Mietbare Büros: Schwalmstadt startet Pilotprojekt "Coworking Space"

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Der Herr des Hauses und seine erste Mieterin: Schwalmstadts Bürgermeister Stefan Pinhard und Jutta Blumenauer leben vor, wie die moderne Arbeitswelt funktioniert. Sie kommen im neuen „Coworking Space“ ins Gespräch. Blumenauer bietet hier immer mittwochs ihre Coachings an.

Das gibt es so im Schwalm-Eder-Kreis bisher kein zweites Mal: Die Stadt Schwalmstadt startet ihr fünfjähriges Pilotprojekt „Coworking Space”. Im Dachgeschoss des ehemaligen Post-Gebäudes in der Treysaer Bahnhofstraße sind moderne Büroräume zum Anmieten entstanden.

Drei Monate lang wurde gestemmt, gehämmert und verputzt. Inzwischen ist der Bauschutt längst aus dem ehemaligen Postgebäude in der Treysaer Bahnhofstraße verschwunden. Wo vor wenigen Tagen Dachdecker, Elektriker und Maler noch eifrig werkelten, da halten jetzt noch rasch Zimmerpflanzen, ergonomische Schreibtischstühle und letzte Accessoires Einzug. In den Dachgeschoss-Räumen der Bahnhofstraße 12 - 14 ist der „Coworking Space“ – eine Art Gemeinschaftsarbeitsbereich – entstanden.

Die Stadt Schwalmstadt startet damit ein Projekt, das es so im Schwalm-Eder-Kreis kein zweites Mal gibt. Im „Coworking Space“ stehen moderne Büroräume und ein großflächiger Konferenzraum zur Verfügung. Die einzelnen Räume können von Interessierten je nach Bedarf an einzelnen Wochentagen oder über die gesamte Woche hinweg angemietet werden.

„Zielgruppen sind beispielsweise Studenten, Gründer, Geschäftsreisende und Freiberufler“, erklärt Tanja Damm. Die erfahrene Verwaltungsbeamtin ist seit 25 Jahren im Bereich Wirtschafts- und Tourismusförderung sowie Stadtmarketing für die Stadt Schwalmstadt tätig. Während eines Lehrgangs für Wirtschaftsförderer in Freiburg sei sie auf die Idee des „Coworking Space“ gestoßen.

Sie leben den Leitfaden, der eines der mietbaren Büros ziert: Jutta Blumenauer (li.), die sich im Sommer als Personal Coach selbständig machte, und Tanja Damm vom Virtuellen Gründerzentrum, die Blumenauer dabei tatkräftig unterstützte.

Fortan arbeitete sie an dessen Umsetzung in Schwalmstadt. Dank guter Zusammenarbeit vieler städtischer Mitarbeiter und der entsprechenden Beschlüsse in den politischen Gremien konnte das Projekt, das als Vorreiter im Schwalm-Eder-Kreis gilt, in die Tat umgesetzt werden. „Die Lage direkt am Treysaer Bahnhof ist prädestiniert für Pendler. Aber auch kleinere Betriebe und Handwerker können die Räume nutzen – beispielsweise für Schulungszwecke“, stellt Schwalmstadts Bürgermeister Stefan Pinhard nur einen Vorteil des attraktiven Angebots heraus. Eine sinnvolle Alternative biete der „Coworking Space“ auch allen Menschen, die ganz oder teilweise im Home Office tätig sind und künftig Arbeitsplatz und Zuhause räumlich und gedanklich voneinander trennen möchten.

Jutta Blumenauer ist begeistert vom Konzept

Ein Blick in den Flur des „Coworking Space“ offenbart dessen Konzept. Eine zentral gelegene und verlockend gemütliche Sitzecke verlangt förmlich eine Zusammenkunft der Mieter. Hier können sie bei einer Tasse Kaffee oder Tee ins Gespräch kommen, sich austauschen und so ihre Arbeit bereichern.

Was globale Unternehmen wie Google, Facebook und Co. im großen Stil vorleben, wird hier im kleinen Maßstab umgesetzt: Am Arbeitsplatz soll der Wohlfühlfaktor deutlich zunehmen. Das führt zum Ergebnis, dass Menschen gern auch ihre Pausen und automatisch mehr Zeit am Arbeitsplatz verbringen. Wer sich dabei begegnet, korrespondiert spontan, teilt Erfahrungen und lernt voneinander.

Eine, die diesen Vorteil moderner Arbeitswelten zu schätzen weiß, ist Jutta Blumenauer. Die Ziegenhainerin ist ausgebildeter Personal Coach. Mit Unterstützung des Virtuellen Gründerzentrums der Schwalm (VGZ) wagte sie im vergangenen Sommer den Schritt in die Selbständigkeit. Im VGZ sei die Verbindung zu Tanja Damm entstanden. Als die erstmals vom „Coworking Space“ berichtete, sei Blumenauer begeistert gewesen.

Wenige Monate später, als beide in Blumenauers angemietetem Büro sitzen, blicken sie voller Tatendrang und Vorfreude in die Zukunft. „Ich freue mich schon, wenn die Kaffeeecke zur Kommunikationsecke wird und ich meine ersten Coachings im Büro oder dem Konferenzraum vornehmen kann“, sagt Blumenauer. Der Startschuss steht unmittelbar bevor.

Am Freitag, 25. Oktober 2019, präsentiert sich der „Coworking Space“ Schwalmstadt erstmals der Öffentlichkeit. Ab 14 Uhr findet in seinen Räumlichkeiten ein Tag der offenen Tür statt. Im November beginnt schließlich die fünfjährige Testphase des Projekts. Jutta Blumenauer möchte dann im kommenden Jahr richtig durchstarten. Sie hat ihr Büro zunächst für einen Tag in der Woche (immer mittwochs) angemietet. Für dieses Ein-Tages-Model zahlt sie 80 Euro pro Monat. Eine Fünf-Tages-Woche im „Coworking Space“ kostet 200 Euro monatlich. Das Sitzungszimmer kann für 50 Euro (bis zu vier Stunden) oder für 90 Euro (ganztägige Nutzung) hinzugebucht werden.

Mehr Infos gibt es demnächst auf der Internetseite des "Coworking Space".

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