Kita-Streik in Schwalmstadt: Ver.di kritisiert Stadtverwaltung

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Die Gewerkschaft ver.di behauptet, die Stadtverwaltung in Schwalmstadt habe Mitarbeitern der Kindertagesstätten das Streiken verboten.

Von MICHAEL SEEGER und AYLIN LANDZETTEL

Schwalmstadt. Dieser Vorwurf hat es in sich: Eine Gruppe von ver.di-Mitgliedern behauptet, in Schwalmstadt sei den Kita-Mitarbeitern das Streiken verboten worden. Jetzt – drei Wochen nach Beginn des bundesweiten Kita-Streiks – hat der Tarifkonflikt auch in Schwalmstadt Einzug gehalten.

In der gesamten Republik streiken rund 150.000 Menschen aus dem Sozial- und Erziehungsdienst. Seit Kurzem solidarisieren sich auch einige Schwalmstädter mit ihren unzufriedenen Kollegen. Ermutigt wurden sie durch eine ver.di-Delegation aus Kassel. Die zog am Mittwoch spontan und unangekündigt durch die beiden Stadtteile Ziegenhain und Treysa. In den dortigen Kindertagesstätten machten sie auf Missstände in ihrem Beruf aufmerksam. Ihr Ziel: die Aufwertung ihres Jobs – sowohl finanziell als auch im Ansehen der Gesellschaft. "Wir haben gehört, hier habe die Stadtverwaltung das Streiken verboten. Also sind wir gekommen, um unsere Kollegen zu unterstützen. Wir wollen sie bestärken, damit sie beim Streik mitmachen", sagte ver.di-Sprecherin Chris Bauer.

Den Auftakt ihrer Kundgebung machte die Gruppe vor dem Treysaer Rathaus. Dort hofften sie auf eine Stellungnahme von Bürgermeister Näser. Was sie nicht wussten: Der Rathaus-Chef befand sich zu diesem Zeitpunkt aus gesundheitlichen Gründen schon nicht mehr am Arbeitsplatz. Auf unsere Nachfrage versicherte sein Vertreter, Erster Stadtrat Detlef Schwierzeck: "Es wird garantiert kein Streik untersagt." Sekretärin Petra Steuernagel bezeichnete den ver.di-Vorwurf schlichtweg als "Unsinn".

Und auch Dagmar Müller, Leiterin der Ziegenhainer Kindertagesstätte im Steinweg, widersprach der Kritik der ver.di-Mitglieder: "Uns wurde der Streik nicht verboten". Bislang haben ihre Mitarbeiterinnen auf einen Streik verzichtet, weil sie keine Lohn-Einbußen eingehen wollten, so Müller weiter. Für jeden Tag, den Erzieherinnen in städtischen Kitas fehlen, werde ihnen anteilig Lohn abgezogen. "Viele überlegen jetzt, der Gewerkschaft beizutreten", sagt Müller. Denn im Streikfall übernehme diese die Lohn-Fortzahlung.

Erzieherinnen fürchten Folgen des Streiks

Ganz anders klang das im Ziegenhainer Kinderhaus Sonnenschein. Dort äußerten zwei Mitarbeiterinnen ihren Wunsch, mitstreiken zu dürfen. Auf die Frage, was sie daran hindert, antworteten sie: "Wir fürchten die Folgen."Sympathie fanden die ver.di-Mitglieder auch in der Treysaer Kindertagesstätte "Zwergenschatz". Kita-Leiterin Christina Lutz lobte das Engagement der ver.di-Gruppe. Ihr Team würde sich sehr über Gehaltserhöhungen, einen verbesserten Personal-Schlüssel und eine moderne Kita-Ausstattung freuen, so Lutz im Gespräch mit dem Schwälmer Bote. Doch bei allen inhaltlichen Übereinstimmungen zwischen Kita-Leitung und ver.di-Protestlern, stellte Lutz klar: "Von einem Streik-Verbot weiß ich nichts."

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