VR Bank HessenLand wählt Aufsichtsrat und erschließt neue Geschäftsfelder

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Die Protagonisten der Vertreterversammlung (v.l.): Matthias Knöppler (stellv. Aufsichtsratsvorsitzender), Ralph Kehl (Vorstandsmitglied), Iris Trier (neu gewähltes Aufsichtsratsmitglied), Helmut Euler (Vorstandsvorsitzender), Heinrich Conrad (verabschiedetes Aufsichtsratsmitglied), Werner Braun (Vorstandsmitglied), Dr. Arno Wettlaufer (Aufsichtsratsvorsitzender).

Viel zu berichten hat die VR Bank HessenLand. Sie wählte vor Kurzem einen neuen Aufsichtsrat, änderte ihre Satzung und will nun neue Geschäftsfelder erschließen.

Schwalm-Eder. 500 Besucher überzeugten sich vor Kurzem bei der Vertreterversammlung der VR Bank HessenLand vom zufriedenstellenden Geschäftsverlauf der Bank sowie den überdurchschnittlich guten wirtschaftlichen Verhältnissen. Die Mitglieder stimmten der Satzungsänderung zu. Die Bank kann jetzt weitere Geschäftsfelder entwickeln.

Der neue Aufsichtsratsvorsitzende, Verwaltungsjurist Dr. Wettlaufer, führte durch die 158. Vertreterversammlung. „Nach der Finanzmarktkrise 2008 hat es der Finanzdienstleistungssektor mit zwei gravierenden politischen Einflussfaktoren zu tun, die – neben dem großen Trend der Digitalisierung – die Bankenwelt im nächsten Jahrzehnt heftiger verändern werden als je zuvor“, so die Überzeugung des Vorstandsvorsitzenden Helmut Euler.

Zum einen würden die globalen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingen keine grundlegende Abkehr der Europäischen Zentralbank von der Niedrigzinspolitik ermöglichen. Dies führe in der Branche zu deutlich sinkenden Ergebnissen. Demgegenüber stünden Gesetzesänderungen, wonach die Banken in den nächsten Jahren erheblich mehr Eigenkapital vorhalten müssen, obwohl bei unveränderten Strukturen weniger verdient würde.

„Einer Bank, die nicht bereits heute über eine hohe Stärke verfügt und die eine zu geringe Anpassungsfähigkeit aufweist, wird es schwerfallen, diesen ,Schereneffekt’ auszuhalten.“ Der Digitalisierungstrend bietet nach Ansicht von Euler für eine Bank im ländlichen Raum mehr Chancen als Risiken. „Wir tun alles, um unsere internen Strukturen zukunftsgerecht und im Sinne der Kunden einfach, bequem und sicher weiterzuentwickeln.“

Zufrieden blickt der Vorstand auf das gute Wachstum im Kredit- und Einlagenbereich sowie im Dienstleistungsgeschäft, wonach das gesamte Kundenvolumen um 5 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro anstieg. Das versteuerte Eigenkapital erhöhte sich nach Abzug von Steuerzahlungen von vier Millionen Euro um zehn Millionen Euro auf insgesamt 154 Millionen Euro. Mit einer überdurchschnittlichen Gesamtkapitalquote von 20,8 Prozent bzw. Kernkapitalquote von 16,6 Prozent sieht sich die Bank für die Zukunft gut gerüstet. Im aktuellen Ranking zur Aufwands-Ertrags-Relation belegt die VR Bank nach den Ausführungen des Vorstandes mit einer Kennziffer von 58 Prozent vordere Plätze. Damit diese gute Zukunftsfähigkeit erhalten bleibt, müsse die ein oder andere Hausaufgabe erfüllt werden.

Hierzu erläuterte Vorstandsmitglied Werner Braun die vorgeschlagenen Satzungsänderungen, denen die Vertreter mit 97 Prozent zustimmten. So will die Bank durch Immobilieninvestitionen von 50 Millionen Euro schwindenden Zinserträgen durch stabilere Miet- und Pachterträge begegnen. In diesem Zusammenhang steht auch die vor Kurzem gegründete Wigbert Hill Hausverwaltung GmbH. Weiterhin will die Bank als Minderheitsgesellschafter gemeinsame Interessen mit Kunden verfolgen.

Mit dem innovativen Unternehmen RKH Module GmbH, Neukirchen, das mobile Häuser herstellt, habe man einen ersten Schritt vollzogen. Darüber hinaus verfolgt die Bank die Idee als IT-Service-Dienstleister für Privat- und Firmenkunden tätig zu werden. Die immer stärkere Cyberkriminalität zeige Handlungsbedarf. Die Vertreter stimmten weiterhin einer unveränderten Dividende von 4 Prozent für die 40.410 Mitglieder zu. Auf dem Programm standen dann auch noch Aufsichtsratswahlen.

Sieben Aufsichtsräte wurden erneut gewählt. Matthias Knöppler aus Neukirchen, Arnd Rüger aus Eudorf, Norbert Schäfer aus Lingelbach, Lothar Schmidt aus Udenhausen, Dr. Constantin H. Schmitt aus Ziegenhain, Sascha Schneider aus Bracht und Dr. Arno Wettlaufer aus Lingelbach. Nach 24-jähriger Tätigkeit schied Heinrich Conrad altersbedingt aus dem Aufsichtsrat aus. Für seine langjährigen Verdienste wurde er geehrt und erhielt als Auszeichnung die silberne Ehrennadel des Genossenschaftsverbandes. Auf ihn folgt nun Iris Trier au Erksdorf.

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