Kein barrierefreier Umbau des Bahnhofs Treysa in Sicht – Stadtparlament verabschiedet Resolution

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Rollstuhlfahrer sind am Treysaer Bahnhof im Nachteil.

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Schwalmstadt fordert den schnellstmöglichen barrierefreien Umbau des Bahnhofs Treysa.

In ihrer Sitzung am 1. Februar haben die Stadtverordneten eine entsprechende Resolution einstimmig verabschiedet. Im Schreiben an Dr. Richard Lutz, den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, wird die Position der Stadt Schwalmstadt noch einmal deutlich: „Die Realisierungs- und Finanzierungsvereinbarung ist unverzüglich zur Unterzeichnung vorzulegen und die notwendigen Sperrpausen sind zu beantragen.“

Die unmissverständliche Botschaft nach Berlin lautet: „Die Stadtverordnetenversammlung fordert die Deutsche Bahn AG auf, den Bahnhof Treysa schnellstmöglich barrierefrei und entsprechend der EBA-Genehmigung umzubauen.“ Mit großer Sorge sehe das Stadtparlament auf den „Realisierungs-Stillstand“ bei der Deutschen Bahn. Gemeint sind die Bestrebungen vom Bundesverkehrsministerium und der Deutsche Bahn AG, die Bahnsteighöhen auf 76 Zentimeter zu vereinheitlichen (wir berichteten hier).

Für eine weitreichende Barrierefreiheit wäre die Realisierung dieses Vorhabens hinderlich und unwirtschaftlich. In Schwalmstadt etwa besteht zwar für den barrierefreien Umbau des Treysaer Bahnhofs längst Baurecht, jedoch nur für eine angepeilte Bahnsteighöhe von 55 Zentimetern.

Die Umsetzung des neuen Bahnsteigkonzepts der Deutschen Bahn würde ein neues Planfeststellungsverfahren bedingen, mehr Geld kosten und mehr Zeit in Anspruch nehmen. Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs sei eines der zentralen Projekte in den Entwicklungen von Stadt und Region. „Die Verzögerung eines genehmigten und baureifen Gesamtprojekts ist nicht akzeptabel, gerade auch im Hinblick auf die zahlreichen sozialen, ja prägenden Einrichtungen unserer Stadt, die es so in den meisten vergleichbaren Städten nicht gibt“, heißt es im Schreiben an Bahn-Chef Lutz.

Die Stadt Schwalmstadt beteilige sich nicht unerheblich an den Kosten, die sich durch einen zukünftigen Baubeginn sicherlich auch noch weiter erhöhen werden. Die möglichen Mehrkosten aufgrund der nun erfolgten Zeitverzögerungen dürften nicht zu Lasten der Stadt gehen. Auch wegen dieser Bereitstellung von Mitteln habe die Öffentlichkeit die berechtigte Erwartung und ein großes Interesse daran, dass endlich etwas passiert.

Auch rechtlich gebe es einen Anspruch auf Barrierefreiheit. Das von Schwalmstadts Bürgermeister Stefan Pinhard unterzeichnete Schreiben verweist dabei auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. „Es sollte heutzutage eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass dies in besonderem Maße für unsere Bahnhöfe gilt“, so die Auffassung im Schwälmer Mittelzentrum. Fragen von Bahnsteighöhen oder förderrechtliche Belange dürften ein solch wichtiges verkehrspolitisches Projekt nicht scheitern lassen.

„Als Stadtverordnetenversammlung fordern wir ein klares Bekenntnis aller Beteiligten zum zeitnahen barrierefreien Ausbau des Bahnhofs in Treysa. Als Stadt und als Region möchten wir transparent informiert werden. Seit Monaten gibt es von Seiten der DB AG keine offizielle Kommunikation mehr“, so die Kritik aus Schwalmstadt.

Sollte eine erneute Änderung des genehmigten Plans notwendig werden, so fordere die Stadtverordnetenversammlung von der Deutschen Bahn den Durchbruch der Unterführung an der Süd-West-Seite bei den Gleisen 5 und 6 mitzubeantragen. So könnte eine Verbindung zu den Radwegen und dem Parkplatz Haaßehügel erstellt werden.

Wie es an anderen Bahnhöfen im Schwalm-Eder-Kreis aussieht und was Landrat Winfried Becker zu den Verzögerungen sagt, lesen Sie hier.

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