Brühtrog-Rennen in Zella: Rotkäppchen gehen in der Schwalm baden

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Die beiden Rotkäppchen Johanna Staller und Lea Pfalzgraf aus Nausis schieben den gekenterten Brühtrog flussaufwärts – das führt zur Disqualifikation aus der Rennwertung. Fotos: Köster

Beim Brühtrog-Rennen während der Kirmes in Willingshausen-Zella gehen zwei Rotkäppchen in der Schwalm baden.

Zella. Über dreißig Grad im Schatten forderten am Sonntagnachmittag eine Abkühlung, zumindest die Teilnehmer des Brühtrog-Rennens in Zella fanden diese im Wasser der Schwalm. 20 Teams hatten sich zum alljährlichen Spektakel auf dem Fluss angemeldet, darunter so klangvolle Namen wie "Chefins Lieblinge", "Die Hektarbräute" oder "Schönborn macht sexy". Durch das Programm führten diesmal zwei "Ärzte", Jan-Henrik Ebers und Harry Knauf moderierten vor etwa 700 Zuschauern im Chirurgen-Outfit. Vor jedem Start platzierten sich jeweils zwei Zweierteams mit den hölzernen Schwimmkisten auf der Rampe unterhalb des Fußgängerstegs, dann kam das Startsignal und das Schicksal nahm seinen Lauf.

Erfahrene Brühtrog-Kapitäne lehnten sich weit nach hinten, um beim Eintauchen in die Schwalm möglichst wenig Wasser über den Bug schwappen zu lassen. Im richtigen Moment musste das Duo jedoch seinen Schwerpunkt wieder nach vorn verlagern, damit das schwankende Boot nicht über das Heck volläuft. Rekordverdächtig waren die Gäste aus Dautphetal, die unmittelbar hinter der Rampe versanken – ganz zur Belustigung des Publikums, dass sich schadenfroh an beiden Ufern vergnügte.

Sportlicher Ehrgeiz war meist zweitrangig, die Gaudi stand bei dieser maritimen Veranstaltung im Vordergrund. Kräuterschnapsangeln, durch einen Reifen steigen, Slalom fahren und Dosenwerfen waren die Disziplinen, die während der Fahrt absolviert werden mussten. Flussaufwärts rückte schließlich die Zielglocke ins Visier, erst wenn diese mit dem Paddel geschlagen wurde, stoppte die Zeit. Neben der reinen Rennwertung konnten die Teams auch mit außergewöhnlichen Verkleidungen punkten – Favoriten waren sicherlich Johanna Staller und Lea Pfalzgraf aus Nausis.

In Schwälmer Tracht schipperten sie über das Wasser, elegant überwanden sie die Hindernisse und gingen dabei aber gleich mehrmals baden. Weil sie ihren vollgelaufenen Brühtrog auf dem Rückweg schoben, wurden sie zwar vom Rennen disqualifiziert, aber in der Köstümwertung lagen sie ganz weit vorn.Die wenigen, die es ohne Kentern schafften, sprangen spätestens beim Schlagen der Glocke ins kühle Nass.

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