Fußball-Märchen: Mo Arifi schafft den Sprung aus der Kreisliga in die Regionalliga

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Kämpft um jeden Ball: Muhamet „Mo“ Arifi (r.) scheut sich nicht davor auch mal den Körper einzusetzen.

Vor vier Jahren kickte Fußballer Muhamet „Mo“ Arifi noch mit dem SV Hattendorf in der Kreisliga A. Jetzt mischt er im Trikot des TSV Eintracht Stadtallendorf die Regionalliga auf. Ein oberhessisches Fußballmärchen.

Stadtallendorf. Wenn der Schwalmstädter Muhamet „Mo“ Arifi auf den Platz im Herrenwaldstadion aufläuft, rufen die Zuschauer seinen Namen. Dass er mit Eintracht Stadtallendorf seit dieser Saison in der Fußball-Regionalliga spielt, ist eine kleine Sensation.

Denn vor vier Jahren war Arifi noch in der Kreisliga A beim SV Hattendorf zu Hause. „Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich mal vierte Liga spiele, ich hätte ich ihn für verrückt erklärt“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Liebe zum Fußball begann für den gebürtigen Kosovaren bereits im Alter von vier Jahren. Von den Bambini bis zur B-Jugend blieb er seinem ersten Verein, der SG Ohetal/Frielendorf, treu.

Vom Ehrgeiz angetrieben wechselte er dann zum FC Schwalmstadt, um mit der A-Jugend in der Hessenliga zu spielen. „Obwohl mir damals viele vom Verein bestätigten, dass ich Talent habe, durfte ich dann doch nicht in der ersten Mannschaft spielen. Angeblich hätte ich nicht das Zeug dazu gehabt. Sie haben mir nicht einmal die Chance gegeben, mich zu beweisen“, erinnert sich der 26-Jährige.

Dragan Sicaja lud zum Probetraining ein

Doch der Rückschlag motivierte ihn noch mehr, weiter an sich zu arbeiten. Er wechselte wieder zurück nach Ohetal/Frielendorf, um kurz darauf für den SV Hattendorf aufzulaufen – in der zweitniedrigsten Spielklasse. Als sein jetziger Trainer Dragan Sicaja bei einem Spiel zuschaute, sollte sich Arifis Fußballkarriere um 180 Grad drehen.

„Dragan kam nach dem Spiel auf mich zu und sagte mir, dass er mir zutraut, höherklassig zu spielen. Daraufhin lud er mich kurzerhand zum Probetraining nach Stadtallendorf ein“, sagt Arifi. Er überzeugte und unterschrieb einen Jahresvertrag für die Hessenliga. „Das Training war eine komplett andere Welt und das Tempo viel höher als ich es gewohnt war. Ich habe mich gefühlt, als würde ich bei Profis spielen. Drei Monate hat es gedauert, aber dann hatte ich mir meinen Stammplatz erarbeitet.“

Auch heute, drei Jahre später, kämpft Arifi immer noch auf der Sechser-Position für seinen Verein. „Der Aufstieg in die Regionalliga war das Highlight schlechthin. Es ist ein unglaubliches Gefühl plötzlich gegen Spieler wie Edmond Kapllani oder Gaetan Krebs anzutreten und das als ehemaliger Kreisliga-Spieler“, sagt Arifi. Bisher läuft es für die Mannschaft gut. Mit 15 Punkten stehen sie derzeit auf Tabellenplatz 7.

„Man darf nicht vergessen, dass wir eine Amateurmannschaft sind und nicht so viel Geld wie andere Vereine der Liga haben“, sagt Arifi. Der starke Zusammenhalt, den die Mannschaft auszeichne, sei aber ohnehin nicht mit Geld zu bezahlen. An Arifis persönlichem Erfolg sei auch Sicaja maßgeblich beteiligt gewesen.

„Dragan hat mir bereits am Anfang gesagt, dass ich einer der besten bin. Das hat mich unheimlich motiviert. Mittlerweile ist er wie ein Vater für mich. Ohne ihn wäre ich nicht so weit gekommen.“ Ob sich der große Traum vom Klassenerhalt erfüllt, bleibt abzuwarten.

„Im Moment läuft es gut. Wir sind konkurrenzfähig und trauen es uns definitiv zu. Allerdings dürfen wir keine Sekunde nachlassen. Wir müssen weiterhin 110 Prozent geben, denn die harten Gegner kommen erst noch“, weiß Arifi.

Das nächste Heimspiel im Herrenwaldstadion findet am kommenden Samstag, 30. September, gegenWaldhof Mannheim statt. Anpfiff ist um 14 Uhr.

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