1. Hessische Biotage: „Schwälmer Rübchen„ feierten Premiere in Gilserberg

Altes Gemüse in neuer Form: Koch Michael Nganda 2.v.re.) zeigte v. l.) Lucas Kohl Weidehof Kohl), Moritz Schott Ökokiste Boßhammersch Hof), Landwirtschaftsministerin Priska Hinz und Projektkoordinator Stefan Itter, was man aus den Schwälmer Rübchen Leckeres zaubern kann.
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Altes Gemüse in neuer Form: Koch Michael Nganda 2.v.re.) zeigte v. l.) Lucas Kohl Weidehof Kohl), Moritz Schott Ökokiste Boßhammersch Hof), Landwirtschaftsministerin Priska Hinz und Projektkoordinator Stefan Itter, was man aus den Schwälmer Rübchen Leckeres zaubern kann.

Vom 10. bis 19. September sind alle Interessierten eingeladen, bei den 1. Hessischen Biotagen den Landwirtinnen und Landwirten vor Ort über die Schulter zu schauen und zu verfolgen, wo die Lebensmittel eigentlich herkommen. Zum Auftakt am gestrigen Freitag gab es auf dem Weidehof von Familie Kohl in Gilserberg einen ersten Einblick.

Gilserberg. Mit den 1. Hessischen BioTagen startete am vergangenen Freitag ein Projekt, mit dem die Hessischen Ökomodell-Regionen landesweit für die ökologische, nachhaltige und regionale Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln werben möchte. Vom 10. bis 19. September seien alle Interessierten eingeladen, den Landwirtinnen und Landwirten vor Ort über die Schulter zu schauen und zu verfolgen, wo die Lebensmittel eigentlich herkommen, fasste Priska Hinz die Intention der hessenweiten Veranstaltungsreihe zusammen.

„Regionale Wertschöpfungsketten verbessern die Einkommenssituation der hessischen Landwirtschaft und sichern Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen. Durch kurze Transportwege tragen sie zum Klima- und Umweltschutzschutz bei und versorgen uns direkt mit frischen, gesunden und leckeren Lebensmitteln“, erläuterte die hessische Landwirtschaftsministerin das Konzept der BioTage.

Gemeinsam mit dem Ersten Kreisbeigeordneten des Schwalm-Eder-Kreises Jürgen Kaufmann war Hinz zum Auftakt der hessenweiten Aktionswoche auf dem Weidehof von Familie Kohl in Gilserberg zu Besuch, wo mit dem „Testmarkt Schwälmer Rübchen“ ein Projekt der Ökomodell-Region Schwalm-Eder vorgestellt worden ist.

Bei den „Schwälmer Rübchen handele es sich um Steckrüben, in der Schwalm früher auch unter dem Namen ‚Unnerkohlrabe‘ bekannt, erläuterte Stefan Itter vom Fachbereich Landwirtschaft und Landentwicklung Schwalm-Eder. Zusammen mit seiner Kollegin Stefanie Eisenach will der Koordinator Ökomodell-Region Schwalm-Eder mit dem Projekt „Schwälmer Rübchen“ traditionellen und in in Nordhessen bekannten Gemüsesorten, die aber immer seltener angebaut und in Supermärkten angeboten werden, z u mehr Bekanntheit verhelfen.

„Die traditionelle ‚Unnerkohlrabe‘ ist fast aus der hiesigen Küche verschwunden“, betont Jürgen Kaufmann. Wir möchten daher testen, ob es gelingen kann, für die Landwirtschaft daraus ein neues Standbein zu entwickeln“, so Kaufmann weiter. Die Ökomodell-Region Schwalm-Eder-Kreis begleitet daher mit Landwirtinnen und Landwirten, dem Maschinenring Schwalm-Eder und der Hephata Diakonie das Projekt, um Verbraucherinnen und Verbraucher, Handel und Gemeinschaftseinrichtungen von einer „neuen Zukunft“ dieses Traditionsgemüses zu überzeugen.

Einen ersten Beitrag dazu leistete Michael Nganda. Im Hephata-Foodtruck zauberte der aus Uganda stammende Koch, der derzeit seinen Internationalen Freiwilligendienst auf dem Hofgut Richerode leistet, verschiedene Kreationen aus den Schwälmer Rübchen.

Ließen sich das Schwälmer Rübchen schmecken: v. li.)Die Koordinatoren des Projekts „Schwälmer Rübchen“ Stefan Itter und Stefanie Eisenach, Erster Kreisbeigeordneter des Schwalm-Eder-Kreises Jürgen Kaufmann, Bundestagsabgeordneter Dr. Edgar Franke und Ingvar Grebe, Fachbereichsleiter Landwirtschaft und Landentwicklung Schwalm-Eder.

Das Veranstaltungsprogramm und weitere Informationen gibt es auf der Webseite: www.oekomodellregionen-hessen.de

Extra-Info: Ökomodell-Land Hessen

Zur Förderung einer ökologisch-nachhaltigen Landwirtschaft hat das Land Hessen mit dem ‚Ökoaktionsplan 2020-2025 Hessen‘ ein Instrument auf den Weg gebracht, um die Vermarktung von bio-regionalen Produkten in Hessen zu verbessern. Mit dem Ökoaktionsplan können neben den bestehenden Flächen- und Investitionsförderungen auch Modell- und Demonstrationsprojekte gefördert werden. Hierfür stehen in den Jahren 2020 - 2025 32 Millionen Euro Landesmittel bereit.

Um in den Regionen für eine nachhaltige Landwirtschaft zu werben, Betriebe beim Umstellen zu begleiten und geeignete Initiativen umzusetzen, wurden zwischen 2015 und 2020 insgesamt 13 Ökomodell-Regionen ausgewählt und anerkannt. Seit 2021 ist damit ganz Hessen Ökomodell-Land, das ist einzigartig in Deutschland.

Seit 2021 werden die Ökomodell-Regionen von einer Vernetzungsstelle bei der Marketinggesellschaft „Gutes aus Hessen“ begleitet, die den überregionalen Austausch unterstützt, gemeinsame Projekte der Öffentlichkeitsarbeit umsetzt oder Fachforen organisiert. Seit kurzem ist das Ökomodell-Land Hessen auch in den sozialen Netzwerken vertreten und der Aufbau eines Podcasts in Vorbereitung.

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