Kunststipendiat Robert Sturmhoevel stellt in Willingshausen aus

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Einfach nur schauen: Robert Sturmhoevel betrachtet seine Werke regelmäßig, um einen besseren Überblick zu erhalten.

Ansprechend, individuell und interessant - das muss Kunst sein und genau das sind auch die Werke von Künstler Robert Sturmhoevel.

Willingshausen. Im Atelier des Gerhard von Reutern-Hauses in Willingshausen schwingt derzeit Künstlerstipendiat Robert Sturmhoevel seine Pinsel. Oft sitzt er aber auch nur auf einem Holzstuhl, die Arme verschränkt, die Beine ausgestreckt. Sein Blick ist dabei konzentriert auf das Kunstwerk gerichtet, an dem er gerade arbeitet.

Derzeit ist es eine große Leinwand, auf dem ein Kind abgebildet ist. Weder das Gesicht noch das Geschlecht sind zu erkennen. Mimik existiert nicht, dafür Gestik. Zufall? Nein, so etwas gibt es bei Sturmhoevel nicht. „Ich weiß genau, was ich zeigen möchte und wie ich es schaffe, dass meine Bilder positive, aber auch negative Gefühle auslösen“, sagt er.

Ende September ist er mit seiner Frau Manuela und dem zehn Monate alten Benedikt ins Willingshäuser Hirtenhaus gezogen. Seitdem arbeitet er an verschiedenen Werken, die auf unterschiedliche Weise Willingshausen und die Schwälmer Kultur beinhalten. „Ich hänge etwas hinterher, aber mit den großen Bildern habe ich bereits begonnen. Was noch fehlt sind kleinere Werke, die von der Ruhe und Stille Willingshausens erzählen.“ Denn genau als solche will er seine Bilder konstruieren: Erzählungen, die wie Erinnerungen wirken und bei jedem Betrachter etwas anderes auslösen.

Pinsel aus Plastikfolie

Robert Sturmhoevel bezeichnet sich selbst als einen zeitgenössischen romantischen Maler. Dabei ist er immer auf der Suche nach anderen Wegen, seine Kunst neu zu entdecken und darzustellen. Als Pinsel nutzt er beispielsweise Reisigbesen oder konstruiert sie aus Plastikfolien. „Damit gestalte ich immer wieder andere Strukturen, was auch für mich spannend ist“, sagt er.

In Willingshausen hat er genug Zeit sich um seine Kunst, aber auch die Familie zu kümmern. Das Atelier liegt nur etwa 100 Meter vom Hirtenhaus entfernt. „Wir frühstücken gemeinsam, ich bin zum Mittagessen zu Hause und komme auch abends wieder, um den Kleinen ins Bett zu bringen“, sagt Sturmhoevel. Dazwischen verbringt er die Zeit im Atelier.

Kein Tee, keine Kunst

Ohne seine Pinsel und Farben, die er selbst mischt und damit seinen Bildern eine individuelle Note verpasst, kann er nicht arbeiten. Mindestens genauso wichtig ist für den kreativen Kopf aber vor allem sein Schwarzer Tee. Den kocht er sich noch bevor er mit der Arbeit beginnt. Im Hintergrund läuft leise Musik, Deutschrock, bevorzugt AnnenMayKantereit oder Westernhagen.

Haben sich im rustikalen Hirtenhaus eingelebt: Robert Sturmhoevel mit seiner Frau Manuela und Sohn Benedikt.  

Ohne seine Kunst kann er nicht leben – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn er lebt vom Verkauf seiner Werke. Sein Talent ist bereits in Bildern zu sehen, die er im Alter von drei Jahren gemalt hat. Bis heute hat sie seine Mutter aufbewahrt. Den Schritt in die Selbstständigkeit wagte er 2010. Im Gegensatz zu anderen Künstlern verarbeite er in seinen Bildern keine persönlichen Erlebnisse oder Gefühle. „Ich möchte einfach nur ein Erzähler auf der Leinwand sein“, sagt Sturmhoevel.

Eine Ausnahme gebe es jedoch. In einem Notizbuch hat er während der Zeit in Willingshausen seine Gedanken aufgeschrieben, Skizzen gemacht und Ideen für Werke gesammelt. Einige Seiten daraus wird er in einem eigenen Kunstwerk während der Ausstellung zeigen. „Da steht jede Überlegung, jedes kleinste Detail drin. Da lasse ich wirklich die Hosen runter und ich bin mir sicher, dass die Betrachter danach meine Werke noch einmal anders sehen.“

Die Ausstellung wird voraussichtlich am Freitag, 24. November, in der Willingshäuser Kunsthalle eröffnet. Zu sehen ist sie dann bis zum 22. Dezember.

So arbeitet Künstler Robert Sturmhoevel in Willingshausen

 © Landzettel
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