Wenn aus Kaffee und Milch Seife wird - „Hochland Zauber“-Gründerin Nadja Stumpf setzt auf bezahlbare Naturkosmetik aus überwiegend regionalen Bio-Rohstoffen

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Zaubert aus überwiegend regionalen Bio-Rohstoffen handgemachte Seifen, Cremes und mehr: Nadja Stumpf. Foto: Sorembik

Seit Jahren stellt Nadja Stumpf ihre Seifen und Cremes selbst her - Anfangs nur für sich, Familie und Freunde. Seit einiger Zeit vertreibt sie ihre Pflegeprodukte auch übers Internet und bald sogar im eigenen Lädchen in Sebbeterode. Was die Kunden erwartet, verriet Sie im Interview mit uns.

Gilserberg-Sebbeterode. Schon seit Jahren stellt Nadja Stumpf ihre Seifen und Cremes selbst her. Im Familien- und Freundeskreis erfreuen sich die naturbelassenen Pflegemittel großer Beliebtheit. Warum also nicht einen Schritt weiter gehen, hat sich die 38-Jährige gedacht. Unter dem Namen „Hochland Zauber“ bietet die dreifache Mutter seit einigen Monaten über diverse Online-Kunsthandwerk-Plattformen sowie einen eigenen Online-Shop Seifen, Cremes und andere Naturkosmetikartikel an. Alles 100-prozentig naturbelassen und umweltfreundlich. Neben der Auswahl ihrer Zutaten für Seife und Co. legt sie bei ihren Produkten großen Wert darauf, wieder verwendbare Gefäße zu verwenden oder ganz auf eine Verpackung zu verzichten.

Noch sind die liebevoll hergestellten Pflegeprodukte nur online erhältlich, doch Nadja Stumpf ist es wichtig, für ihre Kunden auch vor Ort da zu sein. Mitte September eröffnet sie deshalb in ihren Heimatort Sebbeterode eine kleinen aber feinen „Hochland-Zauber“-Laden. Mitten in der letzten Vorbereitung zur Eröffnung verrät die 38-Jährige im Interview mit dem SCHWÄLMER BOTEN wie die Idee zu „Hochland Zauber“ entstanden ist und was die Kunden demnächst in der Langen Straße 6 in Sebeterode erwartet.

Was steckt hinter „Hochland Zauber“? 

Frische und handgemachte Naturkosmetik, die nur mit Produkten aus Bio-Anbau hergestellt wird. Vieles kommt direkt aus der Region. Ob nun Honig, Kaffee oder die Mich, die ich in meinen Seifen und Cremes verwende, die Rohstoffe kommen aus dem Ort bzw. aus dem Hochland. Und das Bier für die Haarseife vom Schwalm Bräu. Was regional erhältlich ist, wird auch genutzt. Ansonsten greife ich auf Fair Trade und Bio-Ware zurück. Die Produktpalette reicht von festen Shampoo und Duschgel sowie Körper- und Haarseifen über Produkte für Gesichts-, Körper-, Hand- und Fußpflege bis hin zu Deodorants und Zahnpasta. Durch Bartpflege-Produkte für Männer und spezielle Kinderpflegeprodukte ist für die ganze Familie etwas dabei.

Naturkosmetik steht groß im Trend. Was hat Sie persönlich dazu bewegt, genau auf diese Produktsparte zu setzen? 

Auf die Idee Naturkosmetik selbst herzustellen kam ich, weil wir im Familienkreis viele Hautprobleme haben: Neurodermitis, Rosacea. Ich habe mich schon früher sehr viel mit Kräutern und natürliche Mitteln beschäftigt. Mit der Zeit habe ich dann angefangen, selbst Pflegeprodukte anzurühren und eigene Rezepte zu entwickeln und Seife zu kochen. Und da ich ungern Nippes kaufe, habe ich irgendwann die von mir selbst hergestellten Produkte auch zu Weihnachten und Geburtstagen verschenkt. Es kam gut an und hat bei den Hauterkrankungen geholfen.

