habe schon eine Absage durch meine Versicherung. Vandalismus-Schäden sind durch die Gebäudeversicherung nicht abgedeckt“, sagt Schnell. Der Malermeister hofft nun, dass die Täter der Polizei ins Netz gehen und zur Rechenschaft gezogen werden. Bis dahin arbeiten er und seine Mitarbeiter daran, die Fassade wieder ansehnlich zu gestalten: „Ich will den Verursachern den Anblick der verunreinigten Fassade nicht gönnen.“

Wer etwas gesehen hat oder sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich direkt an die Polizei Schwalmstadt zu wenden: Tel. 06691-9430.

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