Leseraufruf zur Schwalben-Zählung: Helfen Sie Vogel-Population zu bestimmen!

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Halten Ausschau nach Schwalbennestern (v.l.): die Studenten Katharina Unger, Dianna Neumann und Benjamin Schindelmann aus Treysa.

Die Schwalben-Population geht stetig zurück. Das liegt am fehlenden Nahrungsangebot und an Hausbesitzern, die die Nester entfernen. Um den Bestand der Tiere im Schwalm-Eder-Kreis bestimmen zu können, fordern drei Studenten aus Treysa unsere Leser auf, die Vögel in ihrer Region zu zählen.

Schwalm-Eder. Endlich Sommer! Viele heimische Singvogelarten haben ihre Brutzeit begonnen. Eine von ihnen ist die Schwalbe, die jedoch immer öfter nach ihrer Rückkehr aus dem Süden ihr Nest vergeblich suchen muss.

Denn oft entfernen Hausbesitzer die Schwalbennester, weil sie sich über den Vogeldreck ärgern. Außerdem sorgt der zunehmende Einsatz von Insektiziden für eine Verringerung des Nahrungsangebots der Vögel. Das führt letztlich zum Rückgang der Schwalben-Population.

In Hessen ist die Situation bereits so kritisch geworden, dass die Schwalbe sogar auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft wurde. Und das, obwohl Schwalben durchaus hilfreich sein können. Immerhin verspeisen sie mit Vorliebe für den Menschen lästige Insekten wie Mücken und Fliegen.

Rauchschwalbe.

Drei Lehramtsstudenten aus Treysa wollen die rückgängige Schwalben-Population deshalb genauer untersuchen. Dianna Neumann, Benjamin Schindelmann und Katharina Unger studieren im achten Semester „Lehramt an Gymnasium“ an der Philipps-Universität in Marburg. Im Rahmen ihres Biologie-Studiums belegen die drei das Modul „Citizen Science Projekte in Naturschutz und Ökologie“.

Ihre Aufgabe ist es nun, ein Citizen Projekt (Bürgerwissenschaft) zu planen, durchzuführen und anschließend auszuwerten. Gemeint ist eine Mitmach-Aktion, die sich an die Bevölkerung des Schwalm-Eder-Kreises richtet. „Da wir alle aus Treysa stammen, war für uns schnell klar, dass wir gern ein solches Projekt in unserer Heimat durchführen möchten“, erklärt Unger.

„Nachdem wir uns für die Umsetzung des Projekts im Schwalm-Eder-Kreis entschieden hatten, machten wir uns Gedanken, welche Tierart wir untersuchen wollen“, erinnert sich Unger. Dabei seien sie und ihre Kommilitonen zufällig auf einen Artikel über den Rückgang der Schwalbenpopulation in Hessen gestoßen. Fortan war klar: „Wir möchten einen Überblick über die aktuelle Anzahl und Verteilung der Schwalben im Schwalm-Eder-Kreis gewinnen“.

Mehlschwalbe

Der Fokus des Projekts liegt auf Rauchschwalbe und Mehlschwalbe, da diese beiden Arten sehr gut zu erkennen sind. Rauchschwalben sind durch ihren bläulich-glänzenden Rücken und Kopf, ihre weiße Unterseite sowie ihre rot-braune Kehle besonders auffällig. Sie nisten in Innenräumen von Ställen und anderen Gebäuden.

Mehlschwalben sind etwas kleiner und besitzen ein schwarz-weißes Gefieder. Die Nester der Mehlschwalben sind immer an Außenwänden von Gebäuden und bestehen hauptsächlich aus Lehm. Beide Arten werden manchmal mit dem Mauersegler verwechselt, der im Gegensatz zur Mehlschwalbe jedoch keine weiße Bauchseite und längere Flügel hat.

Und so können Sie einen Beitrag leisten:

Wer ein bewohntes Schwalbennest gesehen hat, wird gebeten, sich bis zum 31. Juli per E-Mail an schwalbenschwalmederkreis@gmail.com zu richten. Für die Studierenden sind folgende Angaben wichtig: Standort (Straße und Ort oder GPS-Koordinaten), Datum, Schwalbenart (Mehl- oder Rauchschwalbe), Anzahl der Schwalben am Nest. 

Wer über ein Foto der Schwalben verfügt, kann dieses gern anhängen. Auch Meldungen, aus denen hervorgeht, dass es keine Schwalben im Umfeld der Beobachter gibt, oder dass das Tier innerhalb der vergangenen Jahre verschwunden ist, sind für das „Citizen Science Projekt“ hilfreich.

EXTRA-INFO: Was bedeutet "Citizen Science"?

„Citizen Science“ bedeutet Bürgerwissenschaft und beschreibt die Beteiligung von Personen an wissenschaftlichen Prozessen, die nicht in diesem Wissenschaftsbereich institutionell gebunden sind. Ziel von Citizen Science Projekten ist es, eine wissenschaftliche Arbeit mit Beteiligung von Bürgern durchzuführen. Das Projekt der drei Treysaer Lehramtsstudenten kann als wissenschaftliche Mitmach-Aktion verstanden werden.

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