Mir ist vor allem aber wichtig, dass die Produkte naturbelassen und gleichzeitig bezahlbar sind. Ausschlaggebend für meine Entscheidung meine selbst hergestellten Produkt nicht nur in Familien- und Freundeskreis zu verschenken, sondern auch zu verkaufen, war der Besuch in einem Shop, der ebenfalls mit frischer, handgemachter Naturkosmetik für seine Produkte wirbt. Als ich mir dort eine Bodylotion kaufen wollte, kam der Schock und zwar gleich zweimal – beim Preis, der unglaublich hoch war und bei den Inhaltsstoffen. Denn frisch und handgemacht war nicht viel - viele der verarbeiteten Zutaten waren minderwertig und rechtfertigten den Preis und die Bezeichnung als frische und handgemachte Naturpflegeprodukte nicht. Mein Mann sagte: „Dann mach‘s doch besser“ und seitdem – es ist nun acht Monate her – tüftele ich an entsprechenden Rezepten, um meinen Kunden naturbelassene und bezahlbare Alternativen zu herkömmlichen Kosmetikprodukten zu bieten.

Wie ist der Name entstanden?

Wir haben als Familie zusammen gesessen und gerätselt, wie man das Projekt nennt. Da die Produkte eine Heilwirkung und Verträglichkeit zeigten, sagte mein Mann „Das ist ja ein Zauberwerk“. Und da wir ja aus dem Hochland kommen, kamen wir auf „Hochland Zauber“.

Was unterscheidet die „Hochland-Zauber“-Produkte von anderen Naturkosmetik Cremes und Seifen?

Es ist alles wirklich handgemacht. Sowohl die Rohstoffe als auch die Formen sind von mir selber ausgewählt. Und selbst die kleinen Etiketten – alles handmade. Und natürlich 100 Prozent Bio-Ware.

Reden wir mal über den Standort Sebbeterode. Was hat sie dazu bewegt, hier auf dem Land mit Ihrem jungen Unternehmen zu starten?

Ich habe schon immer hier gelebt. Wir haben hier unser Häuschen. Seit kurzen habe ich hier um die Ecke auch drei Gärten, die ich bewirtschafte, um noch mehr Platz für den Anbau der Kräuter für die ätherischen Öle zu haben. Hier im Haus habe ich meine Seifenküche und im Nebengebäude, entsteht gerade ein wunderschönes kleines Lädchen – und das mietfrei. Was will ich mehr!

Stichwort Corona: Viele vor allem kleine Unternehmen haben derzeit keinen leichten Stand. Sie stehen gerade mit „Hochland Zauber“ in den Startlöchern. Sehen Sie die aktuelle Situation als Problem oder Chance für „Hochland Zauber“?

Vom beiden ein bisschen. Durch die Größe des Ladens, können nur wenige Kunden gleichzeitig ins Lädchen und die Maskenpflicht ist beim Schnuppern und Testen schon ein wenig hinderlich. Doch auf der anderen Seite, glaube ich, dass es viele Menschen zum Umdenken bringt, wenn es um die gesundheitlichen Aspekte von Pflegeprodukten geht. Man besinnt sich wieder mehr auf die Natur und ihre Wirkungsweisen – Stärkung des Immunsystems. Da kann schon eine Creme helfen.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten: Was würden Sie sich für „Hochland Zauber“ wünschen?

Dass es in der Region gut angenommen wird, dass die Menschen umdenken und mehr von handgemachten und unverpackten Sachen kaufen und ihnen bewusst wird, wie viel Gutes man sich selbst tun kann, wenn man hinschaut, was man kauft und vor allem, dass die Kunden merken, dass unsere Region viel Gutes bietet.

Alle „Hochland-Zauber“-Produkte können bereits jetzt online unter www.hochland-zauber.de bestellt werden. Das Lädchen in der Langen Str. 6 in Sebbeterode soll am 15. September zum ersten Mal seine Türen öffnen und dann jeden Dienstag (16 bis 18 Uhr), Freitag (16 bis 18 Uhr) und Samstag (10 bis 14 Uhr) sowie auf Anfrage unter 01728405147 zum Besuch einladen.

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