Christoph Wahl will nicht mehr Bürgermeister in Ottrau werden

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Er will jetzt doch nicht mehr Bürgermeister in Ottrau werden: Christoph Wahl (die PARTEI).

Paukenschlag kurz vor der Bürgermeisterwahl in Ottrau: Christoph Wahl (die PARTEI) will seine Kandidatur zurücknehmen. Er darf aber nicht.

Ottrau. Nur drei Wochen vor der Bürgermeisterwahl in Ottrau sorgt einer von drei Kandidaten für einen Paukenschlag: Christoph Wahl (Die PARTEI) will nicht mehr ins Rathaus einziehen. Der 30-Jährige ist somit keine Wahl mehr. Und irgendwie auch doch noch. Aber der Reihe nach:

Als lokalo24.de sich mit den drei Kandidaten um das Amt des künftigen Verwaltungschefs treffen möchte und bereits Interview-Termine mit Norbert Miltz (parteilos) und Matthias Wettlaufer (CDU) vereinbart hat, erklärt Christoph Wahl am Telefon: „Ich werde meine Kandidatur zurücknehmen. Und zwar aus privaten Gründen. Ich werde wohl aus Ottrau wegziehen müssen. Jetzt kann ich mich nicht auf den Wahlkampf konzentrieren, nicht mit positiver Energie rangehen.“

Zur Erinnerung: Christoph Wahl entschied sich Ende September, zusammen mit Daniel Mai und Sven Fügert, einen Ortsverband der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (kurz: Die PARTEI) zu gründen und auch gleich als Bürgermeisterkandidat anzutreten (wir berichteten hier über die PARTEI in Ottrau und ihren Vorsitzenden Christoph Wahl). „Wir möchten Politik mit Mitteln der Satire und Humor machen, der leider ein bisschen fehlt auf dem kalten Dorf“, hatte Wahl unserer Zeitung gesagt.

Für einen Rückzug ist es schon zu spät

Jetzt allerdings nimmt er Abstand vom „frischen Wind“, den er in die Gemeinde bringen wollte – zumindest als potentieller neuer Bürgermeister. Doch ganz so leicht, wie Wahl sich die Annullierung seiner Kandidatur vorstellt, ist sie nicht.

Wir sprachen mit Wahlleiterin Nicole Hollmann. „Die Kandidatur kann er nicht mehr zurücknehmen. Es handelt sich um einen bereits zugelassenen Wahlvorschlag“, erklärt sie. Längst seien schon die Stimmzettel gedruckt. Sogar erste Stimmen aus der Briefwahl seien bereits eingetroffen. „An dem Wahlverfahren ist jetzt nichts mehr zu ändern“, stellt Hollmann klar.

Wahl muss auf wenige Stimmen hoffen

Also muss Wahl zur Wahl stehen – wenn auch unfreiwillig. Und so bleibt dem 30-Jährigen lediglich die Möglichkeit, die Bevölkerung darüber zu informieren, dass er gar nicht mehr Bürgermeister werden möchte. So bizarr es klingen mag: Wahl muss hoffen, die wenigsten aller am Ende abgegebenen Stimmen zu bekommen. Sein Name auf den Stimmzetteln hat jedenfalls Bestand.

Was aber, wenn der Ortsverbands-Vorsitzende der PARTEI die Wahl am Ende sogar gewinnen sollte? „Dann hat er noch die Möglichkeit, die Wahl nicht anzunehmen“, sagt Hollmann. Dass es überhaupt so weit kommt, ist allerdings unwahrscheinlich. Kurios genug ist die Angelegenheit auch schon so. „Solch einen Fall hatte ich auch noch nicht“, gibt Hollmann zu.

Zum Interview mit Ottraus Bürgermeister-Kandidat Norbert Miltz (parteilos) geht's hier.

Und hier geht's zum Interview mit Ottraus Bürgermeister-Kandidat Matthias Wettlaufer (CDU).

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