Ärztehaus in Schwarzenborn offiziell eingeweiht

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Die Entwicklung der Infrastruktur in Schwarzenborn schreitet voran. In der kleinsten Stadt Hessens wurde nun ein neues Gesundheitszentrum mit integriertem Bankbetrieb eingeweiht. Zur Eröffnung des neuen Ärztehauses kamen bekannte Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

Schwarzenborn. Die Entwicklung der Infrastruktur in Schwarzenborn schreitet weiter fort. Nachdem der selbst initiierte Nahversorgungsmarkt bereits auf fünf erfolgreiche Jahre zurückblicken kann, wurde vergangenen Samstag das Gesundheitszentrum mit integriertem Bankbetrieb eingeweiht.

„Heute ist ein guter Tag für Schwarzenborn“, freute sich Bürgermeister Jürgen Liebermann beim offiziellen Empfang, zudem sich die künftigen Nutzer der Einrichtung, Vertreter aus Wirtschaft und Politik, aber vor allem zahlreiche Schwarzenbörner im Gemeinschaftsraum versammelt hatten.

„Noch sind wir nicht am Ziel“, betonte er, „aber ich hoffe, dass wir bis Mitte 2018 die Zulassung der kassenärztlichen Vereinigung als kommunal geführtes medizinisches Versorgungszentrum erhalten“, zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich. „Ich danke allen, die mitgedacht, mitgemacht und mitgefiebert haben“, sagte er, sein besonderer Dank galt Jürgen Kaufmann.

„Er hatte den Mut, das Projekt anzustoßen und auf den Weg zu bringen“, beschrieb er das Engagement seines Vorgängers. Darüber hinaus nannte er Armin Heß, der als Erster Stadtrat das Vorhaben maßgeblich begleitet habe, sowie Dr. Edgar Franke (MdB), der als Vorsitzender des Gesundheitsausschusses die Weichen in Berlin gestellt habe. „Dies ist ein Modellprojekt für den Schwalm-Eder-Kreis und darüber hinaus“, machte Franke deutlich, „so etwas funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen“, unterstrich er die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Erster Kreisbeigeordneter Jürgen Kaufmann nahm die Landespolitik in die Pflicht, „hier sind noch zu viele Widersprüche zwischen einzelnen Ressorts“, kritisierte er. „Wir brauchen vor Ort andere Möglichkeiten, da muss man eben mal neue Wege gehen“, so Kaufmann weiter und forderte auch von der Kommunalpolitik ein Umdenken.

Architekt Thomas Schäfer gab einen Einblick in das eigentliche Bauprojekt, „20 Firmen haben das Gebäude innerhalb von achteinhalb Monaten fertiggestellt“, beschrieb er die gute Kooperation, „und bei den veranschlagten Kosten gibt es vermutlich eine Punktlandung“, fügte er freudig hinzu.

Eine Millionen Euro hat der Neubau gekostet, davon kommt ein Fünftel direkt aus der Stadtkasse, 600.000 Euro werden durch Bankkredite finanziert und weitere 200.000 Euro sind Fördermittel vom Land. Letztere gibt es allerdings nur, wenn die Einrichtung als kommunales MVZ geführt wird – das heißt, die Stadt ist der Betreiber und die Ärzte sind dort angestellt.

Seit Mai kümmert sich Physiotherapeutin Melanie Geist in den modern eingerichteten Behandlungsräumen um ihre Patienten. Sie teilt sich das Obergeschoss mit Pflegedienstleiter Oliver Weiß, der für die Station Schwarzenborn der Lanos Care GmbH zuständig ist. Ebenso lang betreibt Allgemeinmediziner Werner Nelde schon seine Praxis im Erdgeschoss.

Mit Lena Itzenhäuser kommt nun noch eine Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe hinzu und ergänzt das Angebot des Gesundheitszentrums. Bis zur endgültigen Zulassung als MVZ betreiben die beiden selbständigen Ärzte eine Praxisgemeinschaft, die sich unter anderem den Empfang teilt. Nach der offiziellen Einweihung nutzen viele Gäste den Tag der offenen Tür, um sich einen Eindruck von der Einrichtung zu machen.

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