Ausstellung bei Hephata in Treysa erinnert an Luthers 95 Thesen

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Die Tür des „Kaminabends“: Hephata-Gemeindepfarrerin Annette Hestermann (l.) und Gertrud Bohnert trugen mit Gleichgesinnten für ihre Tür Negatives für außerhalb und Positives für innerhalb der geöffneten Tür zusammen.

Türen kann man nicht nur öffnen oder verschließen - sie bilden auch tolle Kunstobjekte. Das zeigt die aktuelle Ausstellung "Türen öffnen, Gerechtigkeit leben".

Treysa. Offene Türen als sichtbares Zeichen von Gerechtigkeit: 26 Gruppen und Einzelpersonen haben sich auf Anregung der Hephata Diakonie an der bundesweiten Aktion „Türen öffnen, Gerechtigkeit leben“ beteiligt. Damit erinnert die Diakonie an die 95 Thesen, die Luther vor 500 Jahren an eine Tür anschlug und damit die Reformation einleitete.

„Die Aktion passt sehr gut zu Hephata, was übersetzt ‘öffne dich’ heißt“, sagte Hephata-Vorstandssprecher Maik Dietrich-Gibhardt anlässlich der Ausstellungseröffnung im Beisein vieler Gäste im Atrium des Hephata-Gesundheitszentrums. „Offene Türen für Menschen in all ihrer Vielfalt sind uns wichtig.“ Türen symbolisierten den Zugang zur Teilhabe am Leben, so Hephata-Gemeindepfarrerin Annette Hestermann, unter deren Federführung die Ausstellung entstand.

„Gerechte Lebensverhältnisse sind für ein friedliches Zusammenleben unverzichtbar“, so Hestermann. Die unterschiedlichen Türen stellen jede für sich ein Kunstwerk dar, jede ein Unikat. „Tu Dich auf: Teilhabe statt Ausgrenzung“ lautet der Titel der von Workshop-Teilnehmenden des Ateliers Farbenhaus gestalteten Tür.

Der Diakonieladen „allerhand“, der Frauenkreis Ascherode-Treysa und auch die inklusive Gruppe „Kaminabend“ haben sich an dem Projekt beteiligt. Schüler der Hermann-Schuchardt-Schule in Treysa sowie der Melanchthon-Schule Steinatal, die bereits seit sechs Jahren mit einer Sommerwerkstatt kooperieren, gestalteten gemeinsam eine Tür.

Andere, wie die beeindruckend vielschichtige Tür zum Thema Gerechtigkeit von Mohammed „Farhan“ Abdellatif oder die kleinformatige Holztür von Michaela T. Spellerberg, entstanden als Kunstwerk aus einer Hand. „Im Spiel sind alle Menschen gleich“, so Spellerberg zu ihrer mit „Spielball“ betitelten alten Ladeluken-Tür, auf deren Rückseite sich jedoch noch ein alter Riegel befindet – auch der gehört zum Kunstwerk.

Mit Luthers Worten hat sich die Diakonische Gemeinschaft Hephatas auseinandergesetzt. „Wir haben uns gefragt, was Luther für Frauen gemacht hat“, so Inge Fleschenberg und Inge Wickert. „Da kamen wir schnell auf das Thema Bildung“.

Die nach der Idee des Hephata-Ateliers Farbenhaus entstandene Türenschau lädt die Besucher zum Staunen, Nachdenken und zum Mitmachen ein. Im Zentrum der Schau steht eine alte Tür der Hephata-Kirche, an die Besucher ihre eigenen Thesen anschlagen können für das, was ihnen wichtig ist.

Umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von Hephata-Kantorin Dorothea Grebe am Klavier sowie der Theaterwerkstatt „Black Box“, die unter der Leitung von Olga Waldt und Stephan Gladigau das eigens erarbeitete Stück „Türen des Lebens“ zeigte – und für einen anregend-amüsanten Auftakt der überaus sehenswerten Ausstellung sorgte. Die Ausstellung läuft noch bis Dienstag, 31. Oktober. Geöffnet ist sie montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr.

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