Jürgen Böhme aus Niedergrenzebach baut Kartonmodelle

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Mit Präzision und Geduld baut Jürgen Böhme seine Kartonmodelle. Meist sind es bekannte Bauwerke aus Europa.

Niedergrenzebach. Anmutig blickt Jürgen Böhme auf den italienischen Petersdom. Es sind die Details, wie die Apostel auf dem Säulenbogen, die den Niedergrenzebächer besonders faszinieren. Vorsichtig zeigt er mit seinem Finger auf die zerbrechlichen Elemente des Weltkulturerbes, denn Böhme hat das Gebäude als Kartonmodell nachgebaut.

Doch bevor er sich an diese aufwendige Arbeit herantraute, mussten 20 Jahre vergehen. „Man braucht viel Erfahrung, um so ein Modell zu bauen. Es hat ein Jahr gedauert, bis ich den Petersdom fertiggestellt hatte und ich bin stolz auf das Ergebnis“, erklärt Böhme. Auf seinem ausgebauten Dachboden sammelt er seine Werke. Hier stehen Schlösser, Burgen und Kathedralen aus Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien.

Vor 30 Jahren hat ihn das Modellbau-Fieber gepackt. Angefangen habe er damals mit kleinen Flugzeugen. Lange Zeit musste er üben und einige Modelle in den Mülleimer werfen, bevor er die Techniken beherrschte. Die Faszination, aus Papier detailgetreue Objekte herzustellen, ließ ihn nicht aufgeben. „Aus zweidimensionalen Blättern entsteht etwas Dreidimensionales. Das ist einfach toll“, sagt Böhme.

Die Arbeit sei filigran und benötige äußerste Präzision. Stundenlang rollte Böhme beispielsweise die einzelnen Säulen des Schiefen Turms von Pisa um Stecknadeln. „Man braucht wirklich viel Geduld. Verschneide oder verklebe ich mich einmal, haut der Rest nicht mehr hin und ich kann das Modell wegschmeißen“, sagt der Rentner. Mittlerweile baut er am liebsten Weltkulturerbe nach. Sein Ziel ist eine eigene Ausstellung. „Mir fehlen nur noch wenige Modelle, um 50 Weltkulturerbe aus Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien zusammenzustellen“, sagt der 75-Jährige.

Diese Absicht hatte er von Beginn an. Einfach nur Modellbau war ihm zu langweilig. „Ich wollte mich immer von anderen Modellbauern abheben. Außerdem möchte ich meine Begeisterung teilen“, sagt der ehemalige Berufssoldat. Böhme reizen die einzelnen Baustile und die Geschichte hinter den Fassaden. Passend dazu sammelt Böhme Briefmarken, auf denen die verschiedenen Gebäude abgebildet sind.

Aktuell baut der Rentner am Berliner Schloss. Die Bögen liegen bereits geordnet auf dem Basteltisch, seine Werkzeuge daneben. „Es macht einfach Spaß, schöne Gebäude nachzubauen. Richtig zufrieden bin ich, wenn das Modell fertig ist und ich mir das gelungene Ergebnis anschauen kann“, sagt Böhme.

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