Axel Keil kämpft gegen Kampfhund-Klischee: Radtour nach Köln

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Axel Keil aus Treysa und seine Bullterrier-Dame Lisa gedenken getöteten Listen-Hunden in Köln.

Treysa. Die grausamen Bilder, die Axel Keil in  einem brutalen Internetvideo gesehen hat, gehen ihm seit mehr als einem Jahr nicht mehr aus dem Kopf: Drei chinesische Polizisten prügeln mit Schlagstöcken auf einen harmlosen, weißen Bullterrier ein. Blut strömt aus der Schnauze des Tieres. Es liegt am Boden. Stirbt.

"Als ich das Video im Internet auf Facebook gesehen habe, ist es mir ganz anders geworden. Da war blanke Wut in mir, aber auch Hilflosigkeit", sagte Keil vor rund einem Jahr gegenüber unserer Zeitung. Der 49-Jährige ist selbst Hunde-Besitzer. Die elfjährige Bullterrier-Dame Lisa ist seit zehn Jahren stete Begleiterin an Keils Seite und dessen beste Freundin. Gemeinsam räumen beide mit dem Klischee des gemeingefährlichen Kampfhundes auf. "Kein Tier ist von Natur aus aggressiv. Meist haben wir Menschen Schuld am schlechten Verhalten von Hunden. Ihre Rasse spielt da keine Rolle", stellt Keil klar.

Er und Lisa machten sich im vergangenen Jahr auf den Weg nach Köln. Zu Fuß marschierte das eingespielte Team stolze 211 Kilometer bis zum Ziel, den Kölner Dom. Dort nahmen Axel Keil und Lisa an einer Gedenkveranstaltung für alle weltweit getöteten Listen-Hunde teil. "Während meines Gedenk-Runs habe ich etliche Menschen kennengelernt und eine Menge Respekt erfahren", erinnert sich Keil heute. Kein Wunder also, dass er seine Erfahrungen wiederholen wird. Am 6. Juli macht sich das Mensch-Hund-Gespann wieder auf den Weg nach Köln – diesmal mit Fahrrad. Rund 50 Kilometer will Keil täglich strampeln, um nach fünf Tagen ans Ziel zu gelangen. Warum die beiden nicht einfach mit dem Zug zur Gedenkveranstaltung reisen? "Ich muss einfach etwas tun, um das Video zu verarbeiten", sagt der Treysaer.

Und so packt er die nötigsten Sachen zusammen: Ein Zelt, Klamotten, etwas Proviant und natürlich Lisa. Die nimmt bequem Platz im Fahrrad-Anhänger. Während des Trips wird Keil zum Camper, der sich in wilden Bächen wäscht. Entlang seiner Route wird er viele interessante Gespräche führen. Er wird fragenden Menschen erklären, was er vorhat, wohin er fährt. Viele von ihnen werden Lisa streicheln, ein gemeinsames Foto schießen und die Erfahrung machen, dass die Bullterrier-Dame alles andere als gefährlich ist.

Wer will mitfahren?

Wer Interesse hat, sich Axel Keil und seiner Hündin Lisa anzuschließen oder zumindest einen Abschnitt der Strecke mitzufahren, der kann sich direkt bei Axel Keil unter Tel. 06691-9429300 melden.

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