Museum der Schwalm in Ziegenhain zeigt Weißstickerei

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Die Ausstellung wurde zur Salatkirmes am vergangenen Donnerstag eröffent.

Ziegenhain. Von weitem sieht man nur ein weißes Tuch, doch bei näherer Betrachtung ist die hohe Kunst zu erkennen – die Rede ist von der Schwälmer Weißstickerei. Herzen und Tulpen sind die häufigsten Motive in der Schwalm, doch der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt: Sterne, Blüten und aufwendige Muster machen aus dem einfachen Leinentuch ein wahres Kunstwerk.

Am Donnerstag wurde im Ziegenhainer Museum der Schwalm die Ausstellung eröffnet, die ihren Fokus auf „Hohlsäume – Abschlüsse – Ränder“ legt. Über 120 Exponate und mehrere Schaufensterpuppen gewähren einen Einblick in die unglaublichen Möglichkeiten, was man mit Nadel und Faden sowie handwerklichem Geschick und viel Geduld aus weißem Leinen- oder Baumwollstoff zaubern kann.

Im Hochzeitszimmer begrüßten Peter Reuter, erster Vorsitzender des Schwälmer Heimatbundes, und Museumsleiterin Dr. Simone C. de Santiago Ramos rund 50 Gäste. „Ich hatte eine kleine Einführung in die Schwälmer Weißstickerei vorbereitet, aber hier sitzen fast nur Expertinnen im Publikum“, freute sich Reuter über das Interesse und warb für den Begleitkatalog zur diesjährigen Werkschau.

An der Vorbereitung waren mehrere fleißige Helfer beteiligt, unter anderem Irene Horn, die seit über 30 Jahren Kurse in Obergrenzebach anbietet, und Elisabeth Stübing aus Ziegenhain. Sie gibt ihr Wissen und Können seit 46 Jahren an der Volkshochschule weiter – seit 1982 auch direkt im Museum. „Wir haben unter anderem Kursteilnehmer aus den USA, Australien, Belgien, Österreich und Japan“, bestätigt die 81-Jährige das ungebrochene Interesse an der filigranen Kunst. „Zu den Veranstaltungen kommen sowohl Neulinge als auch Wiederholungstäter. Die Altersspanne reicht von Mitte 30 bis ins hohe Alter“, sagten beide.

Auch Evelyn König-Linker hat vor vielen Jahren das Stick-Fieber gepackt. Im Kunstkabinett ist unter anderem ein sogenanntes Paradekissen zu sehen, das sie 1994 zur Geburt ihrer Tochter gestickt hatte. Den größten Anteil in der Ausstellung nehmen die Tischdeckchen ein, doch auch Überdecken, Kissen, Lampenschirme, Blusen und ein Taufkleid sind zu bestaunen.

Neben den traditionellen Mustern kommen auch immer häufiger moderne und ganz individuelle Verzierungen zum Einsatz. Dorothea Simpfendörfer-Trieschmann aus Treysa und ihrem Mann Joachim zog beispielsweise eine große Decke in den Bann, die orientalische Motive zeigte. Die aktuelle Ausstellung ist noch bis 11. August zu sehen ist. Dazu werden am 29. Juni und am 27. Juli jeweils Einführungskurse in die Schwälmer Weißstickerei angeboten – am 13. Juli gibt es zusätzlich einen Kurs über Schwälmer Knöpfe.

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