Eisbaden in Neukirchen: 45 Unerschrockene stürzen sich ins Wasser

Stiche wie von tausend Nadeln: Kreischend steigen die jungen Schwimmer während des Eisbadens an Neujahr in die eiskalten Fluten des Neukirchener Schwimmbads. Fotos: Köster

An Neujahr: Fast 50 unerschrockene Schwimmer stürzen sich während des Eisbadens in Neukirchen in das eiskalte Wasser des Schwimmbads.

Neukirchen. Für gewöhnlich beginnt die Freibadsaison im Mai, doch die Schwimmer des LTV Neukirchen können es immer nicht abwarten. Bereits am ersten Tag des Jahres gehen sie ihrer Passion nach, meist unter erschwerten Bedingungen. Das Quecksilber war in der Silvesternacht auf zweistellige Minusgrade gefallen und am Neujahrstag waren es immer noch fünf Grad unter Null. Bereits am Morgen hatten Horst Möller, Steffen Rößler und weitere Helfer damit begonnen, die Schwimmstrecke vorzubereiten, mit Äxten, Spaten und Feuerwehrhaken waren sie der Eisfläche im Schwimmerbecken zu Leibe gerückt und hatten eine etwa zweieinhalb Meter breite Bahn freigelegt. Gegen Mittag war es soweit, 45 Unerschrockene und etwa 150 Fans fieberten der eiskalten Begrüßung des neuen Jahres entgegen – zumindest innerlich. Äußerlich bibberten viele beim Blick auf das Thermometer, das im grünlich gefärbten Wasser schwamm - schließlich zeigte es gerade mal ein Grad über dem Gefrierpunkt an.

"Jedes Jahr, in dem das Schwimmbad in Neukirchen offen ist, ist ein gutes Jahr", rief Organisatorin Birgit de Taillez bei ihrer Neujahrsansprache vom Drei-Meter-Brett. Sie begrüßte den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, dass jedes Grundschulkind einen kostenlosen Schwimmkurs besuchen könne - für die Anschaffung eines Defibrillators warb sie um Spenden. Nach einer kleinen Aufwärmrunde mit Schwimmtrainer Jörg Krinitz verschwanden die Neujahrsbader in den Umkleidekabinen - wie Boxer auf dem Weg zum Ring marschierten sie kurze Zeit später im Bademantel Richtung Schwimmbecken. Neben vielen erfahrenen Eisschwimmern, waren zahlreiche Debütanten am Start, darunter auch Patrick Blumenauer aus Riebelsdorf. "Ich habe seit Herbst sieben Mal beim Eisbären-Training mitgemacht", berichtete der Sechsjährige.

Dann stiegen die ersten die Treppe hinunter und bewegten sich am Beckenrand entlang durch das eiskalte Nass. Einige liefen so lange es ging aufrecht durch das anfangs niedrige Wasser, doch ab der Hälfte kamen auch sie nicht ums Schwimmen herum. Mit Gejohle und Gekreische paddelten sie so schnell wie möglich bis zur rettenden Leiter am Ende der Bahn. Dort warteten bereits Angehörige und Freunde mit den kuscheligen Bademänteln, anschließend verschwanden die Kältesportler im warmen Hallenbad zum Regenerieren. Mit heißen Getränken und frischen Krapfen ließen die Schwimmer drinnen und die Zuschauer draußen den gelungenen Jahresauftakt ausklingen.

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