Fußball-Kreisoberliga: Schrecksbachs Torwart Thomas Albrecht steht mit 50 Jahren noch im Tor

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Der Routinier gibt Anweisungen: Thomas Albrecht ist sich auch mit 50 Jahren nicht zu schade, beim VfB Schrecksbach auszuhelfen. Weil sich Torwart Johannes Heipel verletzt hat, hütet Albrecht aktuell das VfB-Gehäuse in der Fußball-Kreisoberliga.

Er stand schon auf dem Rasen im Metzenbergstadion, als die meisten seiner heutigen Mitspieler noch nicht geboren waren. Mit stolzen 50 Jahren hütet er noch immer jeden Sonntag das Tor des VfB Schrecksbach in der Fußball-Kreisoberliga: Kult-Keeper Thomas Albrecht.

Schrecksbach. Es ist 16.45 Uhr am Sonntag vor zwei Wochen, als Schiedsrichter Simon Bäcker seine Pfeife in den Mund nimmt und dreimal kräftig hineinbläst. Schlusspfiff. Die Fußballer des VfB Schrecksbach gewinnen deutlich 5:0 gegen die FSG Chattengau/Metze. Das Außergewöhnliche an der gerade absolvierten Kreisoberliga-Partie war aber nicht etwa das hohe Ergebnis. Ein Spieler auf dem Feld hebt sich von allen anderen Hobby-Kickern im Schwalm-Eder-Kreis deutlich ab: Thomas Albrecht.

Der VfB-Torwart ist stolze 50 Jahre alt. In solch einem Alter haben die meisten Fußballer ihre Schuhe längst an den Nagel gehängt und sich gelenkschonenderen Sportarten verschrieben. Und wer mit 50 doch noch Fußball spielt, der kickt zusammen mit Sportlern in ähnlichem Alter – den sogenannten „Alten Herren“.

VfB-Einstand im Jahr 1985

„Albi“, wie ihn die Schrecksbacher liebevoll nennen, ist aber längst noch kein alter Mann. Das beweist der Routinier Woche für Woche, wenn er zusammen mit jungen Erwachsenen um Punkte kämpft. Dabei hatte Albrecht – wie in seinem Alter üblich – längst schon mit dem Kicken aufgehört. „Ich wollte nie jüngeren Torhütern im Weg stehen“, sagt er inzwischen schmunzelnd. Dass ausgerechnet er mit 50 Jahren noch immer jeden Sonntag für die erste Senioren-Mannschaft des VfB auflaufen wird, hätte er nie geglaubt.

Die Schrecksbacher aber sind froh, dass sie ihren „Albi“ haben. Denn der etatmäßige Keeper Johannes Heipel, ein 20-jähriges Eigengewächs, hat sich nach nur zwei Ligaspielen schwer verletzt. Diagnose: Bandscheibenvorfall. „Wenn ich gebraucht werde, helfe ich aus. Das ist doch klar“, lässt Albrecht keinen Zweifel an der Liebe zu seinem Heimatverein. Kein Wunder, dass die Verantwortlichen und Fans des Schwälmer Traditionsklubs ihren Kult-Keeper besonders schätzen.

Seit der D-Jugend streift sich der Schrecksbacher regelmäßig das blau-weiße VfB-Dress über. 1985 feierte er seinen Einstand in der Landesliga. Die meisten seiner heutigen Teamkollegen waren da noch nicht geboren. Seine ersten Spiele absolvierte der heute 50-Jährige noch als beinharter Verteidiger.

Für seine Gegenspieler galt: Mit „Albi“ ist nicht zu scherzen. Für Mitspieler gilt das heute umso mehr. Denn Albrecht ist um keinen flotten Spruch verlegen und wegen seiner humorvollen Art gleichermaßen beliebt bei seinen jungen Mitspielern und den treuen Fans aus der erfolgreichen VfB-Vergangenheit.

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