Bürgermeisterwahl: Christoph Wahl tritt für die PARTEI Ottrau an

Wollen eine andere Kommunalpolitik in Ottrau betreiben (v.l.): Marius Schäfer, Christoph Wahl und Jonathan Völker von der PARTEI Ottrau. Foto: Landzettel

Im September gründete Christoph Wahl aus Ottrau einen Ortsverband der PARTEI. Bei der bevorstehenden Bürgermeisterwahl tritt er als Kandidat an.

Ottrau. Muss denn Politik immer so bierernst sein? Diese Frage stellte sich auch Christoph Wahl aus Ottrau Mitte des vergangenen Jahres. Als der 30-Jährige beschloss, sich politisch in seiner Heimatkommune engagieren zu wollen, passte einfach keine der in Ottrau etablierten Parteien zu ihm und seinen Vorstellungen von kommunalpolitischen Inhalten.

Und Wahl wird aktiv: Es ist der 30. September 2016, als er gemeinsam mit Daniel Mai und Sven Fügert den Ottrauer Ortsverband der PARTEI (siehe EXTRA-INFO) gründet. "Wir wollten in die Kommunalpolitik einsteigen, aber mit den vertretenen Parteien konnten wir uns nicht identifizieren. Wir möchten Politik mit Mitteln der Satire und Humor machen, der leider ein bisschen fehlt auf dem kalten Dorf", erklärt Wahl, der  Vorsitzender des Ortsverbandes ist.

Bisher zählt die Partei sieben Mitglieder. Einmal pro Monat treffen sie sich zum Stammtisch in "Rita’s Welt", zu dem auch interessierte Bürger eingeladen sind. "Wir stehen noch am Anfang, aber viele sprechen uns an und finden es gut, dass wir frischen Wind nach Ottrau bringen wollen ", sagt Wahl. Die Mitglieder des neuen Ortsverbands wollen keine Zeit verlieren und stellen mit ihrem Vorsitzenden einen Bürgermeisterkandidaten für die Wahl am 12. März. "Die Ottrauer Politik war während der vergangenen Jahre zu einseitig. Wir wollen diejenigen ansprechen, die bisher nicht erreicht werden konnten und mit Humor ernsthafte Themen angehen", erklärt der 30-Jährige.

Ein zehn Punkte umfassendes Programm haben sie bereits aufgestellt. Doch nicht alle sind Wahl und seinen Kollegen positiv gestimmt. Vor allem Mitglieder anderer Ottrauer Parteien zeigen wenig Verständnis. "Viele haben nach unserer Gründung sogar aggressiv reagiert. Vielleicht sind sie auch beleidigt und sehen unsere Partei als Scherz an", erklärt Wahl.

Ihnen sei besonders die Gemeinschaft Ottraus wichtig. "Wir wollen alle wieder mehr zusammenführen und die Kommunikation stärken. Auch über die Partei hinaus", sagt der PARTEI-Vorsitzende. Wie ernsthaft lustig die PARTEI Ottrau das angehen möchte, zeigen Bespiele aus ihrem Programm. So sieht diese vor, den ungenutzten Brunnen auf dem Vorplatz des Rathauses in einen Bierbrunnen umzugestalten. "Ottrau ist nicht umsonst als das ‘kleine Trinkerdörfchen am Rande der Schwalm’ bekannt. So wird der Dorfplatz wieder zum Leben erweckt und der Tourismus angekurbelt", erklärt Wahl.

Außerdem wollen sie die Straße "In der Otter" als TÜV-Teststrecke zur Verfügung stellen. "Dort gibt es viele Schlaglöcher, die optimal als Test für Stoßdämpfer genutzt werden können." Neben all der Satire erhoffen sich Wahl und seine Parteigenossen aber vor allem, etwas zu bewirken. "Unsere Wähler müssen natürlich Spaß verstehen. Sie sollen aber auch wissen, dass wir ernsthaft etwas verändern möchten."

+++ Extra Info +++

Die PARTEI

Die "Partei  für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative" (Die PARTEI) wurde 2004 von Martin Sonneborn, Mitherausgeber des Satiremagazins "Titanic", gegründet. Neben dem Kreisverband Schwalm-Eder gibt es in unserer Region in Treysa sowie Oberaula einen Ortsverband.Quelle: www.bpb.de / www.die-partei.de

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