Dext-Fachstelle: Schwalm-Eder-Kreis sagt Extremismus mit neuen Projekten den Kampf an

Will die Vereine in Sachen Demokratieförderung stärker ins Boot holen: Anna Stiehl von der Dext-Fachstelle beim Schwalm-Eder-Kreis.
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Will die Vereine in Sachen Demokratieförderung stärker ins Boot holen: Anna Stiehl von der Dext-Fachstelle beim Schwalm-Eder-Kreis.

Seit Sommer diesen Jahres gibt es nun zusätzlich zum Projekt „Gewalt geht nicht!“ eine Fachstelle für Demokratieförderung und phänomenübergreifende Extremismusprävention kurz Dext-Fachstelle. Diese soll neue Einsatzbereiche abdecken und duch die Zusammenarbeit mit der Polizei und anderen, hessenweiten, Dext-Fachstellen eine neue Vernetzung entstehen lassen.

Schwalm-Eder. Seit knapp 12 Jahren gibt es im Schwalm-Eder-Kreis das Projekt „Gewalt geht nicht!“. Das kreiseigene Projekt versteht sich als Plattform für weitere Initiativen und Projekte zur Förderung von Toleranz und Demokratie im Landkreis. Neben der Förderung von Toleranz und Demokratie wird durch das Projekt auch auf die Gefährdung der Demokratie hingewiesen, insbesondere durch Rechtsextremismus.

Seit Sommer diesen Jahres gibt es nun zusätzlich eine Fachstelle für Demokratieförderung und phänomenübergreifende Extremismusprävention kurz Dext-Fachstelle, die bei der Jugendförderung des Schwalm-Eder-Kreises angedockt ist.

Mit der neuen Fachstelle wolle man keine Parallelstruktur, schaffen sondern die vorhandenen Programme ergänzen und unterstützen, so Landrat Winfried Becker. „Außerdem werden neue Bereiche abgedeckt.“ Darüber hinaus wolle man durch die Zusammenarbeit mit der Polizei und anderen, hessenweiten, Dext-Fachstellen eine neue Vernetzung entstehen lassen.

Gerade in den unsicheren Zeiten der Corona-Pandemie versuchen Extremisten, insbesondere Rechtsextremisten, das Demonstrationsgeschehen zu instrumentalisieren, sich die Situation zu Nutze zu machen und mit Umdeutungen, Verschwörungstheorien und Untergangsszenarien ihre Agenda voranzutreiben, beschreibt Tom Werner, Projektkoordinator von „Gewalt geht nicht!“, die aktuelle Situation.

Es gelte nun vielmehr für ein demokratisches, vielfältiges Miteinander im Schwalm-Eder-Kreis einzutreten und dieses mit vielfältigen Aktionen und Projekten zu fördern,. „Mit der Stellenförderung aus dem Landesprogramm haben wir nun eine echte Unterstützung unserer bisherigen Aktivitäten und Anstrengungen. Wir können unsere Arbeit so noch intensivieren“, so Werner weiter.

Während das Projekt „Gewalt geht nicht!“ sich bislang mit seinen Beratungsangeboten, Fortbildungen, eigenen Projekten, Workshops und Seminaren vor allem an Schulen und Jugendeinrichtungen richtet, soll mit der Dext-Fachstelle der Wirkungsradius ausgeweitet werden.

Eines der Ziele ist es Vereine zu erreichen, berichtet Anna Stiehl. Die 25-Jährige aus Niedenstein hat Geschichte und internationale Politik an der Philipps-Universität in Marburg studiert und ist seit Juli für die Arbeit der neuen Dext-Fachstelle zuständig. Vereine seien ein Abbild der Gesellschaft. Deshalb sei es wichtig, sie zu begleiten und bei der Demokratieförderung und Extremismusprävention zu unterstützen. Der Weg, den Stiehl dabei beschreiten möchte: Sowohl Funktionäre als auch Mitglieder aller Altersgruppen mit verschiedenen Angeboten für das Thema sensibilisieren und Anreize zum Mitmachen schaffen. Denn neben der Förderung der Vielfalt und Integration gebe es für Vereine, die sich an dem Projekten beteiligen, zusätzliche Fördermöglichkeiten und eine Plakette als sichtbares Zeichen der Teilnahme an dem Programm.

Kontakt: 05681/775-718, anna.stiehl@schwalm-eder-kreis.de

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