Extremsport als Beruf: Patrick Schweika aus Loshausen ist Dirtjump-Profi

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„Ich bin kein Adrenalin-Junkie und auch nicht verrückt“, sagt Patrick Schweika. Trotzdem wird den meisten Menschen Angst und Bange, wenn sie dem gebürtigen Loshäuser beim Radfahren zusehen. Der 27-Jährige ist ein Pionier der Dirtjump-Szene. Auf seinem Bike zeigt Schweika spektakuläre Tricks.

Willingshausen/Koblenz. Superman, Suicide Nohander, Indian Air und Table Top – was sich für Laien nur sehr schwer fehlerfrei aussprechen lässt, sind für Patrick Schweika leichteste Übungen. Der gebürtige Loshäuser ist seit acht Jahren Profi-Dirtjumper, ein Rad-Akrobat also, der auf einem speziellen Mountainbike durch die Luft fliegt und dabei atemberaubende Tricks zeigt.

Aufgeschüttete Erdhügel und hölzerne Rampen lassen ihn abheben. In luftiger Höhe macht der Extremsportler spektakuläre Drehungen, wirbelt das Rad um dessen Achse. Beim Anblick von Schweikas Fahrweise dürfte den meisten Beobachtern der Atem stocken.

Im zarten Alter von 14 Jahren entdeckte der gebürtige Schwälmer das Downhill-Fahren für sich. Während es dabei noch hauptsächlich um Geschwindigkeit ging, kam Schweika nach einigen Jahren mehr und mehr zum Dirtjump, einer Trendsportart, die vor allem bei Jugendlichen für Begeisterung sorgt. Sein Hauptaugenmerk galt fortan den artistischen Tricks – je schwieriger und spektakulärer, desto besser.

Schweika beherrschte sein Rad so gut, dass der gelernte Industrie-Mechaniker 2009 sogar zum Profi wurde. Gewiss, die Extremsportart birgt Risiken. „Aber viele bewerten das über. Fußball bringt ja auch eine hohe Verletzungsgefahr mit sich. Meine Freunde, die Fußball spielen, waren schon häufiger verletzt, als ich. Was wir machen sieht zwar krass aus, aber wir wissen auch genau, was wir zu tun haben, wenn ein Trick in der Luft mal nicht funktioniert“, beruhigt Schweika.

Der 27-Jährige, der inzwischen mit seiner Freundin in Koblenz lebt, habe sich nie ernsthaft verletzt. „Lediglich mein Oberschenkelknochen war einmal ausgekugelt und einige Bänder gerissen“, wiegelt Schweika ab. Der Exil-Schwälmer war immer einer der Pioniere der noch jungen Sportart. Einst war er an der Errichtung der Mountainbike-Strecke im Treysaer Ostergrund maßgeblich beteiligt, fuhr gut zehn Contests im Jahr – und war damit sogar so erfolgreich, dass er schnell Sponsoren fand und sein Hobby zum Hauptberuf machte.

Jetzt aber will der 27-Jährige einen Gang runterschalten. Warum eigentlich? „Ich bin nicht mehr der Jüngste. Außerdem will ich mich wieder mehr auf meine Wurzeln, das Downhill-Fahren, besinnen“, erklärt Schweika.

Vom Athleten zum Architekten

Ganz kann er seine Finger auch nicht vom Dirtjump lassen. „Ich fahre nicht mehr so viele Contests, sondern eher aus Spaß, wann und wo ich Lust habe“, so Schweika. Der Extremsportler widmet sich inzwischen auch vermehrt dem Herrichten von anspruchsvollen Strecken.

Er baut Rampen und konzipiert Contest-Strecken – beispielsweise für die Ruhrgames in Dortmund. „In der Szene spricht sich das schnell rum. Ich habe schon einige Aufträge erhalten und konnte mir damit quasi ein zweites Standbein aufbauen“, sagt Schweika. Der Extremsport liegt ihm eben im Blut.

Zur Person:

Patrick Schweika ist 27 Jahre alt und kommt aus Willingshausen-Loshausen. Der gebürtige Schwälmer ist gelernter Industriemechaniker. Seine Ausbildung absolvierte er bei der Firma Freudenberg in Treysa. Seinen Zivildienst leistete er bei der Hephata Diakonie. Im Jahr 2009 machte der Extremsportler sein Hobby zum Beruf und wurde professioneller Dirtjumper. Seit drei Jahren lebt Schweika gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin in Koblenz.

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