Ausstellung zum Zweiten Weltkrieg in der Schwalm in Ziegenhain

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Geschichte zum Anfassen: Dr. Simone de Santiago Ramos hat ein sogenanntes „Russenbrot“ für die Ausstellung gebacken.

Im Museum der Schwalm können die Besucher beispielsweise Interviews mit Zeitzeugen aus der Region lesen.

Ziegenhain. Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg mit dem deutschen Einmarsch in Polen. So beginnt auch die dazugehörige Ausstellung „Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 und die Schwalm“ im Museum der Schwalm in Ziegenhain. Die Besucher müssen an einer symbolischen Grenze vorbei und betreten damit eine Zeit, in der Verfolgung, Angst und Ungewissheit den Alltag der Menschen beeinflussten.

Museumsleiterin Dr. Simone de Santiago Ramos und ihrem Team ist es gelungen, ausgewählte Facetten des Zweiten Weltkrieges darzustellen und dabei den Bezug zur Schwalm zu finden. „Es ist unmöglich, den ganzen Weltkrieg in diesen Ausstellungsraum zu bringen. Deshalb haben wir selbst Schwerpunkte gesetzt und bewusst den Fokus nicht darauf gelegt, was man beispielsweise in Trutzhain sehen kann“, erklärt de Santiago Ramos. Ein kleiner Auszug aus der Judenverfolgung und dem Alltag in einem Konzentrationslager ist in der Ausstellung trotzdem zu sehen. Auch eine Liste von Schwälmer Juden, die politisch verfolgt wurden hängt aus, ebenso eine, auf der sich Namen Merzhäuser Juden befinden, die während des Zweiten Weltkrieges ums Leben gekommen sind.

Des Weiteren gibt es viele Fotos, die Soldaten in Schwalmstadt zeigen und andere Kriegserinnerungen aus der Schwalm dokumentieren. Außerdem hat de Santiago Ramos einen Fokus auf diejenigen gelegt, die zu Hause bleiben mussten. Als Beispiel wählte sie die Wasenbergerin Anna Katharina Staufenberg, die als Rotkreuz-Schwester im Einsatz in Russland war. Eine weitere Besonderheit sind Interviews mit Zeitzeugen aus der Schwalm, die de Santiago Ramos selbst geführt hat. Sie berichten von ihren Erinnerungen und Wahrnehmungen. Auch Briefe von Schwälmer Kriegsgefangenen an deren Verwandte sind Teil der Ausstellung.

Darüber hinaus ist ein typisches Wohnzimmer aufgebaut, mit Verdunkelungen und anderen Details, die den Kriegsalltag darstellen. Die Besucher erfahren außerdem, mit welchen Mitteln die Menschen Rohstoffe eingespart haben. De Santiago Ramos hat zur Anschauung ein sogenanntes Russenbrot gebacken, das als Ersatz für ein vollwertiges Brot dienen sollte. Das bestand aus Roggenschrot, geschnitzelten Zuckerrüben, Zell- oder Strohmehl sowie Laub. „Auf den ersten Blick sieht es wie ganz normales Brot aus, aber bei genauerer Betrachtung kann man das Laub und die Sägespäne erkennen“, sagt die Museumsleiterin.

Die Ausstellung kann bis 6. Oktober immer dienstags bis sonntags und feiertags zwischen 14 und 17 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt kostet fünf Euro.

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