ESV Jahn Treysa will Football-Abteilung aus dem Verein ausgliedern

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Football soll im nächsten Jahr nicht mehr zum ESV Jahn Treysa gehören: Die Schwalmstadt Warriors beim Heimspiel gegen die Neuwied Raiders im vergangenen Jahr.

Die Abteilung Football samt Cheerleading soll zum Ende des Jahres geschlossen werden. Grund dafür sei vor allem die Größe.

Treysa. Vor etwa zweieinhalb Jahren ist der American Football mit den Warriors wieder nach Schwalmstadt zurückgekehrt. Als Abteilung des ESV Jahn Treysa geht die Seniorenmannschaft im Mai in ihre dritte Saison – und mit ihr erstmals auch zwei Jugendmannschaften. Die Abteilung wächst, die Mitgliederzahl des ESV steigt. Doch genau das wird den Warriors jetzt zum Verhängnis. Der Aufsichtsrat des Vereins fordert: Die Footballer samt Cheerleader sollen einen eigenständigen Verein gründen.

„Eure Sportabteilung hat sich mittlerweile zu einer festen Größe etabliert, welche nicht mehr in das Gesamtgefüge des ESV Jahn Treysa passt“, heißt es in einem Schreiben an Marcus Theis, der vergangene Woche als Abteilungsleiter zurückgetreten ist. „Mir wurde in der Aufsichtsratsversammlung am vergangenen Mittwoch nahegelegt, für eine Abspaltung zu stimmen. Das wollte ich aber nicht machen. Als mir dann vorgeworfen wurde, dass ich damit meiner Abteilung schaden würde, bin ich als Leiter zurückgetreten“, erklärt Theis.

Für ihn sei es unverständlich, dass eine Abteilung wegen ihrer Größe ausgegliedert werden soll. „Als weiterer Grund wurden juristische Probleme genannt. Auf meine Frage, welche das seien, gab es aber keine Antwort. Es macht den Anschein, als würden einfach nur Gründe gesucht, um uns auszugliedern“, sagt Theis. Einen eigenen Verein zu gründen, würde die Warriors vor große Herausforderungen stellen. „Wir bräuchten noch mehr engagierte Mitglieder, die Aufgaben eines Vorstandes übernehmen. Darüber hinaus würden enorme Kosten auf uns zukommen, wie beispielsweise die Haftpflichtversicherung, die durch den ESV bereits abgedeckt ist“, so Theis.

Hohe Kosten sind es auch, die Verwaltungsratssprecher Jochen Helwig Sorgen bereiten. „Eine Ausrüstung allein ist ziemlich teuer. Hinzu kommen weite Fahrten zu Auswärtsspielen. Das ist für unseren Verein auf Dauer nicht zu stemmen.“ Darüber hinaus seien einige Ausgaben nicht zuvor mit dem Verwaltungsrat besprochen worden. „Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt und müssen sehen, wie wir die Rechnungen begleichen. Das ist den anderen Abteilungen gegenüber nicht fair“, sagt Helwig.

Die mangelnde Kommunikation zwischen Abteilung und Aufsichtsrat könne früher oder später auch zu juristischen Problemen führen. „Die Abteilung ist beispielsweise eine Jugendspielgemeinschaft mit Eschwege eingegangen – ohne Kenntnis des Aufsichtsrates“, sagt Helwig. Für ihn stellen sich nun vor allem rechtliche Fragen, etwa was passiert, wenn es bei Fahrten zu einem Unfall kommt.

Er stellt gegenüber lokalo24.de klar: „Wir wollen nicht, dass es keinen Football mehr in Schwalmstadt gibt. Die Abteilung kann nur nicht länger im ESV integriert sein. Die hohen Kosten würden auf Dauer den Gesamtverein bedrohen.“ Auch mit einer freiwilligen Zusatzleistung von acht Euro monatlich pro Abteilungsmitglied sei es nicht möglich, die Ausgaben zu begleichen.

„Der Verwaltungsrat hat für das Wohl des ESV entschieden, dass die Abteilung American Football samt Cheerleader zum 31. Dezember 2018 geschlossen wird. Das ist aber kein Rausschmiss“, sagt Helwig. Es sei ähnlich wie bei den Fußballern, die damals ebenfalls aus dem Verein ausgegliedert wurden, um dann im 1. FC Schwalmstadt aufzugehen. „So konnte weiter Fußball gespielt und der ESV Jahn finanziell entlastet werden“, so Helwig.

Der Aufsichtsrat bietet an, den Warriors bei der Neugründung beratend und unterstützend zur Seite zu stehen. „Wir hoffen, dass wir uns mit dem neuen Abteilungsleiter in Ruhe zusammensetzen und beraten können, wie sie sich am besten eigenständig organisieren können“, sagt Helwig. Theis hingegen hofft, dass die Abteilung weiterhin im Verein integriert bleibt. „Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Wir möchten uns noch mal zusammensetzen, um eventuelle Probleme zu besprechen und gemeinsame Lösungen zu finden.“

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