Halter reagieren auf Katzenschutzverordnung in Schwalmstadt

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Kein schöner Anblick: Petra Ziegert-Postleb muss oft kranke und erschöpfte Katzenbabys aufnehmen und pflegen. Um das Elend zu reduzieren, gilt seit April eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht in Schwalmstadt.

Seit April gilt die Kastrations- und Registrierungspflicht für Freigänger-Katzen in Schwalmstadt. Schon jetzt haben viele Tierhalter reagiert.

Schwalmstadt. Der 1. April war für Petra Ziegert-Postleb von der Tiernothilfe Schwalmstadt kein Tag zum Scherzen – dafür aber zum Feiern. Denn seit diesem Tag gilt die Kastrations- und Registrierungspflicht für Freigänger-Katzen in Schwalmstadt. Ein Ergebnis, für das die Tierliebhaberin lange kämpfen musste. „Uns wurden viele Felsbrocken in den Weg gelegt, aber am Ende haben sich die Mühen bezahlt gemacht“, resümiert sie.

Petra Ziegert-Postleb.

Mit der Kastrationspflicht sollen die wilde Vermehrung und die Übertragung von Krankheiten reduziert werden. „Besonders ältere Kater tragen oft Viruskrankheiten wie Katzenaids in sich, das über Blut oder Sperma übertragen wird“, erklärt Ziegert-Postleb. Viele Wildkatzen können sich selbst oder ihren Nachwuchs nicht ernähren.

Oftmals verhungern oder sterben sie qualvoll an einer Krankheit. „Wir fangen regelmäßig Wildkatzen ein, lassen sie kastrieren und chippen. Danach setzen wir sie wieder im Fundgebiet aus. Die Aktionen sind aber mit hohen Kosten verbunden und von uns allein deshalb nicht zu stemmen“, sagt Ziegert-Postleb.

Kennzeichnung auch für Wohnungskatzen wichtig

Die Kennzeichnung legt sie nicht nur Haltern von Freigängern ans Herz. „Auch Wohnungskatzen reißen manchmal aus. Wenn wir Ausreißer finden, können wir sie durch den Chip zuordnen und zurück zu ihren Besitzern bringen“, erklärt die 55-Jährige.

Wer seine Freigängerkatze weder kastrieren noch registrieren lässt, müsse mit einer Anzeige rechnen. Es handele sich um eine Ordnungswidrigkeit, für das in Schwalmstadt vorerst aber kein Bußgeld ausgesetzt sei, erklärt Ziegert-Postleb. Die Besitzer würden erst einmal darauf aufmerksam gemacht, dass die Verordnung gilt und sie ihre Katzen schnellstmöglich kastrieren und registrieren lassen müssen.

Ein Nachweis könne dann durch das Ordnungsamt eingeholt werden. Sollte auch dann die Katze weder kastriert noch registriert sein, könne es zu einer Ordnungsstrafe kommen. „Verantwortungsvolle Tierhalter werden ihre Katzen allerdings ohne zu zögern kastrieren und registrieren lassen“, ist sich Ziegert-Postleb sicher.

Tierärztin bekommt vermehrt Anfragen

Tierärztin Dr. Beate Christ-Mackedanz aus Treysa begrüßt die Verordnung. „Die meisten Halter lassen ihre Katzen kastrieren, aber es gibt trotzdem Einzelfälle, in denen die Besitzer unbelehrbar sind. Deshalb sind wir froh, dass es nun eine offizielle Verordnung gibt“, erklärt die Tierärztin. Sie sei gespannt, ob durch die Verordnung tatsächlich die Anzahl der Jungtiere verringert wird.

Die Auswirkung auf Tierhalter sei dagegen bemerkbar. „Seit April haben wir vermehrt Anfragen zur Kennzeichunung bekommen. Da scheint die Verordnung für Verunsicherung zu sorgen“, sagt Christ-Mackedanz. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Tiernothilfe bekomme sie das Katzenelend rund um Schwalmstadt hautnah mit. „Jetzt müssen wir abwarten. Im Laufe des Sommers kann man dann vielleicht schon abschätzen, ob die Verordnung zur Besserung führt.“

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