Interview: Schwalmstadts CDU-Fraktionschef Marcus Theis stellt sich unseren Fragen

Er ist der Nachfolger von Karsten Schenk: Marcus Theis. Der Wieraer ist neuer Chef der CDU-Fraktion im Schwalmstädter Stadtparlament. Im Interview mit lokalo24.de steht er unserer Redaktion Rede und Antwort.

Nachdem Karsten Schenk plötzlich und für viele völlig unerwartet sein Amt als Vorsitzender der CDU-Fraktion in Schwalmstadt niedergelegt hatte (lokalo24.de berichtete hier), mussten sich die Christdemokraten auf die Suche nach einem Nachfolger begeben. Der war in Marcus Theis schnell gefunden. Unsere Zeitung traf den neuen CDU-Fraktionschef vergangene Woche zum Redaktionsgespräch.

Herr Theis, bevor Sie auf die Seite der Stadtverordneten wechselten, waren Sie Magistratsmitglied. Müssen Sie sich jetzt sehr umstellen?

Nein. Ich hatte grundsätzlich immer die Tendenz, mich dort zu engagieren, wo ich wohne und arbeite. Ich bin durch unseren ehemaligen Bürgermeister Dr. Gerald Näser zur Kommunalpolitik gekommen. Nach drei Monaten wurde ich bereits in den Vorstand des CDU-Stadtverbands gewählt.

Marcus Theis.

Ich hatte bei der jüngsten Kommunalwahl das Glück, von einem relativ hohen Listenplatz aus gewählt zu werden. Nach Wunsch der Partei bin ich Stadtrat geworden und war von da an erster Nachrücker für die Stadtverordnetenversammlung. Als Stadtrat leistet man ehrenamtlich einen erheblichen Zeitaufwand. Als Fraktionsvorsitzender wird der aber nicht weniger groß sein. Im Grunde ähneln sich die Tätigkeiten.

Und doch gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Stadträten und Stadtverordneten.

Natürlich. Im Magistrat wird man mit entscheidenden Aufgaben betraut. Als Stadtverordneter stellt man die Ideen und Pläne aus seiner Fraktion vor. Das kann man in den Parlamentssitzungen öffentlich machen.

Der Abgang von Karsten Schenk kam mit Pauken und Trompeten. Es ging Ihrem Vorgänger darum, die Öffentlichkeit wachzurütteln und den Fokus auf die Arbeit in der Verwaltungsspitze zu richten. Wie geht es nach diesem Donnerwetter jetzt weiter?

Miteinander. Wir wollen bei den großen Themen die jetzt anstehen möglichst alle Akteure an einen Tisch bekommen und gemeinsam Politik für Schwalmstadt machen. Dafür muss bei manchem Stadtverordneten auch noch ein Umdenken stattfinden. Persönliche Befindlichkeiten müssen zur Seite geräumt werden.

Die Parteifarbe ist Ihnen also nicht wichtig?

Ich bin niemand, der mit dem Parteibuch in der Hand durch die Gegend läuft. Es geht mir nicht um die Partei, sondern um die Sache. In der CDU bin ich gelandet, weil ich finde, dass sich dort eine tolle Truppe gefunden hat. Alle betreiben einen großen Aufwand in ihrer Freizeit. Mein Vater ist Sozialdemokrat. Ich hätte auch in die SPD gehen können. Ich denke aber, dass es doch die Hauptsache ist, sich sinnvoll und konstruktiv zu engagieren.

Eingebracht haben Sie sich zuletzt vor allem beim Thema Freibadsanierung in Ziegenhain. Welche Themen gehen Sie als nächste an?

Grundsätzlich habe ich unsere ruhige Region und die Stadt Schwalmstadt immer als sehr wohltuend empfunden. Aktuell aber ist diese Entschleunigung eher lähmend. Es geht vieles an uns vorbei. Als größte Stadt im Schwalm-Eder-Kreis sollten wir aktiver sein – zum Beispiel wenn es um das kommunale Gewerbegebiet an der A49 geht. Da sind wir einfach zu langsam. Es wird aber auch darum gehen, wie wir den Wegfall unseres größten Gewerbesteuer-Zahlers auffangen oder wie die Rolle des künftigen Stadtmanagers interpretiert werden wird. Den Ehrenamtlichen geht die Arbeit jedenfalls nicht aus.

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