Firma Heidelmann in Ziegenhain testete zwei Wochen lang E-Lkw

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Sieht aus wie jeder andere Lastkraftwagen: Der E-Lkw des Forschungsprojekts der Hochschule Fulda.

Die Spedition Heidelmann hat einen E-Lkw im Praxistest genau unter die Lupe genommen.

Ziegenhain. Er sieht aus wie jeder andere Lkw, ist beladen wie einer und doch gibt es einen wesentlichen Unterschied zu den anderen Lastkraftwagen auf dem Gelände der Spedition Heidelmann in Ziegenhain: Er brummt nicht, er summt nur.

Zwei Wochen lang hat das Unternehmen einen E-Lkw für das Projekt „Elektromobilität von schweren E-Lkw“ der Hochschule Fulda getestet. Dafür wurde ein Shuttleverkehr zwischen Heidelmann und der Firma Flach in Leimsfeld eingeführt. „Da wir Kühlware transportieren, müssen wir sicherstellen, dass die Kühlkette auf keinen Fall unterbrochen wird. Damit wir bei Problemen hätten eingreifen können, haben wir die Strecke nach Leimsfeld gewählt“, erklärt Speditionsleiter Daniel Ebel.

Keine Umstellung: Armin Stirnweiß muss im Führerhaus nichts anders machen, als in einem Diesel-Lkw.

Elf Kilometer ist der E-Lkw täglich gefahren. Um Vergleichswerte zu ermitteln, fuhr ebenfalls ein gleich beladenes Diesel-Model auf der Strecke. Armin Stirnweiß, Fuhrparkleiter bei Heidelmann, hat den Lkw als Testfahrer genau unter die Lupe genommen. „Am Anfang war es ungewohnt, weil er so leise ist. Das Fahrverhalten ist insgesamt wesentlich besser. Da es keinen Schaltvorgang mehr gibt, beschleunigt der Lkw in einem durch“, sagt Stirnweiß. Und das macht er mit 400 PS. Da können normale Verteiler-Lkw mit 280 bis 300 PS nicht mithalten.

Forschungsprojekt im Praxistest (v.l.): Jan Balzer, Daniel Ebel und Armin Stirnweiß haben sich zwei Wochen lang mit dem E-Lkw im Arbeitsalltag auseinandergesetzt.

Doch hohe Zugkraft und ein emissionsloser Antrieb reichen für die Firma Heidelmann nicht aus. Mit einer durchschnittlichen Reichweite von 180 Kilometern kann der E-Lkw die meisten Fahrten, die sich auf circa 250 Kilometer Tagesleistung belaufen, nicht ohne Zwischenladung ausführen. „Für ein mittelständisches Unternehmen wie wir es sind, rentiert sich die Anschaffung wirtschaftlich einfach noch nicht“, sagt Ebel.

Rund 350.000 Euro kostet ein E-Lkw und ist damit etwa dreimal so teuer wie ein vergleichbares Diesel-Modell. Erst nach rund 15 Jahren würde sich die Investition rechnen. Bei einem normalen Diesel-Model sei das bereits nach etwa fünf Jahren der Fall. Außerdem müsse die Ladeinfrastruktur deutlich verbessert werden, um Zwischenstopps einlegen und nachladen zu können.

„Elektromobilität ist ein tolles Thema und wir sind froh, Teil dieses Projekts gewesen zu sein. Wir stehen der Entwicklung weiterhin sehr interessiert und offen gegenüber. Deshalb sind wir auch in der Zukunft bereit, an weiteren Projekten teilzunehmen“, sagt Ebel.

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