Meeresschützer Christian Weigand aus Merzhausen möchte Umdenken erreichen

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Nimmt sich trotz seiner Vorträge Zeit, um an Stränden Müll zu sammeln: Christian Weigand.

Mit seinen Vorträgen inspiriert er dabei Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen.

Merzhausen. Christian Weigand gehört zu den Menschen, die aus ihrer Leidenschaft ihren Beruf gemacht haben. Vor einem Jahr rief der 27-Jährige das Projekt „Blue Awareness“ ins Leben (wir berichteten). Er hatte vor, sich aktiv für den Meeresschutz einzusetzen, überall auf der Welt andere Umweltaktivisten zu besuchen, über ihre Arbeit zu berichten und damit viele Menschen zu inspirieren, selbst bewusster zu leben. Das scheint ihm zu gelingen. Mehr als 50 Vorträge hat er in diesem Jahr an Schulen im ganzen Bundesgebiet gehalten.

„Mit dieser Entwicklung habe ich gar nicht gerechnet. Ich dachte, dass ich mindestens ein Jahr um die Welt reisen muss, um Erfahrungen zu sammeln. Aber es kam alles ganz anders“, sagt Weigand. Nach seinem ersten Vortrag im Treysaer Werkraum, erhielt er so viele Anfragen, dass er seitdem regelmäßig über seine Arbeit berichten darf. „Mir geht es dabei nicht darum, Fakten zu vermitteln, sondern meine Zuhörer emotional zu erreichen“, erklärt der Merzhäuser.

In seinen Vorträgen erzählt er von seinen Erfahrungen, dem Müll, den er an Stränden selbst schon gesammelt hat und davon, was man als Einzelperson erreichen kann. „Natürlich kann nicht einer allein die Welt retten. Aber wenn jeder von uns nur eine Kleinigkeit in seinem Alltag ändert, dann erreichen wir alle zusammen etwas Großes“, sagt Weigand. Dabei erwartet er nicht, dass jeder komplett auf Plastik verzichtet oder seinen Lebensstil völlig umkrempelt. „Jeder soll das machen, was er kann. Manche kaufen sich einen Sodastream, um Plastikflaschen zu vermeiden. Andere nutzen Stoffbeutel und verzichten auf Plastiktüten. Es ist nur wichtig, dass jeder versteht: Man muss nicht perfekt sein, aber es kommt auf jeden einzelnen an“, so Weigand.

Motivieren und gemeinsam aktiv werden

Ihm sei besonders ein Vortrag im Mai in Erinnerung geblieben, den er auf einer Bootstour bei Rügen gehalten hat. Er konnte viele seiner Zuhörer dazu bewegen, am nächsten Tag einen 15 Kilometer langen Strand von Müll zu befreien. „Es ist schön, wenn ich so viele Leute motivieren und im Herzen berühren kann. Gleichzeitig bin ich überwältigt davon, wer solche Aktionen ohne zu zögern unterstützt. Von der Reederei habe ich beispielsweise eine große Spende erhalten.

Volle Aufmerksamkeit: Bei seinen Vorträgen schafft es Christian Weigand, die Schüler und Lehrer emotional zu berühren.

Auch aus der Heimat erhalte ich viel Unterstützung. Intersport Gundlach beispielsweise hat T-Shirts bedruckt, die von der Firma Hakro aus Baden-Württemberg bereitgestellt wurden. Die sind nachhaltig und aus hochwertigen Produkten hergestellt. So etwas hilft uns und dafür bin ich unendlich dankbar“, so Weigand. Er selbst bietet ebenfalls Hilfe und Unterstützung für andere Aktivisten an. Mit seinem Verein „Blue Awareness“ möchte er besonders Projekte vorantreiben, die noch am Anfang stehen. „Wenn jemand Ideen hat und nicht richtig weiß, wie er beginnen soll, kann er sich gerne an mich wenden. Auch eine kleine Finanzspritze können wir durch den gemeinnützigen Verein aufbringen, etwa für Equipement. Es muss lediglich um den Meeresschutz gehen“, erklärt Weigand.

Das nächste Jahr möchte er dafür nutzen, ein Team mit anderen Umweltschützern aufzubauen. „Dabei spielt es keine Rolle, ob sie sich für den Meeresschutz engagieren, den Fleischkonsum verringern wollen oder Palmölplantagen in Südamerika bekämpfen möchten. Was zählt ist, dass wir so viele Menschen wie möglich erreichen und sie darauf aufmerksam machen, dass etwas passieren muss. Und das kann ich nicht allein“, weiß Weigand. Außerdem möchte er bei seinen Vorträgen auch andere Probleme aufgreifen, wie beispielsweise den eigenen CO2-Fußabdruck. „Dabei bleibt die Botschaft dieselbe: Keiner muss perfekt sein, aber jeder kann etwas bewirken. Wenn ich es schaffe, möglichst viele Menschen vom Wissen zum Handeln zu bringen, dann habe ich das erreicht, was ich mir erhofft habe.“

+++ EXTRA INFO +++

Im Dezember 2018 wurde aus dem Projekt „Blue Awareness“ ein gemeinnütziger Verein. Passive und aktive Mitglieder sorgen dafür, dass der Meeresschutz unterstützt und neue Projekte gefördert werden. Es gibt außerdem die Möglichkeit, zu spenden.

Weitere Informationen zum Verein und zu Weigands Arbeit gibt es unter www.blue-awareness.com sowie per E-Mail an chris@blue-awareness.com.

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