Großer Andrang bei zweiter Keller-Kultur-Nacht in Treysa

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Theater im mittelalterlichen Gewölbe unter der Stadtapotheke (v.l.): Silvia Pahl, Klaus Wilmanns und Maximilian Buck vom theater 3 hasen oben. Foto: Köster

Die Besucher der Keller-Kultur-Nacht in Treysa konnten aus fünf Veranstaltungen wählen.

Treysa. Es war eine Veranstaltung auf "unterestem Niveau", doch lediglich die Räume lagen tief. Das Programm der 2. Keller-Kultur-Nacht in Treysa war dagegen überaus hochwertig.

"Die Karten waren im Vorfeld bereits schnell vergriffen", freute sich Georg Schlamann von den Altstadtfreunden über die große Resonanz. Fünf Keller in der Oberstadt standen als Veranstaltungsorte zur Verfügung, in jedem wurde etwas anderes geboten. Die Eintrittskarte berechtigte zum Besuch von drei der insgesamt fünf Kulturangebote. Daher wurde jedes Programm gleich dreimal dargeboten.

Am frühen Abend füllte sich der Marktplatz. Bei Thomas Koch ließen sich die ersten Besucher für eine der drei Vorstellungen unter dem Altstadthotel vormerken und schlenderten bis zum eigentlichen Beginn noch eine Runde über das Pflaster der Treysaer Oberstadt. Wer es dann über die ausgetretenen Stufen hinunter geschafft hatte, dem eröffnete sich eine kleine Kulturhalle der besonderen Art. Der Boden war mit Heu ausgelegt und das gedämpfte Licht verlieh dem Raum eine ganz eigene Atmosphäre. Karina Neumann, Tobias Altmann und Stefan Reitz brachten "starke Stücke" zu Gehör, die sehr gut beim Publikum ankamen. "Noch vor einem Jahr wären wir hier ertrunken", erklärte Schlamann, denn Wasser und Schlamm seien erst kürzlich herausgepumpt und -geschippt worden.

Theater im Dunkeln

Auch hinter der Stadtapotheke bildete sich eine kleine Warteschlange. Über eine lange Treppe gelangten die Kulturfans hinunter ins mittelalterliche Gewölbe. Mit dem Programm "Grimminell 4.0" empfing das theater 3 hasen oben seine Gäste im Sandsteinkeller. Silvia Pahl las unter anderem aus "Die kluge Gretel", Klaus Wilmanns untermalte die Szenen mit Musik und Geräuschen, die er seinem Kontrabass entlockte.

Der etwas kleinere Keller unter der Stadtkasse diente der Gruppe "Black Box" aus Hephata als Theatersaal. In völliger Dunkelheit sahen die Zuschauer lediglich die Kostümteile, die das Schwarzlicht erhellte.

Nicoline Hake ließ unter der Gaststätte Specht "Nonnengesänge und andere Liebeslieder" erklingen. Allein mit ihrer glockenklaren Stimme verzauberte sie die begeisterten Zuhörer. Die Enggasse machte ihrem Namen alle Ehre. Dicht gedrängt saßen die Krimifans im Liesegang-Keller und lauschten Übersetzer Thomas Gunkel bei Auszügen aus schottischen Thrillern. "So etwas dürfte es ruhig öfter geben", äußerten sich viele und ließen den schönen Abend gemütlich bei einem Glas Wein auf dem Marktplatz ausklingen.

Fotos: Köster

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