Landrosinen stellen im Museum der Schwalm in Ziegenhain aus

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Unter dem Motto "annerschda" zeigen 23 Landrosinen jeweils ein besonderes Werk.

Ziegenhain. Die Werke der aktuellen Ausstellung im Museum der Schwalm in Ziegenhain könnten unterschiedlicher nicht sein. Bunte Malereien, Holzskulpturen und Fotografien zieren die Wände und Böden. Doch bei genauerer Betrachtung teilen sie eine wesentliche Eigenart: Sie sind anders – eben „annerschda“.

So heißt die Ausstellung der Landrosinen, zu denen 23 Künstler aus dem Schwalm-Eder-Kreis gehören. Alle haben jeweils ein Werk für die Ausstellung zur Verfügung gestellt, das ihnen besonders viel bedeutet. So auch Künstlerin Astrid Schlemmer aus Seigertshausen. Auf ihrem Gemälde ist auf den ersten Blick eine Tänzerin zu erkennen. Wer genau hinsieht, sieht darüber hinaus zwei Beine, die nicht zu ihr gehören können. Auch ein Arm und ein Kopf sind hinter ihr zu erkennen und lassen langsam die eigentliche Szene erahnen.

„Das ist das Schöne an Kunst. Man sieht erst bei näherer Betrachtung, was dahinter steckt“, sagt Schlemmer. Ihr Bild ist ein Stück weit autobiografisch. Als Kind wollte sie Tänzerin werden, kaufte sich sogar Ballettschuhe, doch ihre Eltern erlaubten es ihr nicht. „Wir konnten es uns nicht leisten. Heute tanze ich deshalb mit dem Pinsel über die Leinwand“, erklärt sie.

So könne sie die Leichtigkeit des Seins und des Moments genießen. Das, was ihr im Alltag begegnet, bringt sie so auf die Leinwand. „Ich rede wenig über Gefühle und verarbeite sie lieber durch die Malerei. Dann finde ich Ruhe und bin ganz bei mir selbst. Sobald das Bild fertig ist, fühle ich mich erleichtert und voller Energie“, erklärt sie.

Das Zusammenspiel der beiden Personen auf ihrem Gemälde geht tiefer als nur ein vertrauter Tanz. „Der Mann hinter der Tänzerin hebt sie in diesem Moment hoch, über eine Klippe. Jeder wünscht sich einen Begleiter im Leben, der einen auch in schwierigen Situationen unterstützt“, fasst sie zusammen.

Die Andersartigkeit ist auch in den übrigen Kunstwerken zu sehen. So zeigt Stephan Kuester etwa ein Werk, das er auf zusammengefügten Jacquard-Weblochkarten aus der Weberei Egelkraut in Trutzhain gemalt hat. Initiator Erhard Scherpf befasst sich in seinem Werk inhaltlich mit dem Ausstellungsthema. Auf seiner Fotografie ist ein nackter Mann zu sehen, Tattoos zieren seinen gesamten Körper, sein Gesicht ist übersäht mit Piercings. Das Besondere hierbei: Die Tattoos bilden eigene kleine Kunstwerke, die ebenfalls Beachtung verdienen.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis 5. Juni immer dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr. Alle Werke sind käuflich zu erwerben.

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