15 Hochsitze in Neukirchen mutwillig zerstört - rund 10.000 Euro Schaden

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Jagdpächter Jörg Winther hat eine Belohnung in Höhe von 1.500 Euro ausgesetzt, wenn die Hinweise zur Ergreifung des Täter führen.

Neukirchen. „Ich dachte, mich tritt ein Pferd“, erzählt Jörg Winther entsetzt. Seit etwa acht Jahren ist er Jagdpächter im Neukirchener Steinwald, doch das, was er am Donnerstag in seinem Revier vorfand, hatte er bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht erlebt: 15 seiner insgesamt 23 Hochsitze waren umgestürzt und so sehr beschädigt, dass er alle ersetzen muss. „Als ich vor 14 Tagen zum letzten Mal da war, war alles noch in Ordnung. Ich weiß, dass Sturm Sabine auch hier gewütet hat, aber das sind keine Sturmschäden. Da hat jemand absichtlich Gewalt angewendet“, ist sich Winther sicher. Auch die Polizei bestätige diese Vermutung.

Der Jäger habe den Sturm Kyrill miterlebt, dabei sei lediglich ein Hochsitz beschädigt worden. „Dass gleich 15 Stück umfallen, die alle in unterschiedlichen Windrichtungen und teilweise geschützt im Wald standen, das halte ich nicht für möglich.“ Auffällig sei auch, dass die Sitze, die sich in der Nähe von Straßen befinden, nichts abbekommen haben. „Da hätte man die Täter leicht beobachten können. Sie sind gezielt vorgegangen“, sagt Winther. Gemeinsam mit der Polizei habe er alle Tatorte genau unter die Lupe genommen. Dabei seien Reifenspuren sichergestellt und auffällige Kratzer an Bäumen bemerkt worden. „Es scheint so, als hätte jemand mit einer Seilwinde die Hochsitze umgerissen. Anders ist es auch nicht zu erklären, denn viele sind entweder fest am Baum oder mit Eisen in der Erde verankert. Die wirft man nicht ebenso mal um“, weiß der Jagdpächter.

Verdächtig sei außerdem, dass alle Plexiglasscheiben kaputt gegangen sind. Normalerweise sei das Material so stabil, dass es bei einem einfachen Umsturz des Hochsitzes nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. „In einem Fall stand ein Hochsitz sogar hinter einem Baum. Nun liegt er direkt davor. Das schafft kein Sturm“, ist sich der Jäger sicher.

Reparatur wird viele Monate in Anspruch nehmen

Der Schaden ist groß. Etwa 8.000 bis 10.000 Euro werde es Winther kosten, um alle seine Hochsitze zu reparieren. „Da ich in Nordrhein-Westfalen lebe und nur etwa alle zwei Wochen hierher komme, wird es einige Monate dauern, bis alle wieder stehen“, sagt Winther. Dabei müsse er sich eigentlich um andere Dinge kümmern. Denn als Jäger habe er die Aufgabe dafür zu sorgen, dass Wildschweine Wiesen nicht zerstören und Rehe keine Knospen von Bäumen fressen, um die Aufforstung nicht zu gefährden. „Dreht ein Wildschwein eine Wiese komplett auf links, muss ich den Schaden ersetzen“, erklärt der Jagdpächter. Aus diesem Grund seien die Hochsitze für seine Arbeit so wichtig, um das gesamte Revier im Blick zu behalten.

Winther hofft nun, dass die Ermittlungen der Polizei zu den Tätern führen. „Anzeige habe ich schon erstattet und es gab bereits Hinweise aus der Bevölkerung. Vielleicht haben noch andere etwas beobachtet“, hofft Winther. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täter führen, hat er eine Belohnung in Höhe von 1.500 Euro ausgesetzt.

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