Bundesweiter Vorlesetag: Finanzminister Schäfer zu Gast in der Kita "Auf der Baus" in Treysa

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Gebanntes Lauschen im Snoezelen-Raum: Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (2. v.l.) liest den Kindern der Kita „Auf der Baus“ vor.

Zum 14. bundesweiten Vorlesetag kam Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer nach Treysa. In der Kita "Auf der Baus" las er aus dem Kinderbuch "Der Riese Knurr" vor. 

Hohen Besuch konnten die Kinder der Kindertagesstätte (Kita) „Auf der Baus“ in Treysa am Freitagmorgen begrüßen. Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer war zu Gast. Grund für den prominenten Besuch war der 14. bundesweite Vorlesetag, den die Stiftung Lesen, die Wochenzeitung „Die Zeit“ und die Deutsche Bahn Stiftung veranstalteten.

Erneut dabei waren die Mitglieder der hessischen Landesregierung. Gespannt warteten die Kinder des Evangelischen Kindergartens auf Schäfer, der pünktlich um 9 Uhr von seinem Chauffeur im schwarzen Audi vorgefahren wurde. Als Schäfer in den Flur trat und die Eingangstür zur Kita hinter sich schloss, schien er seinen Arbeitsalltag für zwei Stunden hinter sich zu lassen. Die aufgeweckten, pfiffigen Kinder im Alter von null bis sechs Jahren entschleunigten den sichtbar entspannten Spitzenpolitiker.

„Es ist einfach schön zu merken, wie konzentriert die Kinder zuhören“, sagte Schäfer, nachdem er in verschiedenen Gruppen aus dem Buch „Der Riese Knurr“ von Heinz Janisch und Astrid Henn vorgelesen hatte. „Bücher helfen uns, die Welt besser zu verstehen. Wer liest oder wem vorgelesen wird, der entwickelt auch ein gutes Gespür für Sprache. Und mal abgesehen davon: Lesen macht einfach Spaß“, brachte es Schäfer auf den Punkt. Auch seine persönlichen Romanhelden aus Kindertagen verriet der Finanzminister seinen jungen Zuhörern: „Die Geschichten über Winnetou und Old Shatterhand fand ich als Kind ganz toll.“

Doch bevor Schäfer überhaupt zum Buch griff, ließ er sich von vier Kindern durch die Einrichtung führen. „Das haben die Kleinen sehr gut gemacht. Wir Großen hätten das nicht besser hinbekommen“, sagte Kita-Leiterin Mechthild Suchanek nicht ohne Stolz. Nach dem Lesen folgte ein gemeinsames Essen, das zugleich Ausklang des Vorlesetages war. Ein großes Buffet im Flur der Kita hatte für noch weitaus größere Augen bei den Kindern gesorgt. „Es ist der schönste Termin im Jahr“, versicherte Schäfer. Je weiter man nach Nordhessen vordringe, desto besser werde die kulinarische Versorgung, scherzte er.

„Aber im Ernst: Es ist schon ein schöner Zufall, dass ich hier lesen durfte. Immerhin habe ich in Treysa große Teile meiner Kindheit verbracht. Am Spielplatz in der Parkstraße habe ich immer getobt, wenn wir früher Verwandte besucht haben“, erinnerte sich Schäfer. Ein kleines Geschenk hatte der Finanzminister auch noch im Gepäck: Er überreichte den Betreuern einen Scheck in Höhe von 100 Euro. „Damit lassen sich bestimmt einige schöne Bücher anschaffen“, sagte er. Und zu seiner Verabschiedung ließen die Kinder noch einmal ihren Charme spielen. „Dürfen wir Ihnen noch etwas anbieten“, fragten einige von ihnen fürsorglich. Der prominente Besucher lehnte dankend ab, verabschiedete sich mit einem entspannten Lächeln und fuhr wieder hinaus in Richtung Arbeitsalltag als hessischer Finanzminister.

EXTRA-INFO: Warum ist Vorlesen so wichtig?

Die Sprache ist eine unserer wichtigsten Ausdrucksmittel. Der Erwerb der Sprache ist ein aktiver Prozess, bei dem Kinder jedoch auf Anregung aus ihrer Umwelt angewiesen sind. Besonders in Kindertagesstätten ist es wichtig, dass Neugierde und Freude am Sprechen geweckt werden. Insgesamt 895 Kinderbücher und Sprachkarten hat die Bücherei der evangelischen Kindertagesstätte „Auf der Baus“ vorrätig. Damit sollen die Kinder in ihrer Sprachentwicklung, Kreativität und Phantasie gefördert und unterstützt werden.

„Weiterhin werden durch das Vorlesen Empathie, Konzentration, Phantasie oder Wissensvermittlung angeregt und gefördert“, erklärt Kita-Leiterin Mechthild Suchanek. Die Kinder haben somit die Möglichkeit, sich mit Figuren zu identifizieren und sich im magischen oder imaginären Denken auszuprobieren. „Mit der Möglichkeit, Bücher und Schriftkultur in verschiedenen Darbieteungen kennenzulernen und sich auch auszuleihen, möchten wir über den Kindertagesstättenalltag hinaus das Interesse und die Freude an Büchern, die Sprachanbahnung- und Förderung des Kindes unterstützen“, erklärt Suchanek.

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