Gaudi in Treysa: Brauerei Haaß feiert Hof-Fest

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Über 900 Besucher schunkeln, tanzen und singen auf dem Hoffest der Privatbrauerei Haaß in Treysa.

Treysa. Hopfen, Malz, Hefe und Wasser – mehr Zutaten braucht man laut Reinheitsgebot von 1516 nicht zum Bierbrauen. Eines jedoch darf ebenso wenig fehlen: die jahrhundertealte Handwerkskunst des Braumeisters. Eckhard Haaß ist Braumeister in vierter Generation. Er führt seit Ende der 90er Jahre die Brauerei Haaß in der Ascheröder Straße in Treysa. Sein Urgroßvater Friedrich und dessen Frau Susanne hatten den Betrieb vor 125 Jahren übernommen.

Vergangenen Samstag fanden sich im "Braustübl" viele geladene Gäste zu einer Feierstunde ein und gratulierten zum Jubiläum. Eckhard Haaß gab einen kleinen Rückblick auf die wechselvolle Geschichte des Familienunternehmens, das zwei Weltkriege und eine Wirtschaftskrise überstehen musste. "In den 70er und 80er Jahren ging es richtig bergauf", sagte er und bezifferte den Jahresausstoß auf bis zu 15.000 Hektoliter Bier. Im darauffolgenden Jahrzehnt sei der Pro-Kopf-Verbrauch stark gesunken und das Aufkommen von Billigbieren habe ebenfalls zu rückläufigen Zahlen geführt. "Mit rund 7.000 Hektolitern sind wir heute wieder auf einem guten Weg", blickte er optimistisch in die Zukunft.

Erfolgsrezept Familie

Die nächste Generation stehe bereits in den Startlöchern, um die Familientradition auch in fünfter Generation fortzusetzen. Sohn Paul hat kürzlich die Gesellenprüfung bestanden. "En gurres Treppche Kreizschwerneng, das muss vom Treeser Haaße seng", zitierte er das langjährige Motto der Brauerei und stieß mit den Gästen auf die Zukunft des Unternehmens an. Hartwig Haaß, einer von sechs Gesellschaftern der Kommanditgesellschaft, brachte das Erfolgsrezept auf den Punkt: "Die Familie hat immer sehr eng mit den Mitarbeitern zusammengearbeitet und jeder hat mit angefasst".

Für Schwalmstadts Bürgermeister Dr. Gerald Näser lautete die Formel: "Der Erfolg ist das Ergebnis aus dem Produkt sowie den motivierten und kompetenten Mitarbeitern. Nicht umsonst war die Brauerei mehrmals hintereinander sympathischster Betrieb der Schwalm". Andreas Fischer von der Industrie- und Handelskammer nannte das 125-jährige Bestehen eine "absolute Leistung". Durchschnittlich bestünden Firmen in Deutschland lediglich zehn Jahre. "Wir sind das zweitälteste Gewerbe der Welt", sagte Roland Demleitner vom Verband der privaten Brauereien. Bernd Gundlach vom Gewerbe- und Tourismusverein G.u.T lobte: "Hier wird Heimatverbundenheit vorgelebt".

Dann startete das große Hoffest. Über 900 Besucher bevölkerten das Areal des Betriebs. Kinder tobten in einer Hüpfburg oder übten sich im Büchsenwerfen. Jugendliche saßen auf der großen Rampe und ließen die Beine baumeln. Erwachsene tummelten sich im Zelt oder genossen das Fest im Biergarten. Regelmäßig führte Günther Dörr durch die verschiedenen Stockwerke des Brauhauses und zeigte den Weg vom Gerstenkorn bis zur Bierflasche im Kasten. "Eckhard, für 125 Jahre hast du dich noch gut gehalten", frotzelte Sänger Arno Knauf. Zusammen mit seiner Band "Hokke Scheeb" rockte er in Schwälmer Mundart los.

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