18 Mädchen und ein Junge schnupperten Kasernenluft

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Im Rahmen des Girls' Days besuchten 19 Schüler das Jägerregiment 1 in Schwarzenborn. Spannende Aktionen warteten dort auf sie.

Schwarzenborn. Zäune verhindern den Zutritt, Schranken versperren die Zufahrt: In die Knüllkaserne des Jägerregiment 1 in Schwarzenborn kommt keiner so einfach rein. Am vergangenen Mittwoch war das anders: Die Bundeswehr öffnete  für 18 Schülerinnen und einen Schüler ihre Schranken.

Zum ersten Mal fand hier der Girls’ Day statt. An mehreren Stationen konnten die Schüler mehr über den Beruf des Soldaten hautnah erfahren und ihre Fragen stellen.

An der Waffenstation waren Panzerfaust und verschiedene Gewehre und Pistolen ausgestellt. Da keiner der Schüler über 18 ist, durfte hier nur angeguckt, nicht angefasst werden. Praktischer wurde es dann bei den Schutzwesten: Zwölf Kilo wiegt eine und wurde jedem einmal auf die Schultern gelegt. Vom Gewicht schien aber keines der Mädchen beeindruckt. "Es ist ungewohnt, aber schwer finde ich es nicht", sagte die 13-jährige Eilika Nees. Allerdings kommen zu diesen 12 Kilo noch der Rest der Ausrüstung: Bekleidung, Rucksack, Waffe. 45 Kilo schleppt da ein Soldat schnell mal mit sich herum.

An einer anderen Station erfuhren die Schüler mehr über die Instandsetzung der Fahrzeuge. Sollte einmal ein Reifen im Gelände kaputt gehen, muss dieser natürlich wieder gewechselt werden. So ein Reifen wiegt allerdings 80 Kilo und ist gar ncht so einfach hochzuheben. Mit Handschuhen ausgerüstet und mit vereinten Kräften gelang es aber ein paar Mädchen den Reifen hochzuhieven.

Stolperfallen in totaler Dunkelheit

Dann ging es aus dem Sonnenschein in den dunklen Keller. Mit dem bloßen Auge erkannte hier niemand mehr etwas. Deshalb bekamen die Mädchen die Nachtsichtbrille "Lucie" auf den Kopf geschnallt.

Durch die Brille konnten nun die Infrarot-Leuchtstäbe gesehen werden und es ging in den aufgebauten Parcours. An einem Tisch vorbei, mussten sich die Schüler über eine Palette kämpfen. Einige stolperten oder stießen zusammen. "Durch die Brille sieht man zweidimensional", erklärte Oberleutnant Christoph Göcks. "Da muss man sich erst einmal dran gewöhnen." Wie schwer das ist, merkten die Schüler, als sie einen Ball in einen Eimer werfen sollten: Nur wenige schafften es nach mehreren Versuchen.

Wie vielseitig und abwechslungsreich die Arbeit bei der Bundeswehr sein kann, haben die 19 Schüler an mehreren Stationen erfahren können. Und die Resonanz war positiv. Josi Schneiderer kann sich durchaus vorstellen einmal in der Infanterie Fuß zu fassen. "Ich bin sehr sportlich und kann mir sehr gut vorstellen, hier zu arbeiten", erzählte sie. Auch die anderen waren sichtlich interessiert und fanden die Aufgaben spannend. Presseoffizier Daniel Wernicke war ebenfalls zufrieden: "Wir wollen zeigen, wie vielfältig der Beruf ist und den Mädels Einblicke in einen typischen Männerberuf geben."

Bis sich die Schüler entscheiden müssen, in welche Richtung es beruflich gehen soll, haben sie noch etwas Zeit. Aber es ist gut möglich, das der eine oder die andere eine weitere Perspektive für sich entdeckt hat.

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