Heute: Horst W. Gömpel aus Treysa wird 80 Jahre alt

Horst W. Gömpel aus Schwalmstadt-Treysa wird 80 Jahre alt. Aus gegebenem Anlass ehrt lokalo24.de den Ehrenämtler, Geshcichtsforscher und Buchautor.

Kaum ein Tag, an dem er nicht mit einem Stapel Papiere unterm Arm durch die Treysaer Bahnhofstraße geht. Kaum ein Tag, an dem er nicht in etliche Gespräche verwickelt ist. In Schwalmstadt und Umgebung ist er bekannt wie ein bunter Hund: Horst W. Gömpel. Stolze 96 Vorträge und Buchlesungen hat er gehalten, fünf Gedenktafeln initiiert, zwei Ausstellungen präsentiert und etliche Auszeichnungen erhalten.

Gömpel ist begeisterter Geschichtsforscher, Autor, Ehrenämtler und ehemaliger Geschäftsmann. Am gestrigen Freitag, 11. Januar, durfte Gömpel Geburtstag feiern. Stolze 80 Jahre wurde er alt. Eine große Feier aber gab es nicht. „Aus gesundheitlichen Gründen wollten es meine Frau und ich etwas ruhiger angehen lassen. Außerdem leben viele meiner Wegbegleiter inzwischen leider nicht mehr“, sagt Gömpel nachdenklich. Auf die Frage, was sich jemand, der solch ein bewegtes Leben geführt und bereits durch etliche Auszeichnungen große Anerkennung erhalten hat, sich für sich selbst wünscht, antwortet er knapp: „Nichts anderes als Gesundheit.“

Leben

Horst W. Gömpel wurde am 11. Januar 1939 geboren. Er besuchte die Grundschule Treysa und anschließend das Schwalmgymnasium, das er mit dem Abitur abschloss. 1964 trat er in den elterlichen Betrieb, das Modehaus Gömpel in Treysa, ein.

Horst W. Gömpel

Sieben Jahre lang war er nebenberuflich als Lehrer an der Kreisberufsschule in Ziegenhain tätig, ehe er 1977 das Modehaus übernahm und das Geschäft erweiterte. Er beschäftigte in Treysa und Homberg bis zu 30 Mitarbeiter. 1997 verpachtete er an das Modezentrum Sauer.

Politik

Auch politisch war Gömpel nie untätig. Der emsige Geschäftsmann trat 1968 in die FDP ein. Von 1971 bis 1977 gehörte er dem Treysaer Ortsbeirat an. Später war er Stadtverordneter und Magistratsmitglied.

Vereinstätigkeit

Seinen Stempel drückte Gömpel auch Vereinen auf – beispielsweise dem ESV Jahn Treysa. Dessen Judo-Abteilung gründete er 1967 mit. Dabei war er mehrere Jahre auch Übungsleiter und trug den braunen Gürtel nicht ohne Stolz. Seit 1977 ist er zudem Mitglied des Lions-Clubs, zwischenzeitlich als Vorsitzender des Schwalmstädter Verbands und als sogenannter „Zonenchairman“. Gömpel gilt als Initiator des beliebten Rotkäppchen-Spendenlaufs. Als Vorstandsmitglied brachte er sich außerdem in der selbst mitbegründeten Handels- und Gewerbevereinigung Treysa ein.

Ehrenamt

Gömpels Anerkennung ist auch deshalb bis heute ungebrochen, weil er sich in etlichen ehrenamtlichen Positionen verdient gemacht hat und noch immer macht. So war er Mitglied im Prüfungsausschuss Einzelhandel der Industrie- und Handelskammer Kassel, ehrenamtlicher Arbeitsrichter beim Arbeitsgericht in Treysa, Verwaltungsratsmitglied der Stadtsparkasse Schwalmstadt sowie des Diakoniezentrums Hephata.

Als Vorstandsmitglied war er für den Einzelhandelsverband Hessen in Kassel und für die AOK im Schwalm-Eder-Kreis tätig. Er gehörte auch dem Aufsichtsrat der VR Bank Alsfeld/Kirchhain/Schwalmstadt an. Die größte Würdigung seines Wirkens erhielt der Schwälmer 2005 durch Staatssekretärin Oda Scheibelhuber. Sie überreichte das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Autor 

Zuletzt richtete sich das öffentliche Interesse auf Gömpels jüngste Beschäftigungen. Er setzte sich intensiv mit den Themen Flucht und Vertreibung auseinander. Dazu erzählt Gömpel gegenüber unserer Zeitung: „1986 war ich zum ersten Mal in Reischdorf, wo meine Frau geboren wurde. Sie wurde als Kind mit ihrer Familie vertrieben. Ich war geschockt, als ich in ihrer Heimat ankam. Vom einst belebten Örtchen waren nur der Bahnhof und ein toter Wald übrig geblieben. Es kam mir vor, als würde die Landschaft um den Verlust ihrer Gemeinde trauern.“

Von dort an zog es das Ehepaar oft nach Tschechien. Es machte Fotos und befragte Zeitzeugen im ehemaligen Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien. Während Horst W. Gömpel vor allem in Archiven die geschichtlichen Daten und Fakten recherchierte, schrieb Ehefrau Marlene Berichte von Zeitzeugen nieder. Nach zweijähriger, intensiver Arbeit feierten beide die Veröffentlichung ihres Buches „...angekommen. Vertrieben aus dem Sudetenland – Aufgenommen in Nordhessen – Vereint in der Europäischen Union“.

Apropos Marlene Gömpel: Ihr sei es zu verdanken, dass sich Gömpel in seinen vielen Ämtern so stark engagieren konnte. „Meine Frau hat mir immer den Rücken freigehalten“, weiß der Treysaer zu schätzen.

Rubriklistenbild: © Archiv

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