Corona bremst Biker aus

Schönes Wetter – viele Biker: Das Motorradtreffen in Leimsfeld ist zweimal im Jahr Anziehungspunkt für Zweiradfans.

Das traditionelle Treffen der Motorradfreunde Leimsfeld fällt in diesem Jahr coronabedingt aus. Statdessen gibt es zum Saisonabschluss am 17. Oktober einen Open-Air-Gottesdienst auf dem Ziegenhainer Paradeplatz vor der Schlosskirche.

Leimsfeld. Vor 23 Jahren hatten die Motorradfreunde Leimsfeld (MFL) die Idee, zum Saisonabschluss ein Treffen mit Gleichgesinnten auf die Beine zu stellen. Nach einer kleinen gemeinsamen Tour durch den Knüll, fanden sich im Anschluss zahlreiche Teilnehmer zum Gottesdienst in der Leimsfelder Kirche ein, wo Pfarrer Wolfgang Maltzahn der tödlich verunglückten und der verstorbenen Biker gedachte. Im folgenden Frühjahr begannen die Freiluftfahrer die Saison erneut mit einem Korso und anschließendem Gottesdienst, so entstand eine langjährige Tradition, die je nach Wetter mal mehr und mal weniger Motorradfans nach Leimsfeld lockte. Zum Saisonauftakt 2004 wurden über 430 Maschinen beim Ausflug gezählt – das entspricht schätzungsweise 600 Besuchern, die sich im Laufe des Nachmittags rund um das Clubhaus trafen und gemeinsam feierten.

Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie kam es im März zum deutschlandweiten Lockdown, dem fiel auch das diesjährige Frühjahrstreffen zum Opfer. Mittlerweile sind einige Maßnahmen wieder gelockert, doch Großveranstaltungen sind noch immer untersagt. Der MFL-Vorstand traf sich kürzlich, um die aktuelle Situation zu diskutieren – dabei war man sich schnell einig, dass auch das Herbsttreffen in seiner bisherigen Form ausfallen muss. „Ein Event dieser Art mit dem entsprechenden Hygienekonzept ist für uns nicht zu stemmen“, sagte Erster Vorsitzender Maik Huber. „Wir könnten weder Bratwurst noch Getränke verkaufen und wie sollten wir für die Einhaltung von Maskenpflicht und Abständen sorgen“, gab er zu bedenken.

Für Matthias Probst ist die Situation ebenfalls unbefriedigend, denn nach insgesamt 44 Rundfahrten wollte er die Korso-Leitung in diesem Jahr offiziell an seinen Nachfolger Fabian Rommeis übergeben, der ihn bereits im vergangenen Jahr einmal vertreten musste. „Der Motorradgottesdienst und der Korso liegen mir sehr am Herzen - in den vergangenen 23 Jahren ist das mein Ding geworden“, meinte Matze wehmütig. „Er ist halb so alt wie ich und hat sein Können schon unter Beweis gestellt“, blickte der 58-jährige Motorradenthusiast mit Zuversicht auf den Generationswechsel.

Pfarrer Reinhard Natt, selbst begeisterter Motorradfahrer und Nachfolger des 2017 verstorbenen Kollegen Maltzahn, konnte am Ende des kleinen Treffens doch noch mit einem Lichtblick aufwarten. „Es wäre schade, wenn es in diesem Jahr gar kein Gedenken gäbe“, sagte er und schlug einen Open-Air-Gottesdienst vor, jedoch ohne Korso und Bewirtung - das fand bei den Motorradfreunden Leimsfeld große Zustimmung. Nach derzeitiger Planung findet dieser am Samstag, 17. Oktober, um 14 Uhr auf dem Ziegenhainer Paradeplatz vor der Schlosskirche statt.

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