Hinter den Kulissen der Zirkusfamilie Gebrüder Köllner

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Der Circus Gebrüder Köllner wird in der sechsten Generation geführt. Was hinter dem Vorhang während der Vorstellung abläuft durften wir miterleben.

Treysa. Jürgen Köllner atmet noch einmal tief ein, nimmt den Kopf nach oben und atmet wieder aus. Dann öffnet sich vor ihm der schwarze Vorhang und er läuft lächelnd in die bunt beleuchtete Manege. Sechs gescheckte Pinto-Pferde traben hinter ihm her, die lockigen Mähnen schwingen rhythmisch mit – ein Hingucker für jeden Tierfreund.

Mit der Freiheitsdressur startet das eineinhalbstündige Zirkusprogramm der Gebrüder Köllner. Und das hat einen guten Grund: "Die Pferde können so in Ruhe vor der Vorstellung aufgezäumt werden, müssen sich dem Stress zwischen Umbau und Requisitentausch nicht aussetzen", erklärt Jason Köllner.

Viel Organisation und das richtige Timing gehören zu einem gelungenen Zirkusauftritt. Verschiedene Kostüme müssen schnell gewechselt, neues Makeup aufgelegt werden. Was für Laien kompliziert und stressig aussieht, ist für Familie Köllner routinierter Alltag. Bereits in der sechsten Generation führen sie den Familienzirkus mit viel Herzblut. "Fast alle Zirkusse haben es im Moment schwer. Aber aufhören kommt für uns einfach nicht in Frage. Das ist unser Leben," sagt Jürgen Köllner. Ein Leben, das im Wohnwagen stattfindet. "Alles Gewohnheit", kommentiert seine Frau Jessica. In ein paar Tagen erwarten sie ihren vierten Sohn. Schwangerschaft hin oder her, Jessica Köllner steht auch mit kugelrundem Bauch in der Manege und verzaubert mit ihrer Taubenrevue. Lediglich auf gefährlichere Nummern verzichtet sie.

Hinter dem Vorhang machen sich Daniela, Kirsten und Jason für ihre Jonglage-Show bereit. Während der Vorstellung fällt der eine oder andere Ball herunter, aber das wird einfach weggelacht. "Das passiert den Besten," erzählt Jessica. Trotzdem ärgern sich die Artisten kurz, als sie hinter dem Vorhang verschwinden. Lange haben sie dafür aber keine Zeit. Die nächste Nummer wartet darauf vorbereitet zu werden.

Die zwei jüngsten Söhne von Jessica und Jürgen – Ramon und Bernado – sind in ihren Clownskostümen für die Lacher  im Publikum zuständig. Ramon wartet schon mit zwei Ziegen hinter dem Vorhang und füttert sie mit Karotten. Die nette Geste scheinen die zwei Ziegen aber während der Vorstellung vergessen zu haben: Kunststücke will heute keine der beiden so richtig zeigen.

Nach der Vorstellung verabschieden sich die Artisten mit einem tosenden Applaus  vom Publikum. Endlich Feierabend? Von wegen! Jetzt geht die Arbeit erst richtig los: Die Tiere müssen versorgt, alle Requisiten wieder verstaut werden. Die Musikanlage wird abgebaut, Kabel eingerollt, bis alles wieder an seinem Platz ist. Ein 24-Stunden-Job, den die 15-köpfige Zierkusfamilie mit keinem anderen eintauschen will.

+++ Extra Info +++

Dieses Wochenende in Frielendorf

Wer die Show verpasst hat, kann von Freitag, 19. Juni, bis Sonntag, 21. Juni, den Circus Gebrüder Köllner mit seinem Programm in Frielendorf (Festplatz am Ruhlbach) sehen. Weitere Informationen zu Programmzeiten und Preisen unter Tel. 0157-32360151.

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