Geflüchtete Frauen nähen 200 Stofftaschen für Kunden des Diakonieladens "allerhand"

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Die Kunden des Ziegenhainer Diakonieladens „allerhand“ nutzen seit vergangener Woche bunte Stofftaschen für ihre Einkäufe. Die 200 Exemplare wurden von sechs geflüchteten Frauen aus dem Irak, Äthiopien, Afghanistan, Syrien, Eritrea und Somalia genäht.

Die nötigen Stoffe, die sechs geflüchtete Frauen zu 200 Taschen zusammennähten, stammen aus Textilien, die die Frauen zuvor vom Diakonieladen ´"allerhand" in Ziegenhain bezogen hatten. Scheinbar nutzlose Kleidungsstoffe haben sie getreu dem Trend des „Upcyclings“ zu schicken Taschen aufgewertet.

„Nähwerkstatt“ ist Projekt des Arbeit und Bildung e.V.

Sechs Frauen im Alter von 22 bis 52 Jahren arbeiten aktuell in der Arbeitsgelegenheit (AGH) „Nähwerkstatt“, die der Verein „Arbeit und Bildung“ in Zusammenarbet mit dem Jobcenter und dem Schwalm-Eder-Kreis in der ehemaligen Harthberg-Kaserne in Treysa durchführt. Hier entstehen Tier- und Babyspielsachen, Dekoartikel und zuletzt eben auch die 200 Taschen für den Diakonieladen des Kirchenkreises Ziegenhain.

Ziel der „Nähwerkstatt“ ist es, den Frauen eine berufliche Orientierung zu ermöglichen, sie handwerklich zu qualifizieren und sie so an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Von montags bis mittwochs jeweils von 8.30 bis 14.30 Uhr werden die Frauen im Schneider-Handwerk fachlich angeleitet.

Zusätzlich erhalten sie einmal in der Woche Deutsch-Unterricht. Für ihre Arbeit bekommen die Frauen eine Mehraufwandsentschädigung und eine Fahrtkostenerstattung. Die Frauen sind im SGB-II-Bezug beim Jobcenter Schwalm-Eder gemeldet. Arbeit und Bildung e.V. entwickelte diese Arbeitsgelegenheit, die speziell auf Flüchtlingsfrauen mit Kindern zugeschnitten ist. „Die Frauen arbeiten hier in Teilzeit, sodass sie sich ab mittags um ihre Kinder kümmern können“, erklärt Anleiterin Emma Block.

Kerstin Warnecke, Pressebeauftragte des Vereins „Arbeit und Bildung“, stellt fest: „Nach den Fluchtgeschichten ist es als erster Schritt wichtig, wieder Struktur in die Leben der Frauen zu bringen.“ Laut Kursleiterin Stefanie Staiger hat die Nähwerkstatt vor allem auch Einfluss auf die Persönlichkeit der teilnehmenden Frauen: „Es stärkt ihr Selbstbewusstsein.“

Am Mittwoch war Übergabe

Die Näherinnen übergaben die Taschen vergangenen Mittwoch den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Second-Hand-Ladens. Um die anspruchsvollen Näharbeiten entsprechend zu würdigen, hatte das Team des Diakonieladens einen feierlichen Rahmen geschaffen.

Nach der Übergabe war genügend Zeit für Kaffee, frisch gebackenen Kuchen und jede Menge Gespräche. „Unser Laden ist eben auch Begegnungsstätte“, brachte es Daniel Helwig, Ehrenamtskoordinator im Kirchenkreis Ziegenhain, auf den Punkt. Zum Dank für die tollen Taschen lud Helwig die Näherinnen ein, sich im „allerhand“-Laden ein paar schöne Kleidungsstücke auszusuchen.

Der Diakonieladen ist immer dienstags und donnerstags von 10 bis 18 Uhr sowie freitags von 14 bis 18 Uhr offen.

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