Konzept Bikepark: Jugendliche wollen im Stadtpark Neukirchen Extremsport machen

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Hoffen darauf, einen Mountainbike-Park auf dem alten Sportgelände in Neukirchen errichten zu können: (v. li.) Thorsten Brill, Katrin Damm, Konrad Klein, Tom Pfeiffer, Louis Ritter und Adrian Damm.

Schon bald wird der Sportplatz im Neukirchener Stadtpark ausgedient haben. Dann ziehen die Fußballer des SC Neukirchen auf ihren neuen Kunstrasenplatz um. Doch was passiert mit dem bisherigen Sportplatz, der "Knüllkampfbahn". Geht es nach einigen Jugendlichen könnte hier ein Bikepark entstehen.

Am Anfang stehen viele lose Ideen. Einige werden schnell wieder verworfen. Andere reifen heran und scheitern dennoch. Aus wieder anderen werden konkrete Konzepte, die zur Realisierung eines Projekts führen können. So auch in Neukirchen, wo sich Bürger aktuell die Frage stellen, wie es mit der „Knüllkampfbahn“ weitergehen soll.

Die bisherige Spielstätte des ansässigen Fußballklubs wird bald ausdienen. Dann werden die Neukirchener Fußballer ihre Spiele und Trainingseinheiten ausschließlich auf dem erneuerten Kunstrasen im Steinwaldstadion und in Röllshausen absolvieren. Und im Stadtpark, wo der traditionsreiche SCN in den 1990er in der Regionalliga auf Punktejagd ging? „Da könnte ein Bikepark entstehen“, so die Idee von Thorsten Brill, Geschäftsführer des Wirtschafts- und Tourismusvereins „Pro Neukirchen“.

Sport in der Natur statt Medienkonsum zu Hause

„Mit dem Bikepark möchten wir dafür sorgen, dass die Jugendlichen eine gemeinsame Aufgabe haben. Die Suche nach Herausforderungen und deren Bestehen ist ein elementarer Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Ein Bikepark wäre ein ideales Mittel“, meint Katrin Damm. Die Neukirchenerin weiß, wovon sie spricht. Ihr Sohn ist begeisterter Mountainbiker. Sie ist froh, dass Adrian das Radfahren in der Natur dem Medienkonsum vorzieht.

Aber: Ihm und seinen Freunden fehlt es an Möglichkeiten, ihr kreatives Hobby ausüben zu können. „Wir müssen erst über den Schwalm-Radweg nach Treysa fahren, um dann im dortigen Bikepark trainieren zu können“, erkärt Adrian. Es ist der bislang einzige in der näheren Umgebung. „Ansonsten müssen wir nach Winterberg“, ergänzt Tom Pfeiffer.

So fährt Tom Pfeifer Fahrrad:

Der begeisterte Biker aus Schwalmstadt hat sein Hobby sogar zum Beruf gemacht. Als Profi nimmt er an Wettkämpfen in ganz Europa teil. Um sich in seiner Heimat besser auf die „Contests“ vorbereiten zu können, erhofft sich Tom mehr Trainingsmöglichkeiten. An der Realisierung des Treysaer Bikeparks hatte er bereits maßgeblich mitgewirkt. Das wolle er auch wieder machen, wenn ein weiterer Park entsteht. Geht es nach Adrian Damm, dessen Mutter Katrin, Louis Ritter und Thorsten Brill, ist Neukirchen der geeignete Ort für eine weitere Trainingsstätte für Sportler wie Tom.

Praktische Lage am Schwalm-Radweg

Brill sieht viele Vorteile: „Wir haben hier schon jetzt etwa 30 Fahrer, aber keine Fläche. Die Knüllkampfbahn liegt zentral genug, um die Innenstadt schnell zu erreichen. Es sind genügend Parkmöglichkeiten, eine öffentliche Toilette und Sitzmöglichkeiten für Besucher vorhanden. Wir könnten auch den gegenüberliegenden Skatepark mit in den neuen Bikepark integrieren. Dann fühlen sich die dortigen Anwohner auch nicht mehr von den Geräuschen gestört, die durch die Rollen auf den Rampen erzeugt werden.“

Hinzu kommt: „Der neue Park wäre praktisch gelegen – direkt am Schwalm-Radweg. Dann könnten auch Fahrer von außerhalb sicher nach Neukirchen kommen“, sagt Konrad Klein aus Merzhausen.

Jugendliche und Damm erarbeiteten ein Konzept

Inzwischen haben die Jugendlichen, zusammen mit Katrin Damm, ein Konzept zu Papier gebracht. Darin formulieren sie: „Ziel ist es, Neukirchen noch ein Stück familienfreundlicher zu gestalten“. Das Angebot an Sport- und Spielstätten soll Bürgern eine hohe Lebensqualität zusichern. Der Bikepark, der in Neukirchen entstehen könnte, sollte vielen Ansprüchen gerecht werden und von Profis und Anfängern sowie von Kindern, als auch Erwachsenen genutzt werden können. Weiter heißt es im Konzept, dass der Bikepark zum Treffpunkt und Ort des Austausches dienen soll. Illegale Strecken in Wäldern sollen dadurch vermieden werden.

Um eine Entscheidung über die Verwendung des Geländes treffen zu können, muss das Thema in den politischen Gremien behandelt werden. Im Herbst soll es eine Ortsbegehung durch den Magistrat geben.

Ein weiteres Konzept steht: Gastronom Schimek plant einen Glamping-Zeltplatz

Bei der Idee zur Entwicklung eines Parks für Downhill-, BMX- und Mountainbiker handelt es sich nicht um das einzige Konzept, das der Stadtverwaltung vorliegt. Roland Schimek, Eigentümer des benachbarten Restaurants „Zum hungrigen Wolf“, beispielsweise strebt einen Glamping-Zeltplatz an. „Der könnte sich an Übernachtungsgäste richten, die mehrtägige Touren mit ihren Fahrrädern bestreiten“, so der Gastronom gegenüber unserer Zeitung.

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