Karnevalsgruppe "Die Gazellen" aus Treysa feiert 30-jähriges Bestehen

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Freuen sich auf ihren Auftritt zum 30-jährigen Bestehen: Die aktiven Mitglieder der „Gazellen“.

Die Tanzgruppe des Karnevals-Komitees der Liedertafel Treysa (KKdLT) ist für ihre aufwändigen Bühnenshows bekannt.

Treysa. Viel nackte Haut und knackige Männerhintern – darauf können sich die Zuschauer bei den Auftritten der „Gazellen“ immer freuen. Die Gruppe des Karnevals-Komitees der Liedertafel Treysa (KKdLT) feiert in diesem Jahr 30-jähriges Bestehen. Damals wetteten Stefan Freigang und andere Männer mit Gardistinnen, dass sie genauso grazil auf der Bühne tanzen könnten, wie die Frauen.

Mit rosa Tütü trauten sie sich tatsächlich auf die Bühne und kamen so gut an, dass sie noch heute zu den beliebtesten Acts des Treeser Karnevals zählen. 1995 schafften es die „Gazellen“ sogar auf die Hessentagsbühne in Treysa. „Wer bei uns mitmacht, braucht auf jeden Fall Selbstbewusstsein“, sagt Matthias Schmidt, der selbst seit 29 Jahren als überzeugte „Gazelle“ auf der Bühne steht. Die Tänzer ziehen sich nämlich immer mitten auf der Bühne und vor den Augen des Publikums um. Bis auf ihre charakteristischen Springerstiefel und die schwarzen Unterhosen zeigen sie dabei ausschließlich nackte Haut.

Bis zum Auftritt liegen viele Wochen Training und intensive Übungsstunden hinter den „Gazellen“. Das Motto, die Musik und die einzelnen Tänze erarbeiten die beiden Gruppenleiter Schmidt und Thorsten König gemeinsam mit Choreografin Maike Drescher. Die bringt als ehemalige Gardistin und ehemaliges Funkenmariechen seit acht Jahren die nötige Erfahrung und Kreativität mit. „Davor hat uns Christiane Dunszewski unterstützt“, sagt Schmidt.

So nahm alles seinen Lauf: Die „Gazellen“ bei ihrem ersten Auftritt im rosa Tütü gemeinsam mit Funkenmariechen Cornelia Korell.

Auch, wenn sie sich nicht immer so grazil über die Bühne bewegen wie Gardistinnen, ist der Anspruch an einen guten Auftritt genauso hoch. „Früher habe ich noch Videokamera und einen ganzen Wäschekorb voll Kabel mitnehmen müssen, damit wir unsere Proben filmen und anschließend analysieren konnten. Selbst den Röhrenfernseher musste ich mitbringen“, erinnert sich Schmidt. Heute würde einfach mit der Handykamera gefilmt und das Video danach in die Whatsapp-Gruppe verschickt.

Zur optimalen Bühnenshow gehören für die „Gazellen“ auch perfekte Kostüme. Die lassen sie nach ihren Wünschen und Bedürfnissen anfertigen. Bis zu ihrem Tod vor zwei Jahren war Edith Trebing dafür verantwortlich. Die „Gazellen-Mutter“ stand seit Gründung hinter der Gruppe. Sie fertigte sogar einen eigenen Orden an, der aus dem Wappentier – einem Elefanten (siehe Extra Info am Ende des Textes) – besteht und stolz von den Mitgliedern getragen wird. „Es ist einfach ein Unterschied, ob man ein selbstgenähtes Kostüm oder eins von der Stange trägt“, erklärt Schmidt.

Für den 30. Bühnengeburtstag haben die „Gazellen“ eine ganz besondere Show auf die Beine gestellt. Zu den 18 Mitgliedern – darunter auch der amtierende Prinz Christian II. vom Grenzebachtal – gesellen sich sieben ehemalige „Gazellen“ hinzu. „Die Zuschauer dürfen sich auf eine Tour durch Hamburg mit vielen Überraschungen freuen“, verrät Schmidt.

+++ Extra Info +++

So entstand der Gruppenname

Dass die „Gazellen“ Humor haben und sich selbst nicht immer zu ernst nehmen, beweist auch ihr Name. Der trägt nämlich den Zusatz „Oder wie heißt das Tier mit dem Rüssel?“. Die Mitglieder studieren jedes Jahr anspruchsvolle Tänze ein und bedienen sich dabei auch vielen Gardeschritten. Sie wollen elegante Tänze darbieten, sind sich aber dessen bewusst, dass sie dabei nicht immer so graziös aussehen, wie Gardistinnen. Ihr offizielles Wappentier ist daher auch keine Gazelle, sondern ein Elefant.

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