Museum der Schwalm: Zwei Könner zeigen ihre Kunst

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Museumsleiter Konrad Nachtwey holt sich gleich zwei Künstler ins Haus - Lutz Lesch und Lutz Klapp zeigen, was sie drauf haben.

Von  AYLIN LANDZETTEL und MICHAEL SEEGER

Ziegenhain. Wenn Konny Nachtwey ins Museum der Schwalm nach Ziegenhain einlädt, um eine neue Ausstellung zu eröffnen, dann lassen sich seine Schwälmer Kunstfreunde nicht zweimal bitten. Und das aus gutem Grund: Der Kasseler Kunsthistoriker mit Berliner Wurzeln hat es geschafft, eine Mischung ins Ziegenhainer Museum der Schwalm zu bringen, die nicht nur eingefleischte Kunstkenner, sondern vor allem auch junge Leute anspricht. "Dabei darf die Qualität nie leiden", gibt der Museumsleiter seine oberste Prämisse vor.

Nachtweys neuester Coup: die Ausstellung "2 X Lutz aus der Schwalm". Diese zeigt Kontraste, vereint die Region. Denn: Die einstige Rivalität zwischen den Schwalmstädter Stadtteilen Ziegenhain und Treysa sei noch immer unterschwellig spürbar, so Nachtwey. Und genau aus diesem Grund vereint er zwei von ihm selbst hoch geschätzte Künstler, die auf den ersten Blick nichts gemein haben:

Lutz Lesch aus Treysa widmet sich der Herstellung von Skulpturen aus verschiedensten Materialien. Vor allem das Stadtbild Treysas hat der volkstümliche Bildhauer  maßgeblich geprägt. Zudem fertigt Lesch faszinierende Tuschebilder an, die Mythologie, Humor und Fantasie vereinen. Der Ziegenhainer Lutz Klapp hingegen ist besessener Naturfotograf. Das Steckenpferd des Autodidakten ist das Fotografieren von Vögeln. Bemerkenswert sind Geduld und Ruhe, mit denen Klapp den perfekten Schuss abwartet. Nur so gelingt es dem gelernten Bäcker die Fauna in spektakulären Momentaufnahmen einzufrieren.

Trotz der gewaltigen Unterschiede gibt es neben dem Vornamen vor allem eines, was beide – Lutz Lesch und Lutz Klapp – vereint:  ihr künstlerische  Talent. Prinzipiell aber ist es der Gegensatz, der Museumsleiter Nachtwey reizt. Das stete Motto des kecken Ur-Berliners: "Jeder auf seine Art, alle für die Region". Nachtweys geplante Ausstellung mit Fotografien und Skulpturen trift da genau ins Schwarze. "Kunst ist vielfältig und deshalb ist es auch möglich, die Region auf unterschiedliche Art widerzuspiegeln", sagt er. Es sei wichtig, sich auf etwas Neues einlassen zu können. Denn immer nur das Alte zu bewahren, bringe niemanden weiter. Aus diesem Grund sieht der Chef des Schwälmer Heimatbundes seinen Sinn darin, Altes und Neues miteinander zu verbinden.

Wer sich selbst vom Schaffen der beiden Schwälmer Ausnahme-Künstler überzeugen möchte, kann dies im Zeitraum der Ausstellung "2 X Lutz aus der Schwalm" tun. Die Vernissage zur Ausstellung steigt am Sonntag, 19. April, um 11.30 Uhr, im Museum der Schwalm, Paradeplatz 1, in Ziegenhain.

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