Die Landgräfinnen wollen nach Corona-Krise ihr Haus wieder mit Leben füllen

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Annemarie Kitz und Julia Obst vom Hotel & Restaurant Landgraf in Ziegenhain traf die Corona-Krise mitten in den umfangreichen Umbauarbeiten des Traditionshotels. Nun wollen die beiden Jungunternehmerinnen mit frischem Glanz durchstarten.

Der hessische Tourismus ist wegen der Corona-Pandemie im April fast komplett zum Erliegen gekommen. Wir sprachen mit Annemarie Kitz und Julia Obst vom Hotel & Restaurant Landgraf in Ziegenhain über die aktuellen Herausforderungen im Hotelgewerbe.

Schwalmstadt. Der hessische Tourismus ist wegen der Corona-Pandemie im April fast komplett zum Erliegen gekommen. Die Folgen des Lockdown ab Mitte März haben auch Julia Obst (29) und Annemarie Kitz (28) vom Hotel & Restaurant Landgraf in Ziegenhain zu spüren bekommen.

Die beiden Jungunternehmerinnen haben das Hotel erst im Oktober 2019 von der Familie Rühl übernommen und angefangen zu renovieren. Mitten in den Renovierungsarbeiten kam dann die Corona-Pandemie. Wir sprachen mit den beiden „Landgräfinnen“, über ihre Erfahrungen während des Lockdowns und die Herausforderungen, die die beiden Jungunternehmerinnen in den vergangenen Wochen zu bewältigen hatten.

Annemarie Kitz und Julia Obst vom Hotel & Restaurant Landgraf in Ziegenhain traf die Corona-Krise mitten in den umfangreichen Umbauarbeiten des Traditionshotels. Nun wollen die beiden Jungunternehmerinnen mit frischem Glanz durchstarten.

Frau Obst, wie hat sich die Corona-Krise und der damit verbundene Einbruch bei den Übernachtungen für sie als Hotelbetreiberinnen ausgewirkt?

Julia Obst: Für uns als Hotelbetreiber hat sich nichts verändert, wir renovieren seit Januar diesen Jahres das Hotel. Als neue Betreiber des Hotel Landgrafes ist es uns nicht gestattet Hotelzimmer im 1. und 2. OG zu vermieten. Somit warten wir ganz gespannt, dass in den nächsten vier Wochen unsere Brandschutztreppe von außen an das Haus kommt. Dann haben wir alle Brandschutzauflagen erfüllt, und wir können endlich unseren Hotelbetrieb anlaufen lassen können und das Haus wieder mit Leben füllen.

Seit 15. Mai können Hotels und Restaurants in Hessen wieder auch für Touristen und Gäste öffnen. Wie ist Ihr Zwischenfazit für den ersten Monat nach dem rund zweimonatigen Lockdown?

Julia Obst: Wir haben uns riesig gefreut, das wir wieder unsere Türen öffnen konnten, da wir als Jungunternehmer auf unsere Gäste angewiesen sind und auch ein hohes Verantwortungsbewusstsein für unsere Mitarbeiter haben. Natürlich haben wir auch gemerkt, das Geburtstagsfeiern, Familientreffen o.ä. abgesagt wurde, da die Gäste nicht bereit sind oder Angst haben sich zu treffen. Auch merken wir, dass die Reservierungen kleiner geworden sind, nur zwei oder vier Gäste pro Tisch, welches eher selten bei uns der Fall war.

Was sind die größten Herausforderungen der vergangenen fünf Wochen seit den Re-Start gewesen?

Julia Obst: Wir sind selbstverständlich mit Zollstock durch das Restaurant und unseren Frühstücksraum, das wir die Abstandsregelung einhalten können, welche nicht immer leicht waren, da unser Frühstücksraum sehr klein und gemütlich ist. Bei schlechtem Wetter merken wir, das die Gäste sehr verhalten sind, somit kämpfen wir weiterhin um unsere Existenz.

Was hat sich für Sie in den zwei Monaten „Stillstand“ geändert?

Annemarie Kitz: Wir arbeiten so gut es geht ohne Personal, derzeit und in der Lockdown-Phase hat uns unser Koch Olaf Büssow und unsere Hausdame Ilona Damm zur Seite gestanden. Der Betrieb gibt es kaum her, weiteres Personal aus der Kurzarbeit zu holen, somit werden wir abends, nach Bedarf von einer Aushilfe zusätzlich unterstützt. Jetzt fehlen immer noch 15 Leute von unserem Stammpersonal.
Auch wir halten uns an viele Empfehlungen von der DEHOGA, somit liegen unsere neuen Speisekarten im Schrank und wir arbeiten mit einer Empfehlungstafel. Die normale Speisekarte ist verkürzt auf Vorder- und Rückseite gedruckt, welche pro Tisch einmal ausliegt und anschließend weg geworfen wird. Aus Umwelt Aspekten ist das bestimmt nicht der eleganteste Weg, dennoch isst das Auge mit und somit passt keine einlaminierte Speisekarte zu uns. Wir und unser Personal, können gerne Getränkeempfehlungen aussprechen, um den Gast bestmöglich zu umsorgen.

Julia Obst:  Außerdem haben unsere Handwerker und wir in den letzten 2 Monaten noch mal richtig rangeklotzt, das ein Ende der Renovierung in Sicht ist.

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