Museum der Schwalm in Ziegenhain erhält Waentig als Dauerleihgabe

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Freuen sich, dass das Gemälde der Öffentlichkeit zur Verfügung steht: Renato Lo Presti (4.v.l.) mit Familie und Mitarbeitern von Rohde sowie Konrad Nachtwey, Stefan Pinhard, Ilona Pinhard und Peter Reuter (stehend v.r.).

Das Gemälde wurde etwa 1918 von Walter Waentig angefertigt.

Ziegenhain. Jahrelang gingen die Mitarbeiter von Schuh-Rohde in Ziegenhain am Gemälde im Flur vorbei, auf dem vier Menschen in Schwälmer Tracht zu sehen sind. Keiner schenkte ihm die Aufmerksamkeit, die ihm eigentlich zugestanden hätte. Das Bild ist nämlich das Werk von Walter Waentig, einem Schüler von Carl Bantzer. Als Mitglied der Willingshäuser Malerkolonie brachte er Waentig von 1902 bis 1907 von Dresden in die Schwalm. Die Zeit in der Region prägte die spätere Arbeit und manches Werk des Künstlers.

Rohde-Geschäftsführer Renato Lo Presti hat dem Gemälde nun zu mehr Aufmerksamkeit verholfen. Er stellt es dem Museum der Schwalm als Dauerleihgabe zur Verfügung. Bei der Übergabe am Samstag hat Lo Presti neben seiner Frau und den beiden Kindern aus Italien auch gleich einige Mitarbeiter von Rohde mitgebracht. „Schöne Dinge müssen geschützt und vor allem gezeigt werden“, sagte er.

Die Leihgabe soll darüber hinaus ein Zeichen dafür sein, dass Rohde trotz der Schwierigkeiten immer eine Schwälmer Firma und eine Firma für die Schwalm bleiben werde. „Es ist ein besonderer Zugewinn für unser Museum und wir danken Herrn Lo Presti von Herzen. Das Bild wird einen Ehrenplatz bekommen“, sagte Museumsleiter Konrad Nachtwey.

Welchen Namen das 1918 entstandene Gemälde trägt, ist nicht bekannt. „Es ähnelt der ,Tanzpause’, die Waentig 1937 gemalt hat und Schwälmer Paare beim Tanzen zeigt. Deshalb schätze ich, dass es sich bei dem Gemälde um eine Übung für die ,Tanzpause’ handelt“, erklärte Nachtwey den Museumsgästen.

Nach Ausstellung wird das Gemälde aufgehängt

Bevor das Gemälde seinen Ehrenplatz erhält, dürfen sich die Besucher noch bis zum 8. Juli die Ausstellung „Deutsche Mythologie“ anschauen, die sich über das gesamte Obergeschoss zieht. Die Gäste erwartet eine detailreiche Ausstellung zum Anfassen. So lernen sie beispielsweise viel über den Alltag der Germanen und dürfen an einer nachgebauten Handdrehmühle Körner zu Mehl mahlen.

Weg durch das Hochmoor: Auf dem Boot fanden Verstorbene ihre letzte Ruhestätte.

Sogar einen Wald haben die Mitarbeiter ins Museum geholt. Dort erfahren die Besucher mehr über die Seherin und ihre Prophezeiungen. Auch die Opferpraxis der Eisenzeit wurde rekonstruiert. In einem abgedunkelten Raum laufen die Besucher durch Hochmoore und sehen neben Pfahlgötzen auch ein nachgebautes Boot aus Ästen und Zweigen, auf das verstorbene Menschen gelegt, angezündet und dann ins Wasser geschoben wurden.

Die Ausstellung eignet sich auch für Schulklassen. Diese können nach Absprache mit den Museumsmitarbeitern auch außerhalb der Öffnungszeiten die Ausstellung besuchen. Weitere Informationen gibt es unter Tel. 06691-3893.

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