Kaffee-Sommelier Kim Noack eröffnet Kaffee-Rösterei in Gilserberg-Lischeid

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Mitten in der Kellerwälder Provinz, im beschaulichen Gilserberger Ortsteil Lischeid, erfüllt sich Kim Noack einen Lebenstraum. Er eröffnet seine eigene Kaffeerösterei. Wir durften dem Kaffee-Sommelier vorab schon einmal beim Röstprozess über die Schultern schauen.

Gilserberg-Sachsenhausen. 340 Einwohner, kein Lebensmittelgeschäft und kaum Infrastruktur: Der beschauliche Gilserberger Ortsteil Lischeid hat neben seiner idyllischen Lage nicht gerade viel zu bieten. Jetzt aber wird das Örtchen in der Provinz um eine Attraktion reicher. Am 15. Juni öffnen Kim Noack und seine Familie ihre Kellerwälder Kaffeerösterei. Unsere Redaktion durfte vorab schon einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen und dem Kaffee-Sommelier beim Röstprozess über die Schultern schauen.

Kim Noack öffnet einen der prallgefüllten Jutesäcke. Millionen erbsengroßer, grüner Bohnen kommen zum Vorschein. Mit einer kleinen Schippe schüttet er das fair gehandelte Rohprodukt, das den Weg aus Honduras über den Hafen Hamburgs nach Lischeid fand, in seinen Kaffeeröster. Die niederländische Maschine der Firma Giesen brummt unüberhörbar. „Der Trommelröster arbeitet mit einem sehr schonenden Verfahren. Das ist vor allem gut für Menschen mit sensiblem Magen“, erklärt Noack. Die Röstung von 15 Kilogramm Bohnen dauert etwa 20 Minuten. Nach dem Vorheizen misst der Röster eine Temperatur von 200 Grad Celsius.

Über einen Laptop reguliert Noack die Wärme im Innern des Gerätes. Immer wieder zieht er ein paar Bohnen hinaus, um sich vom Röst-Fortschritt zu überzeugen. Als sie 190 Grad erreicht haben, öffnet der Experte die Klappe. Die Bohnen, inzwischen haben sie ihre charakteristische, dunkelbraune Färbung erhalten, purzeln in ein großes, rundes Kühlsieb.

Es folgt ein letzter Qualitätscheck ehe es für die Bohnen ab in die Edelstahl-Eimer geht. „Hier ruhen sie drei bis vier Tage, um ihr Aroma voll entfalten zu können“, erklärt Noack. Der begeisterte Kaffeetrinker („Ich trinke an die acht Tassen pro Tag. Aus Genuss, Ritual und zum Runterkommen“) weiß, dass nicht all zu viel Zeit zwischen Röstung und Genuss liegen sollte. Mit jedem Tag verlieren die Bohnen Aromen. Zu Beginn seien das noch 800 verschiedene je Bohne.

Moderne Rösterei statt alter Tierstall

Wie akribisch der Kaffee-Liebhaber vorgeht, beweist sich beim Vorbereiten unseres „Test-Trinkens“: Noack wiegt sein Kaffeemehl aufs Gramm genau ab. Dabei bleibt etwas Zeit, um über den beruflichen Werdegang des gebürtigen Thüringers zu sprechen. Der führte ihn quer durch die Gastronomie.

Der gelernte Hotelfachmann, der in Sterne-Restaurants arbeiten durfte, leitet inzwischen die Hephata-Cafeteria in Treysa – wohl auch, um genügend Zeit für seine beiden Leidenschaften zu haben: die Kaffeerösterei und die Familie. Im Haus seiner Schwiegereltern und mit tatkräftiger Unterstüzung der Angehörigen ließ er hier seine Rösterei entstehen. Kaum zu glauben, aber wahr: Dort, wo jetzt die moderne Rösterei ihren Platz gefunden hat, befand sich bis vor Kurzem noch ein Stall.

Rösterei öffnet erstmals am kommenden Freitag

Warum aber ausgerechnet Kaffee? „Ich fragte mich nach meiner Ausbildung, wie ich mich fortbilden kann. Da stieß ich auf einen Kurs für Barista. Ich war Nicht-Kaffeetrinker und wurde durch den Kurs zum Liebhaber“, erinnert sich Noack. Seine Leidenschaft ging soweit, dass er sich anschließend gar zum Kaffee-Sommelier ausbilden ließ – und nun eben seine eigene Rösterei gründet.

Eröffnung ist am kommenden Freitag, 15. Juni. Von da an wird die Kellerwälder Kaffeerösterei (Mengsberger Straße 4 in Gilserberg-Lischeid) immer montags bis freitags von 11 bis 14 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet sein. Übrigens: Noacks Kaffeerösterei, in der Kunden immer samstags das Rösten ihres Kaffees live erleben können, beinhaltet auch einen DHL-Paketshop. Mehr Infos zur neuen Rösterei gibt es ab dem 30. Juni im Internet auf www.kellerwald.coffee.

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