Gemeinsam statt einsam - Alltag in der Tagespflege in Neukirchen

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Anna Elisabeth Weppler geht zweimal pro Woche zur Humanitas Tagespflege. Dort neben liebevollen Betreuern auch eine gute Freundin gefunden.

Neukirchen. Hochkonzentriert starrt Anna Elisabeth Weppler auf das Blatt vor ihr. Mit ihrem linken Arm schirmt sie es vor den Blicken der anderen ab. Sie und fünf andere Senioren spielen Stadt, Land, Fluß. "Eigentlich bin ich gar nicht so ehrgeizig und muss nicht gewinnen, aber schön ist es trotzdem", erzählt die 80-Jährige mit einem Lächeln.

Montag und Donnerstag sind ihre Lieblingstage. Denn dann kommt sie zur Humanitas-Tagespflege nach Neukirchen. "Es ist einfach schön, weil ich dann nicht alleine bin", erzählt sie. Neben ihr sitzt Helga Zimmer. Die beiden haben sich hier vor eineinhalb Jahren kennengelernt und enge Freundschaft  geschlossen. Kein Wunder also, dass sie hier alles zusammen machen.

Für die Senioren in der Tagespflege startet der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück. Danach blättern sie in der Zeitung. "Sie sollen ja auf dem Laufenden gehalten werden", erklärt Betreuerin Anett Garnatz. Mindestens genauso wichtig ist die Bewegung. Deshalb steht täglich eine Stunde Gymnastik auf dem Programm. Die gefällt Weppler am wenigsten. "Ich kann mich nicht mehr so gut bewegen. Aber dafür bin ich im Kopf fit", sagt sie lächelnd. Kein Kreuzworträtsel ist vor ihr sicher. Und das macht sich bei den Denkaufgaben in der Tagespflege bemerkbar. In einem Buchstabensalat findet sie schnell die gesuchten Wörter. Doch einfach ist es keineswegs. "Da müssen wir uns schon anstrengen", sind sich die beiden Freundinnen Weppler und Zimmer einig. Natürlich sitzen sie nebeneinander und beratschlagen sich das ein oder andere Mal.

Der Austausch ist ihnen – und allen anderen Senioren hier – wichtig. "Zuhause kann ich nichts erzählen. Da ist einfach keiner, der zuhört", sagt Weppler. Obwohl alle eine Aufgabe haben, lassen sie sich durch Gespräche über die Enkel oder das vergangene Fußballspiel ablenken. Doch als Garnatz um 12.30 Uhr zum Essen ruft, hat sie die Aufmerksamkeit von allen. Es gibt Schwälmer Klöße mit Gulasch. Glück für Zimmer. "Ich mag keine Nudeln", flüstert sie und kichert. "Dann müssen sie für mich immer extra etwas machen."

Während das Besteck auf dem Teller klappert, sitzen nur wenige Meter entfernt Gäste im Café Zeitlos. "Uns ist es wichtig, dass die Senioren nicht irgendwo abgetrennt sind. Sie sollen das tägliche Leben mitbekommen und natürlich sollen auch unsere Café-Gäste die Chance haben, die Tagespflege kennenzulernen", erklärt Inhaber Stefan Tietzmann.

Nachdem auch der letzte Rest Pudding aus der Schale gekratzt wurde, legen sich Weppler und die anderen Senioren erst einmal hin. Eine willkommene Verschnaufpause ehe am Nachmittag wieder Konzentration gefordert ist.

+++ Extra Info +++

Tagespflege

Bei der Humanitas-Tagespflege werden Menschen im fortgeschrittenen Alter betreut, die trotz Einschränkungen kein Pflegeheim beziehen möchten. Durch ein attraktives Programm und intensive Betreuung werden die Senioren wieder aktiviert. Die Kosten werden von der Pflegekasse übernommen. Bereits ab der Pflegestufe 0 können Senioren einmal in der Woche zur Tagespflege kommen. Weitere Infos gibt es unterwww.humanitas-net.de

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