Der Guten Stube geht der Glanz aus

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Treysaer Bahnhofstraße soll umgestaltet werden.

Treysa. Die Bahnhofstraße, Hauptgeschäftsstraße in Treysa, leidet derzeit an diversen städtebaulichen Mängeln. Es ist Zeit für eine Veränderung, sind sich Anwohner, Geschäftsleute und Kommunalpolitiker einig. Und so lud der Magistrat der Stadt Schwalmstadt für vergangenen Mittwochabend ins Treysaer Haus für Gemeinschaftspflege. Dort wurden die Pläne zur Umgestaltung der Bahnhofstraße vorgestellt. "Die Besucherzahl ist deutlich zurückgegangen", leitete Bürgermeister Dr. Gerald Näser den Abend ein.

Moderator Michael Bergholter vom Büro ANP hofft auf eine Magnetwirkung durch den Wieragrund. Dadurch könne die Bahnhofstraße ein Stück ihres alten Glanzes wiedergewinnen. Bauamtsleiter Alexander Inden sieht einen Umbau der Hauptgeschäftsstraße als Zukunftschance. Er empfiehlt einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich. Eine Fußgängerzone ist laut Markus Staedt vom Büro ANP nicht empfehlenswert, weil die Bahnhofstraße zu wenig Geschäftsanteile habe. Lediglich 17 Prozent Verkaufsfläche stünden den Kunden dort zur Verfügung. 70 Prozent finde man an anderen Standorten vor. Yves Vogt vom Büro Oppermann stellte anschließend drei Varianten zur möglichen Umgestaltung der Bahnhofstraße vor. Ziel sei es, mehr Flanier- und Aufenthaltsqualität zu schaffen.

Dabei müsse aber auch die Verkehrsfunktion beibehalten werden. Außerdem müsse für Barrierefreiheit gesorgt und das wilde Parken vermieden werden. Aktuell ist die Bahnhofstraße Landesstraße und obliegt Hessen Mobil. Dr. Jochen Riege und die Fraktion der Grünen strebt es an, die Zwalmstraße zur Landesstraße zu machen. In der Folge könne die Bahnhofstraße herabgestuft werden. Die Zwalmstraße bringe jedoch nicht die Qualitäten für eine Landesstraße mit, entgegnete Näser. Kreisel, Bordsteinhöhe und die geplante Umgestaltung der unteren Kreuzung durch Fördermittel, die für eine Landesstraße nicht eingesetzt werden können, stünden dem Vorschlag der Grünen gegenüber.

Auf Nachfrage von lokalo24.de sagte SPD-Stadtverbandschef Daniel Helwig, dass die Umgestaltung der Bahnhofstraße zur Einbahnstraße einen zu überlegenden Kompromiss darstelle. Dies könnte auch den ansässigen Unternehmern zugute kommen. Diese fürchten, dass ihnen im Falle einer Fußgängerzone die Kunden noch mehr abhanden kommen könnten. "Es ist schon symbolträchtig, dass ich mich als HGV-Vorsitzender eine halbe Stunde lang melden muss", sagte Christian Herche, bevor er einen Beitrag zum Thema leisten konnte. Es müsse zunächst eine Lösung für die Bahnhofstraße gefunden werden. Im Anschluss müsse diese dann beim Land durchgeboxt werden, so Herche. Das muss zügig passieren. Denn: Die Zeit drängt. Bis Ende des Jahres muss die Ausschreibung und Beauftragung zum Umbau erfolgen, um unnötige Anliegerbeiträge zu vermeiden. Immerhin sei das Thema nun von Grund auf aufbereitet, so Bürgermeister Näser. "Wir kennen jetzt die Spielräume, in denen wir uns bewegen."

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