Kreisjagdverein Hubertus Ziegenhain demonstriert in Wiesbaden

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Demonstration gegen die geplante Jagdverordnung: KJV Hubertus Ziegenhain geht in Wiesbaden auf die Straße

Wiesbaden/Schwalm-Eder. Hessens Jäger sind verärgert. Sie bangen um ihr Jagdrecht. Grund ist die Ankündigung einer neuen Jagdverordnung (JVO) in Hessen. Um die zu vermeiden, gingen rund 2.500 Jäger am Samstag in Wiesbaden auf die Straße – unter ihnen auch die Mitglieder des Kreisjagdvereins Hubertus Ziegenhain (KJV). In orangefarbenen Warn-Westen und mit Jagdhörnern ausgestattet machten sie ihrem Ärger Luft.

"Die in Hessen geplanten extrem kurzen Jagdzeiten für Fuchs, Steinmarder, Rabenkrähe und Elster sind sachlich nicht gerechtfertigt und wissenschaftlich nicht begründet", kritisierte Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes (LJV), in Wiesbaden.

Er warnte zudem vor den verheerenden Folgen einer Verordnung, "die deutlich die jagdfeindliche Handschrift des Nabu trägt". Die Artenvielfalt werde in Feld und Flur weiter sinken, wenn die Jagd auf räuberische Arten drastisch eingeschränkt werde, so der LJV-Vorsitzende.

Die anschließenden Worte der tier- und naturschutzpolitischen Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Ursula Hammann, gingen völlig im Pfeifkonzert der Demonstranten unter – ein großer Erfolg aus Sicht von Wolfgang Sangerhausen, dem Vorsitzenden des Kreisjagdvereins Hubertus Ziegenhain. Gegenüber unserer Zeitung sagte Sangerhausen: "Die anwesenden Politiker sind zurecht nicht freundlich empfangen worden. Ich glaube, dass es zumindest innerhalb der CDU jetzt zu einem Nachdenken kommt".

Die Grünen sind zuständig

Nach der letzten Landtagswahl in Hessen änderten sich die Zuständigkeiten. Die Grünen erhielten das Ministerium für Umwelt, Verbraucherschutz und Landwirtschaft. Trotzdem es anders im Koalitionsvertrag festgehalten wurde, sollen nun einschneidende Änderungen im Jagdgesetz vorgenommen werden. Pünktlich zu den Sommerferien wurde die hessische Jagdverordnung dem Landesjagdverband Hessen (LJV) und weiteren Verbänden zur Anhörung übersandt. Die ursprüngliche Frist sollte bereits am 15. September enden.

Der Kreisjagdverein Hubertus Ziegenhain spricht sich, wie viele andere Vereine, vehement gegen das Gesetz aus. "Die Hessische Landesregierung hat vor, das vordergründig immer wieder gelobte ,beste Jagdgesetz’ auf dem Verordnungsweg auszuhebeln und lässt sich von Ideologen an der Nase herumführen", heißt es in einem offiziellen Schreiben von Wolfgang Sangerhausen.

Proteste fanden Anklang

Dr. Klaus Röther, Pressesprecher der LJV Hessen hatte schon einige Tage vor den geplanten Protesten vermutet, dass die aufgrund der Terminierung während der Haupturlaubszeit verpuffen könnten. "So kann eine der schlechtesten Jagdverordnungen Deutschlands klammheimlich in Kraft treten", so seine Befürchtung.Das zumindest konnte Sangerhausen nicht bestätigen. Der KJV-Vorsitzende lobte vor allem die große Beteiligung an der Demonstration.

+++ EXTRA-INFO: Das soll sich laut neuer JVO ändern: +++

In Hessen befindet sich seit 1848 das Jagdrecht bei den Grundstückseigentümern. Das soll sich laut neuer JVO ändern.Verwaltung und Kontrolle der Jagd soll durch die oberste Jagdbehörde, durch Monitoring erfolgen. Die Monitoringverfahren und die Bestandserfassungen von Wildarten als Voraussetzung für die Bejagung sollen durch Naturschutzverbände wie Nabu und BUND erfolgen.

Ohne Zustimmung der privaten Naturschützer soll keine Bejagung mehr möglich sein. Die Schonzeiten für Fuchs- und Marderarten sollen zudem verlängert werden.

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