801 Kilometer quer durchs Land: Gunter Lutzi besucht auf seiner Tour alle stationären Hospize in Hessen

Von der Pferdekutsche mit 2 PS ins BMW-Motorradgespann mit 85 PS: Harald Michel re.) und die Mitglieder der Motorrad-Freunde Marburger Land begleiteten Gunter Lutzi im Beiwagen) auf der Etappe von Marburg nach Gilserberg.
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Von der Pferdekutsche mit 2 PS ins BMW-Motorradgespann mit 85 PS: Harald Michel re.) und die Mitglieder der Motorrad-Freunde Marburger Land begleiteten Gunter Lutzi im Beiwagen) auf der Etappe von Marburg nach Gilserberg.

„1 Mann – 3 Wochen – 23 Hospize – 801 Kilometer“ Unter diesem Motto ist Gunter Lutzi seit Ende Juni durch ganz Hessen unterwegs, um Spenden für die Hospiz-Einrichtungen sammeln, aber auch Aufmerksamkeit für die Hospizarbeit verbreiten. Am Donnerstag machte der 64-Jährige Hospiz Kellerwald in Gilserberg Halt.

Gilserberg. Ein ungewohntes Bild bot sich am vergangenen Donnerstag Gästen und Mitarbeitern des Hospizs Kellerwald. Unzählige Biker mit ihren Maschinen machten auf dem Parkplatz der Einrichtung am Ortsrand von Gilserberg Halt. Mitten unter ihnen Gunter Lutzi. Mit seinem großen Wanderrucksack sieht der 64-Jährige gar nicht wie ein Biker aus. Das ist er auch nicht. Lutzis Leidenschaft ist das Wandern und ehrenamtliche Hospizarbeit. Seit vielen Jahren arbeitet er als ehrenamtlicher Helfer im Bensheimer Hospiz.

Beide Herzenssachen hat der Bibliser nun miteinander verknüpft. Unter dem Motto „1 Mann – 3 Wochen – 23 Hospize – 801 Kilometer“ hat sich Lutzi Ende Juni auf den Weg gemacht, um auf seiner Tour Quer durchs Land zu Fuß, per Oldtimer, Motorboot, Pferdekutsche oder eben im Motorradgespann alle stationären Hospize in ganz Hessen zu besuchen. Lutzi möchte mit seiner Tour Spenden für die Einrichtungen sammeln, aber auch Aufmerksamkeit für die Hospizarbeit verbreiten.

„Wir freuen uns sehr, dass Herr Lutzi mit seiner Wanderung quer durch Hessen das Thema Hospizarbeit in die Mitte rückt“, sagt Jörg Gonnermann, Geschäftsführer der Paritätische Projekte, zu der das Hospiz Kellerwald gehört. Zusammen mit Pflegedienstleitung Nicole Göllner, sowie Kai Krähling und Lothar Vestweber vom Förderverein des Hospizs begrüßte Gonnermann den Gast aus Südhessen im nordhessischen Hochland.

„Die Arbeit, die hier und in anderen Hospizen geleistet wird, ist sehr wichtig“, weiß Lutzi nicht nur aus eigener Erfahrung. „Die Menschen hier leben ihren Job.“ Ein Problem sei allerdings die Finanzierung der Hospizarbeit. Spenden seien dabei essenziell, so der 64-Jährige. In der Corona-Zeit falle das Spendensammeln allerdings besonders schwer, weil alle Aktionen in der Öffentlichkeit abgesagt werden mussten. Deshalb habe er sich auf den Weg gemacht, berichtet Lutzi mit einem Lächeln. Um Spenden zu sammeln, aber auch um auf die Arbeit der Hospize in der Öffentlichkeit aufmerksam zu machen.

Aus der Region für die Region: Apotheker Kai Kähling re.)überreichte Gunter Lutzi li.) eine Spende von 500 Euro - ein Überschuss aus den Einnahmen des von Kähling in Schwalmstadt betriebenen Corona-Testzentrums. Doch das Geld bleibt zur Freude von Kai Kähling und Hospiz-Geschäftsführer Jörg Gonnermann Mitte) in Gilserberg, denn Ziel der Spendentour, sei es dass alle Spenden, die vor Ort gesammelt werden, dem jeweiligen Hospiz zu Gute kommen, so Lutzi.

Die Idee zu seiner Tour durch Hessen sei ihm im vergangenen Jahr gekommen: „Ich habe ein Buch von einer Frau gelesen, die durch ganz Deutschland gelaufen ist“, sagt der 64-Jährige. Dies habe ihn sehr inspiriert. Zusammen mit Anika Frickel, die im Bensheimer Hospiz die ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter betreut, habe er dann die Tour geplant. „Ich laufe, sie koordiniert und hält mir den Rücken frei“, so Lutzi.

„Heute waren es rund 40 Kilometer“, resümiert der 64-Jährige. Erst mit einem Oldtimer , dann mit einer Pferdekutsche und anschließend im Motorradgespann ging es von Marburg über Kirchhain,Stadtallendorf, Neustadt und Schwalmstadt nach Gilserberg. „Morgen geht es dann weiter nach Frankenberg, dann wieder zu Fuß.“ Das Ziel für Freitag heißt Kassel, bevor es dann am Samstag wieder über Fulda gen Süden geht.

Alte Bekannte: Sebastian, Ronja und Fabienne Helmbrecht hatten Guter Lutzi bereits beim Stadt in Bensheim auf einem rund 17 Kilometer langen Stück seiner Tour begleitet. Jetzt kam die Familie, die in Sachsenhausen zuhause ist, am Hospiz Kellerwald vorbei, um dem 64-Jährigen ein Paket vom Bensheimer Hospiz sowie eine Ahle Wurst als Proviant für den weiteren Weg zu überreichen.

Weitere Informationen über Gunter Lutzis Tour und Spendenmöglichkeiten gibt es auf der Webseite des Hospiz-Vereins Bergstraße.

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